Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Geschirr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geschirr(e)s · Nominativ Plural: Geschirre
Aussprache  [gəˈʃɪʁ]
Worttrennung Ge-schirr
eWDG

Bedeutungen

1.
Gegenstände, Geräte, besonders aus Porzellan, Keramik, Glas, die im Haushalt zum Bereiten und Auftragen der Speisen benötigt werden
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
das Geschirr zusammenräumen, wegräumen, abräumen
das Geschirr abwaschen, (ab)spülen, abtrocknen
mit dem Geschirr klappern
in der Küche stand viel schmutziges Geschirr
Geschirr zerschlagen
feuerfestes, unzerbrechliches, modernes, irdenes Geschirr
Service
Beispiele:
ein Geschirr für zwölf Personen
umgangssprachlichheute nehmen wir das gute Geschirr
2.
veraltet Gefäß
Beispiele:
nun haben wir beide unsere Geschirre voll [Erdbeeren] [ Stifter2,269]
Die Wirtin … setzte ein Geschirr voll frischer Blumen auf den Tisch [ G. KellerRomeo6,129]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geschirr n. ‘Haushaltsgefäße aus Porzellan, Steingut, Keramik, Seil- oder Riemenzeug für Zugtiere’, ahd. giskirri ‘Gefäß, Gerät’ (um 900), mhd. geschirre ‘Geschirr, Gerät, Werkzeug, Einrichtung, Ordnung’ ist eine nur im Dt. übliche Kollektivbildung zu scheren1 und seinen Formen (s. d.) und bedeutet ursprünglich wohl ‘Zurechtgeschnittenes’. Die Bedeutung ‘Riemenzeug’ begegnet zuerst in der Zusammensetzung ahd. satulgiskirri (11. Jh.). Redensartlich sich ins Geschirr legen (wie die Pferde) ‘sich anstrengen’ (19. Jh.). Aus Geschirr wird im 17. Jh. schirren ‘anspannen’ (s. d.) rückgebildet.

Typische Verbindungen zu ›Geschirr‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschirr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geschirr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Abend räumte ich in der Küche das Geschirr weg. [Becker, Jürgen: Aus der Geschichte der Trennungen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999, S. 317]
Darin wäscht sie das Geschirr, kocht sie Kaffee und alles andere. [Brief von R.A.D.-Maid H. F. 1. September 1943 vom 30.01.1940. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 117]
Und dann kommst du heim, und es steht das schmutzige Geschirr noch in der Küche. [Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46]
Oft aber macht sie nichts, und das Geschirr von Tagen türmt sich. [Die Zeit, 29.10.2012, Nr. 40]
Doch bevor sie ihr Können zeigen dürfen, wird ihnen erst einmal das Geschirr angelegt. [Die Zeit, 14.02.2011, Nr. 07]
Zitationshilfe
„Geschirr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschirr#1>.

Weitere Informationen …

Geschirr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geschirr(e)s · Nominativ Plural: Geschirre
Aussprache  [gəˈʃɪʁ]
Worttrennung Ge-schirr
Wortbildung  mit ›Geschirr‹ als Erstglied: Geschirrbeschlag · Geschirrführer · Geschirrmacher2 · Geschirrmeister
 ·  mit ›Geschirr‹ als Letztglied: Ankergeschirr · Brustgeschirr · Grundgeschirr · Hundegeschirr · Kumtgeschirr · Ladegeschirr · Ochsengeschirr · Pferdegeschirr · Sielengeschirr
Mehrwortausdrücke  sich ins Geschirr legen
eWDG

Bedeutungen

1.
Lederzeug und Riemenzeug, mit dem die Zugtiere angespannt werden
Beispiele:
dem Pferd das Geschirr anlegen
die Schlittenhunde legten sich ins Geschirr (= begannen, den Schlitten zu ziehen) [ NossackSpirale358]
bildlich
Beispiel:
jmd. legt sich (tüchtig) ins Geschirr, geht (eifrig) ins Geschirr (= arbeitet angestrengt, strengt sich sehr an)
2.
landschaftlich Gespann, Pferd, Pferde und Wagen
Beispiele:
ein Geschirr näherte sich
Dabei ging das Geschirr in Bogenlinien von einer Seite der Straße auf die andere [ PolenzBüttnerbauer1,41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geschirr n. ‘Haushaltsgefäße aus Porzellan, Steingut, Keramik, Seil- oder Riemenzeug für Zugtiere’, ahd. giskirri ‘Gefäß, Gerät’ (um 900), mhd. geschirre ‘Geschirr, Gerät, Werkzeug, Einrichtung, Ordnung’ ist eine nur im Dt. übliche Kollektivbildung zu scheren1 und seinen Formen (s. d.) und bedeutet ursprünglich wohl ‘Zurechtgeschnittenes’. Die Bedeutung ‘Riemenzeug’ begegnet zuerst in der Zusammensetzung ahd. satulgiskirri (11. Jh.). Redensartlich sich ins Geschirr legen (wie die Pferde) ‘sich anstrengen’ (19. Jh.). Aus Geschirr wird im 17. Jh. schirren ‘anspannen’ (s. d.) rückgebildet.

Typische Verbindungen zu ›Geschirr‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschirr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geschirr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Abend räumte ich in der Küche das Geschirr weg. [Becker, Jürgen: Aus der Geschichte der Trennungen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999, S. 317]
Darin wäscht sie das Geschirr, kocht sie Kaffee und alles andere. [Brief von R.A.D.-Maid H. F. 1. September 1943 vom 30.01.1940. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 117]
Und dann kommst du heim, und es steht das schmutzige Geschirr noch in der Küche. [Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46]
Oft aber macht sie nichts, und das Geschirr von Tagen türmt sich. [Die Zeit, 29.10.2012, Nr. 40]
Doch bevor sie ihr Können zeigen dürfen, wird ihnen erst einmal das Geschirr angelegt. [Die Zeit, 14.02.2011, Nr. 07]
Zitationshilfe
„Geschirr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschirr#2>.

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