Geschmack, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geschmack(e)s · Nominativ Plural: Geschmäcke
Grammatikumgangssprachlich, scherzhaft Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geschmack(e)s · Nominativ Plural: Geschmäcker
Aussprache
WorttrennungGe-schmack
Wortbildung mit ›Geschmack‹ als Erstglied: ↗Geschmacksbildung · ↗Geschmacksempfindung · ↗Geschmacksfrage · ↗Geschmacksmuster · ↗Geschmacksnote · ↗Geschmacksorgan · ↗Geschmacksrichtung · ↗Geschmackssache · ↗Geschmackssinn · ↗Geschmacksstoff · ↗Geschmacksurteil · ↗Geschmacksverirrung · ↗Geschmäckle · ↗Gschmäckle · ↗geschmackfrei · ↗geschmacklos · ↗geschmacksbildend · ↗geschmacksfrei · ↗geschmacksintensiv · ↗geschmackvoll
 ·  mit ›Geschmack‹ als Letztglied: ↗Allerweltsgeschmack · ↗Anisgeschmack · ↗Baldriangeschmack · ↗Bauerngeschmack · ↗Beigeschmack · ↗Buttergeschmack · ↗Erdbeergeschmack · ↗Fischgeschmack · ↗Fremdgeschmack · ↗Himbeergeschmack · ↗Kunstgeschmack · ↗Massengeschmack · ↗Musikgeschmack · ↗Nachgeschmack · ↗Nebengeschmack · ↗Publikumsgeschmack · ↗Ungeschmack · ↗Vanillegeschmack · ↗Vorgeschmack · ↗Wildgeschmack · ↗Zeitgeschmack · ↗Zitronengeschmack · ↗Zwiebelgeschmack
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Art, wie etw. schmeckt, Eigenschaft eines Stoffes, die dann wahrzunehmen ist, wenn man ihn genießt
Beispiele:
Zucker hat einen süßen Geschmack
das Essen hat einen guten, kräftigen, würzigen Geschmack
das Fleisch hat einen schlechten Geschmack
angenehm, köstlich im, von Geschmack sein
einen faden, schalen, hässlichen, üblen Geschmack im Munde haben
etw. ruft einen bitteren Geschmack (auf der Zunge) hervor
einen flauen Geschmack (auf der Zunge) haben
bildlich
Beispiel:
Außerdem hinterläßt ohnehin jeder Gedanke an Vergangenes in mir einen üblen Geschmack [KaschnitzHaus11]
2.
Sinn, Fähigkeit zu schmecken, Geschmackssinn
Beispiele:
das Essen ist für meinen Geschmack zu stark gewürzt
eine Speise ist nicht nach jmds. Geschmack
eine Speise nicht nach seinem Geschmack finden
allen Geschmäckern gerecht werden umgangssprachlich, scherzhaft
3.
übertragen Fähigkeit, etw. als ästhetisch schön oder hässlich zu beurteilen, Schönheitssinn
a)
Beispiele:
er hat viel, keinen Geschmack
sie hat einen ausgesuchten, verfeinerten, verwöhnten, unverdorbenen, billigen, schlechten Geschmack
sie haben in allem den gleichen Geschmack
den Geschmack bilden
jmds. guten Geschmack loben
die Wohnung ist mit erlesenem Geschmack eingerichtet
sie kleidet sich mit Geschmack
das ist nicht nach, entspricht nicht meinem Geschmack
über den Geschmack lässt sich nicht streiten
die Geschmäcker sind verschieden umgangssprachlich, scherzhaft
b)
allgemeine Richtung des Schönheitssinnes einer Epoche
Beispiele:
der Geschmack unserer Zeit
im Geschmack des 19. Jahrhunderts
Die Schale war schön, von einfacher, edler Gestalt, geformt von dem strengen Geschmack der Frühzeit des letzten Jahrhunderts [Th. MannZauberb.2,33]
c)
der gute Geschmackder Takt, gute Ton
Beispiele:
das verbietet der gute Geschmack
das geht, verstößt gegen den guten Geschmack
4.
umgangssprachlich Gefallen
Beispiele:
Geschmack an etw. finden
ich kann dieser Sache keinen Geschmack abgewinnen
er ist doch noch auf den Geschmack gekommen (= findet es jetzt auch gut)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geschmack · geschmacklos · Geschmacklosigkeit · geschmackvoll · abgeschmackt
Geschmack m. ‘Fähigkeit zu schmecken, ästhetisches Urteilsvermögen’, ahd. gismac (um 1000), mhd. gesmac ‘Geruch, Geschmack(ssinn)’, mnd. gesmak ‘Geruch’ ist wie die gleichbed. Parallelbildungen ahd. gismacko, gismahha (9. Jh.) und gismah (10. Jh.), mhd. gesmach und das heute unübliche Simplex ahd. smacko (10. Jh.), smac (um 1000), mhd. smac, mnd. smak, aengl. smæc, engl. smack, mnl. smāke, nl. smaak Abstraktbildung zu dem unter ↗schmecken (s. d.) behandelten Verb. Die Bedeutung ‘Geruch, Duft’ lebt (wie schmecken ‘riechen’) heute noch in obd. Mundarten, erlischt sonst im 19. Jh.; guter Geschmack in ästhetischen Dingen wird seit dem 17. Jh. nach frz. bon goût geläufig (Vorbild ist wohl span. buen gusto). geschmacklos Adj. ‘fade’ (von Speisen), ‘häßlich, ohne ästhetisches Empfinden’ (18. Jh.); Geschmacklosigkeit f. (18. Jh.). geschmackvoll Adj. ‘ästhetisch ansprechend, stilvoll’ (18. Jh.). abgeschmackt Adj. ‘ohne guten Geschmack, fade, dumm’ (17. Jh.), älter (16. Jh.) abgeschmack Adj. (mit privativem ab- zu geschmack Adj., ahd. gismac, gismah ‘wohlschmeckend’, mhd. gesmac, gesmach ‘wohlriechend, schmackhaft’), das nach dem Muster eines Part.adj. ein auslautendes -t annimmt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Gout · ↗Gusto
Synonymgruppe
(eine) Gaumenfreude (sein) · ↗(gut) schmecken · (jemandes) Geschmack treffen · ↗(nach) (jemandes) Geschmack  ●  (dem) Gaumen schmeicheln  geh. · ↗(vortrefflich) munden  geh.
Assoziationen
  • (sich) gut trinken lassen · Lust machen auf mehr · gut trinkbar · kann man gut wegtrinken · ↗süffig · zum Trinken einladend · zum gut Wegtrinken  ●  da könnte ich mich reinsetzen  ugs. · nach mehr schmecken  ugs. · runtergehen wie Öl  ugs.
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · ↗(jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
  • appetitlich · ↗delektabel · ↗delikat · ↗deliziös · ↗ergötzlich · kulinarischer (Hoch-)Genuss · ↗köstlich · ↗lecker · lukullischer (Hoch-)Genuss · mundend · ↗schmackhaft · ↗wohlschmeckend  ●  (da) könnte ich mich reinlegen  ugs. · ↗gluschtig  ugs., schweiz. · schmeckt nach mehr  ugs.
Synonymgruppe
(einen) guten Geschmack haben · ↗Geschmack (haben) · Sinn für Stil (haben)
Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Aussehen Duft Geldbeutel Geruch Grenzen Kirsche Konsistenz Mund Publikums Zunge abgewinnen angepaßt bitteren entspricht erlesenen faden feinen gehobenen guten herrschenden individuellen literarischen persönlichen schalen schlechten süßen verderben würzigen zeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschmack‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und sogar Frauen kommen plötzlich immer mehr auf den Geschmack.
Die Zeit, 23.08.2013, Nr. 34
Seit Monaten versucht er nun schon, die widerspenstige österreichische Tochter nach seinem Geschmack umzubauen.
Die Welt, 09.12.2005
Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 124
Meine Mutter fing an, an ihrem Opfer Geschmack zu finden.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 35
Geschmack hat, noch dazu, wenn er schlecht ist, mit Überzeugung nichts zu tun.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2457
Zitationshilfe
„Geschmack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschmack>, abgerufen am 20.11.2017.

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