Geschrei, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geschrei(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-schrei
Grundformschreien
Wortbildung mit ›Geschrei‹ als Letztglied: ↗Angstgeschrei · ↗Beifallsgeschrei · ↗Feldgeschrei · ↗Freudengeschrei · ↗Hurrageschrei · ↗Indianergeschrei · ↗Jammergeschrei · ↗Jubelgeschrei · ↗Kampfgeschrei · ↗Kindergeschrei · ↗Klagegeschrei · ↗Kriegsgeschrei · ↗Siegesgeschrei · ↗Triumphgeschrei · ↗Vogelgeschrei · ↗Wehgeschrei · ↗Zetergeschrei
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Schreien
Beispiele:
ein Geschrei anheben, ausstoßen
in (ein) Geschrei ausbrechen
ein lautes, jämmerliches, klägliches Geschrei erheben
die Luft war von Geschrei erfüllt
sich durch Geschrei bemerkbar machen
es ging nicht ohne Geschrei ab
mit wildem, wüstem, gellendem Geschrei losstürmen
jmdn. mit jubelndem Geschrei begrüßen
hör mit dem hysterischen Geschrei auf!
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen / Und man fragt: Was ist das für ein Geschrei? [BrechtSeeräuber-Jenny]
Er hörte weder das Klatschen des Wassers noch das Geschrei der Möwen und Strandvögel [StormSchimmelr.7,155]
umgangssprachlich, bildlich Aufsehen, Lärm
Beispiele:
viel, ein großes Geschrei um jede Kleinigkeit machen
sprichwörtlich viel Geschrei und wenig Wolle (= viel Lärm um nichts)
2.
landschaftlich Gerede, Klatsch
Beispiele:
in das Geschrei der Leute kommen
jmdn. ins Geschrei bringen
daß die Christina ... im Geschrei sei, daß sie mit einem Kinde gehe [H. KurzSonnenwirt221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreien · Schrei · Schreier · Marktschreier · marktschreierisch · Geschrei · Schreihals · verschreien
schreien Vb. ‘gellende Laute von sich geben, laut rufen, weinen’. Das stark flektierende Verb ahd. scrīan (9. Jh.), mhd. schrīen, schrīn ‘rufen, schreien, jammern’, asächs. skrīan, mnd. schrī(g)en, mnl. scrīen, afries. skrīa (germ. *skreian) sowie schwach flektierendes ahd. giscreiōn (um 1000), mhd. schrīen, schrīn, mnd. schreyen, mnl. screyen, nl. schreien sind verwandt mit mnl. scrēuwen, nl. schreeuwen, nd. schrēwen ‘schreien’, südnl. schremen, aengl. *scrǣman, mengl. shreame, engl. to scream ‘schreien, kreischen’. Vergleicht man ferner (ohne anlautendes s-) anord. hreimr ‘Lärm, Getöse’, hrīna, norw. rine ‘schreien, jammern’ (von Schweinen) und zieht bret. screo ‘kreischender Meervogel’, air. scret ‘Schrei’, lett. (älter) krina ‘Sau’ heran, so läßt sich ie. *(s)krei- ansetzen als eine Erweiterung der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr-, Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne (s. ↗Harke, ↗Rabe, ↗Rachen, ↗Reiher). Schrei m. ‘einmaliger gellender, durchdringender (menschlicher) Laut’, ahd. screi (9. Jh.), mhd. schrei, schrē ‘Ruf, Schrei, Geschrei, Gerücht’. Schreier m. ‘wer schreit’, mhd. schrīære, schrīer ‘Schreier, Ausrufer, Herold’. Marktschreier m. ‘wer auf Märkten laut seine Waren anpreist, fahrender Händler’ (17. Jh.); marktschreierisch Adj. (18. Jh.). Geschrei n. ‘lautes Schreien’, ahd. giscrei (11. Jh.), mhd. geschrei(e), geschrē ‘Geschrei, Ruf’. Schreihals m. ‘Schreier, Kind, das viel weint’ (16. Jh.). verschreien Vb. ‘in schlimmen Ruf bringen, verleumden’, eigentlich (bei der Mordklage) ‘öffentlich ausrufen, bekanntmachen’, dann auch ‘Übles, Böses über jmdn. öffentlich verbreiten’, mhd. verschrīen; stark und schwach flektierende Formen stehen bis ins 18. Jh. nebeneinander.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brüllerei · ↗Gebrüll · ↗Gegröl · ↗Gegröle · ↗Gelärm · ↗Gelärme · Geschrei · ↗Grölerei · Lärmerei · ↗Schreierei  ●  ↗Gejohl  ugs., abwertend · ↗Gejohle  ugs., abwertend · ↗Krakeel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gebrüll Gehupe Gejohle Gekreisch Gelächter Geschimpfe Getrampel Getöse Gezeter Lärm Möwe Weinen Wolle durchdringend erschallen ertönen fürchterlich gellend hallen heiser hysterisch infernalisch laut markerschütternd ohrenbetäubend schrill verstummen vielstimmig wüst übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschrei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von draußen drang das Geschrei der tobenden Kinder ins muffige Klassenzimmer.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 48
Die Werbung war hanseatisch zurückhaltend und verzichtete völlig auf großes Geschrei.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 393
Mit keiner Waffe sind je in der Weltgeschichte zahlreichere und triumphalere Siege erfochten worden, als mit dem Geschrei des Kindes.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 301
Auf dem Hof schlug das Spielen in ein wütendes Geschrei um.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 114
Das wütende Geschrei aus dem Knäuel waren Rufe der Abwehr und der Drohung.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 210
Zitationshilfe
„Geschrei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschrei>, abgerufen am 20.02.2019.

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