Geschwätz, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geschwätzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-schwätz
Grundformschwatzen
Wortbildung mit ›Geschwätz‹ als Letztglied: ↗Altweibergeschwätz · ↗Greisengeschwätz · ↗Kindergeschwätz
 ·  mit ›Geschwätz‹ als Grundform: ↗geschwätzig
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend
1.
unnützes, belangloses Reden
Beispiele:
etw. für dummes Geschwätz halten
das ist nichts als fruchtloses, sinnloses, leeres, seichtes, müßiges, sentimentales, allgemeines Geschwätz
auf jmds. Geschwätz nicht achten
etw. als Geschwätz abtun
nimm sein Geschwätz nicht so wichtig!
genug des (unnützen) Geschwätzes!
daß du mich ... durch Geschwätz über Freiheit nicht mehr täuschen kannst [NossackSpirale72]
Es macht ihn [den Menschen] ein Geschwätz nicht satt / Das schafft kein Essen her [BrechtEinheitsfrontl.]
2.
Klatsch
Beispiele:
Furcht vor dem Geschwätz der Leute haben
er ist gleichgültig gegen das Geschwätz der Leute
sie scheut das bösartige Geschwätz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwatzen · Geschwätz · Schwatz · Schwätzer · schwatzhaft
schwatzen Vb. ‘wortreich und belanglos reden’, frühnhd. swetzen, schwätzen, schwetzen, schwatzen (15. Jh.), in der Literatursprache (seit 18. Jh.) vorwiegend schwatzen, während umgelautetes schwätzen im Südd. vorherrscht; wohl Intensivbildung (vielleicht unter Einfluß von frühnhd. smetzen ‘schwatzen, verleumden’) zu lautmalendem mhd. swateren ‘rauschen, klappern’, nhd. (landschaftlich) schwadern ‘plätschern’, auch ‘schnattern, schwatzen, schlemmen, prassen’. Geschwätz n. ‘dummes, belangloses Gerede’, mhd. geswetze, Kollektivbildung zu mhd. swaz, nhd. Schwatz m. ‘Plauderei’. Schwätzer m. (15. Jh.). schwatzhaft Adj. ‘redselig’ (18. Jh.), frühnhd. schwetzhafftig (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schein-Tiefsinn · leere Worte · leeres Gerede  ●  ↗Blabla  ugs. · Geblubber  ugs. · ↗Gefasel  ugs. · ↗Gelaber  ugs. · ↗Gemunkel  ugs. · ↗Geplänkel  ugs. · ↗Gerede  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Geschwalle  ugs. · Geschwurbel  ugs. · Geschwätz  ugs., Hauptform · ↗Geseire  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · Luftblasen  ugs., fig. · ↗Schmus  ugs. · ↗Sermon  ugs. · dummes Zeug  ugs. · hohle Phrasen  ugs. · warme Worte  ugs., ironisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerede · leeres Gerede · unnützes Gerede  ●  ↗Gebrabbel  ugs. · ↗Gelaber  ugs. · ↗Gemunkel  ugs. · Geschwätz  ugs. · Geseiche  ugs. · ↗Geseiere  ugs. · ↗Gesäusel  geh., abwertend · ↗Gesülze  ugs. · dummes Gequatsche  ugs.
Assoziationen
  • Schein-Tiefsinn · leere Worte · leeres Gerede  ●  ↗Blabla  ugs. · Geblubber  ugs. · ↗Gefasel  ugs. · ↗Gelaber  ugs. · ↗Gemunkel  ugs. · ↗Geplänkel  ugs. · ↗Gerede  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Geschwalle  ugs. · Geschwurbel  ugs. · Geschwätz  ugs., Hauptform · ↗Geseire  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · Luftblasen  ugs., fig. · ↗Schmus  ugs. · ↗Sermon  ugs. · dummes Zeug  ugs. · hohle Phrasen  ugs. · warme Worte  ugs., ironisch
Synonymgruppe
Geraune · ↗Gerede · ↗Getuschel · Hörensagen-Informationen · Informationen aus zweiter / dritter ... Hand · Klatsch und Tratsch · was die Leute sagen  ●  ↗Gemunkel  ugs. · Geschwätz  ugs. · Geschwätz der Leute  ugs. · ↗Getratsche  ugs. · ↗Gewäsch  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kanzlerkandidatur Klatsch Unzeit abtun albern allgegenwärtig banal belanglos dumm dümmlich eitel endlos folgenlos haltlos hochtrabend hohl inhaltlos leer leichtfertig müßig neoliberal nutzlos postmodern saudumm scheren seicht töricht unnütz unverantwortlich verantwortungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschwätz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wahrscheinlich handelt er nach dem Motto, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2003
Manchmal kannst du einen wirklich wahnsinnig machen mit deinem Geschwätz.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 311
Ich muß wahnsinnig gewesen sein, mir dein törichtes Geschwätz überhaupt anzuhören.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 100
Sie alle befreien uns von dem unerträglichen Geschwätz über die mündig gewordenen Christen.
Die Zeit, 23.08.1968, Nr. 34
Meine Worte gingen im allgemeinen Geschwätz, das wieder entfesselt war, verloren.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1525
Zitationshilfe
„Geschwätz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschwätz>, abgerufen am 23.02.2019.

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