Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gesinde, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gesindes · Nominativ Plural: Gesinde
Aussprache 
Worttrennung Ge-sin-de (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Gesinde‹ als Erstglied: Gesindebrot · Gesindehaus · Gesindekammer · Gesindeordnung · Gesindestube
 ·  mit ›Gesinde‹ als Letztglied: Hofgesinde
eWDG

Bedeutung

veraltet Gesamtheit der Lohnarbeiter, die auf einem Gutshof beschäftigt sind
Beispiele:
dem Gesinde Anweisungen erteilen
streng gegen das Gesinde sein
Früher da bekam das Gesinde Geld überhaupt nicht zu sehen [ PolenzBüttnerbauer1,277]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gesinde · Gesindel
Gesinde n. ‘Gefolgs-, Kriegsleute, Hausdienstleute, Knechte und Mägde eines Bauern-, Gutshofes’, ahd. gisindi (9. Jh.), asächs. gisīði, mhd. mnd. gesinde, (mit Assimilation) gesinne ‘Begleitung, (Kriegs)gefolge, Dienerschaft’ (germ. *ga-sinþja-) sind Kollektivbildungen zu stark flektiertem ahd. gisind (9. Jh.), mhd. gesint, asächs. gisīð, aengl. gesīþ (germ. *ga-sinþa-) und schwach flektiertem ahd. gisindo (9. Jh.), mhd. gesinde, aengl. gesīþa, got. gasinþa, anord. sinni ‘Gefährte, Weggenosse, Gefolgs-, Dienstmann, Hausgenosse’ (germ. *ga-sinþan-). Die Personenbezeichnung ist ein Präfixkompositum zu ahd. sind ‘Weg, Richtung, Seite’, mhd. sint, auch ‘Reise, Fahrt’, asächs. sīð, aengl. sīþ ‘Weg, Gang, Reise’, anord. sinn ‘Gang, Fahrt’, got. sinþs ‘Gang’ (germ. *sinþa-) und meint ursprünglich den, ‘der den Weg, die Reise gemeinsam mit (einem) anderen macht’, das Kollektivum Gesinde dagegen die ‘Gesamtheit der Begleiter, Gefährten auf dem gemeinsamen Weg, auf der Reise’. Zur Bildungsweise s. Bauer3, Genosse, Geselle, Gefährte; zur Etymologie des Grundworts s. senden. Dazu die Deminutivbildung Gesindel n. ‘kleines Gefolge’, mhd. gesindelīn, dann ‘Hausleute, kleine Dienerschaft’, vor allem jedoch pejorativ ‘heruntergekommenes, sich herumtreibendes Volk, Pack’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Gesinde · (das) Personal · (die) Diener · (die) Dienstboten · Dienerschaft · Hausangestellte
Synonymgruppe
(die) Knechte und Mägde  ●  (das) Gesinde  Landwirtschaft

Typische Verbindungen zu ›Gesinde‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gesinde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gesinde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sobald sie sexuell nicht mehr reizte, kam das Gesinde dran. [Die Zeit, 20.09.1974, Nr. 39]
Und erst recht ist das Gesinde für Kant eine Art Zubehör des Hauses. [Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004]
Als alles vorbei war, verabschiedeten sie sich traurig vom Gesinde. [Der Tagesspiegel, 10.11.2004]
Man hörte das Gesinde auf dem Hof zusammenlaufen und durchs Tor verschwinden. [Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 351]
Wenn das Gesinde irgendwo sichtbar wurde, schien es so seltsam verstört. [Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 354]
Zitationshilfe
„Gesinde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gesinde>.

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