Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gespött, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gespött(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-spött
formal verwandt mitspotten

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Spott, Hohn
  2. 2. Gegenstand des Spottes
eWDG

Bedeutungen

1.
Spott, Hohn
Beispiele:
mit jmdm. sein Gespött treiben
jmdn. dem Gespött preisgeben
das Gespött der Leute fürchten
ich kann sein Gespött nicht ertragen
2.
Gegenstand des Spottes
Beispiele:
zum Gespött (der Leute, Welt) werden
jmdn., sich zum Gespött machen
jmds. Gespött sein
jmdm. zum Gespött dienen
O Deutschland, bleiche Mutter! / Wie haben deine Söhne dich zugerichtet, / Daß du unter den Völkern sitzest / Ein Gespött oder eine Furcht! [ BrechtGedichte256]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spott · spotten · spötteln · Spötter · spöttisch · spottbillig · Gespött
Spott m. ‘empfindlich treffender Scherz, Hohn’, ahd. (8. Jh.), mhd. spot, auch ‘Zweifel, Sünde’, asächs. spott, mnd. mnl. nl. spot, afries. spott, anord. spottr m., spott n. (germ. *spuþþa-) und das abgeleitete, expressive Konsonantendoppelung aufweisende spotten Vb. ‘sich über jmdn., etw. lustig machen, verhöhnen’, ahd. spottōn (10. Jh.; bispottōn, 9. Jh.), mhd. spot(t)en, mnd. mnl. nl. spotten, anord. spotta ‘verhöhnen’, schwed. spotta ‘speien, spucken’ lassen sich mit ahd. spīwizzōn (Hs. 12. Jh.), mhd. spiutzen, spūtzen ‘speien’, mnl. spoiten, nl. spuiten ‘(Wasser) speien, spritzen’, anord. spȳta ‘spucken’ als Intensivbildungen (s. auch spucken) zu dem unter speien (s. d.) behandelten Verb stellen. Die Herkunft ist freilich ungewiß, doch könnte die Bedeutung von ‘jmdn. anspucken als Zeichen der Verachtung’ ausgegangen sein. – spötteln Vb. ‘leicht spotten’, Iterativbildung zum Verb (16. Jh.). Spötter m. ‘wer spottet’, ahd. spottāri ‘gewerbsmäßiger Spaßmacher’ (Hs. 12. Jh.), mhd. spottære, spotter, auch (mit Umlaut seit 13. Jh.) spötter. spöttisch Adj. ‘voller Spott, höhnisch’ (16. Jh.); vgl. mhd. spottec, spottic und spöttischen Adv. spottbillig Adj. ‘sehr, außerordentlich preiswert’ (18. Jh.); vgl. spottwohlfeil (17. Jh.) sowie Spottgeld ‘lächerlich geringer (eigentlich den Spott herausfordernder) gebotener Betrag für etw.’ (17. Jh.), dann ‘äußerst niedriger Preis’, ferner um ein Spott (‘ganz billig’) geben (16. Jh.). Gespött n. ‘Verspottung’, mhd. gespötte, Kollektivbildung zu Spott.

Typische Verbindungen zu ›Gespött‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gespött‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gespött‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Renommierte Unternehmen machen sich mit ihren schwachsinnigen Angeboten öffentlich zum Gespött. [C’t, 2000, Nr. 23]
Wenn man ein regelrecht zustandegekommenes Gesetz nicht durchführen würde, so hieße das, das Parlament zum Gespött zu machen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1951]]
Sein neuer Titel werde ihm für den Rest seines Lebens viel Gespött einbringen, prophezeite der Schauspieler im vorigen Monat. [Die Zeit, 15.12.2010 (online)]
Mit linkischen Manieren machte er sich zum Gespött, und als sie ihn tanzen sah, brach die Erste Dame des Landes in Lachen aus. [Die Zeit, 06.12.2010, Nr. 49]
Wer den Schaden hat, braucht ums Gespött nicht zu sorgen. [Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17221]
Zitationshilfe
„Gespött“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gesp%C3%B6tt>.

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