Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gespenst, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gespenst(e)s · Nominativ Plural: Gespenster
Aussprache  [gəˈʃpɛnst]
Worttrennung Ge-spenst
Wortbildung  mit ›Gespenst‹ als Erstglied: Gespensterdebatte · Gespensterfurcht · Gespenstergeschichte · Gespensterglaube · Gespensterglauben · Gespensterroman · Gespensterschiff · Gespensterstunde · Gespenstschrecke · gespensterhaft · gespenstig
 ·  mit ›Gespenst‹ als Letztglied: Burggespenst · Hungergespenst

Bedeutungsübersicht+

  1. Spukgestalt, Geist
    1. [bildlich] ...
    2. [gehoben, übertragen] drohende Gefahr
eWDG

Bedeutung

Spukgestalt, Geist
Beispiele:
in dem alten Schloss geht ein Gespenst um
der Tote soll ihm als Gespenst erschienen sein
Angst, Furcht vor Gespenstern haben
nicht an Gespenster glauben
die Zeit, Stunde der Gespenster (= Zeit zwischen 24 Uhr und 1 Uhr)
er sah mich an, als wäre ich ein Gespenst
er sieht aus wie ein Gespenst (= blass und hohlwangig)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichdu siehst ja Gespenster (= machst dir unnötige Sorgen)
gehoben, übertragen drohende Gefahr
Beispiel:
das Gespenst des Hungers, der Armut, Arbeitslosigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gespenst · gespenstern · gespenstig · gespenstisch
Gespenst n. ‘Spukgestalt, Geist’, ahd. gispensti n. ‘Anlockung, Verführung, Eingebung’ (9. Jh.), mhd. gespanst, gespenst f., gespenste n., asächs. gispensti n., mnd. gespens(t) stehen wie ahd. spanst f. (9. Jh.), mhd. spenst f. n. ‘Verlockung, Verführung’ als Verbalabstrakta zu dem unter spannen (s. d.) angeführten, im Nhd. ausgestorbenen starken Verb ahd. spanan, mhd. spanen ‘locken, reizen’, asächs. aengl. spanan (s. auch abspenstig, widerspenstig). Gespenst ist daher eigentlich das, ‘was jmdn. wegzieht, weglockt’, ein ‘(teuflisches) Trugbild’. – gespenstern Vb. ‘wie ein Gespenst umhergehen, spuken’ (19. Jh.). gespenstig Adj. ‘gespenstähnlich, unheimlich’ (19. Jh.), ahd. spenstīg ‘lockend, verführerisch’ (um 1000), mhd. gespenstec ‘verführerisch, zauberisch’; auch gespenstisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(unheimliches o.ä.) Wesen · Geist · Gespenst · Phantom · Schemen · Spirit · Spuk · Spukgestalt  ●  Manen  ugs., Plural
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gespenst‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gespenst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gespenst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Draußen ein Nebel, daß schon die Bäume im Hof aussahen wie Gespenster. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 61]
Dieses Gespenst, der sogenannte Leser, hatte nicht mehr die geringste Kontrolle. [Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 211]
Die Geschichte ist dabei überhaupt nicht gruselig, dazu sind die Gespenster viel zu nett. [C’t, 1996, Nr. 11]
Zuletzt vertrieb Kohl sogar die Gespenster, die er selbst gerufen hatte. [Die Zeit, 01.10.1998, Nr. 41]
Hier auf dem See waren sie frei, ohne das Gespenst. [Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 268]
Zitationshilfe
„Gespenst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gespenst>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gespanschaft
Gespanntheit
Gespann
Gespan
Gespaltenheit
Gespensterdebatte
Gespensterfurcht
Gespenstergeschichte
Gespensterglaube
Gespensterglauben