Gestade, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gestades · Nominativ Plural: Gestade
Aussprache
WorttrennungGe-sta-de
Wortbildung mit ›Gestade‹ als Letztglied: ↗Felsengestade · ↗Felsgestade · ↗Meeresgestade · ↗Meergestade · ↗Seegestade
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Ufer, Küste
Beispiele:
der Abstand zwischen Schiff und Gestade wurde größer
an den Gestaden des Mittelmeeres
ferne, einsame Gestade aufsuchen
Es lächelt der See, er ladet zum Bade, / Der Knabe schlief ein am grünen Gestade [SchillerTellI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gestade · Staden
Gestade n. ‘Meeresufer, Küste, Strand’, mhd. gestat (Genitiv gestades) ist eine Kollektivbildung zu ahd. stad m. (8. Jh.), stado m. n. (Hs. 12. Jh.), mhd. stat (Genitiv stades) m. n., stade m., nhd. Staden m. (15. Jh.), asächs. stað m., mnd. stāde n., aengl. stæþ n., got. staþs m. (oder staþ n.) ‘Ufer, Gestade’ (germ. *stada- n.). Verwandt sind (mit anderer Stammbildung) anord. stǫð ‘Stand, Stelle, Landeplatz’, lat. status ‘das Stehen, Stellung, Stand’, statuere ‘hin-, aufstellen’, lit. statùs ‘gerade, direkt, schroff, unhöflich, steil, abschüssig’. Sie führen als Bildungen mit Dentalsuffix auf die Wurzel ie. *stā- und gehören damit zu der unter ↗stehen (s. d.) behandelten Wortfamilie. Gestade bezeichnet im Gegensatz zum Wasser das ‘Feststehende, das Festland’, wird jedoch von dem sich vom Nd. her ausbreitenden Ufer in die poetische Sprache abgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Küste · ↗Strand · ↗Ufer  ●  Gestade  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bodensee Genfer Gewässer Meer Mittelmeer Nordsee Ostsee Ozean Pazifik See Starnberger branden exotisch felsig fern fremd heimatlich heimisch idyllisch karibisch lieblich lächelnd mediterran nördlich schwappen sonnig spülen stranden südlich östlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gestade‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Nähe von Kiel steht sein Haus, kaum zehn Meter von den Gestaden des Meeres entfernt.
Die Welt, 07.06.2004
An den Gestaden des Schwarzen Meeres wehte der Wind der Französischen Revolution.
Die Zeit, 12.08.1994, Nr. 33
Ein Schiff fuhr mich zurück zu den Gestaden meiner Stadt.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 120
Man gewöhnt sich leicht an den Bodensee und fühlt sich wie an heimatlichen Gestaden.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4880
So leuchtete mir also wieder ein Gestade, an dem meine Hoffnung Anker werfen konnte.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 666
Zitationshilfe
„Gestade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gestade>, abgerufen am 13.12.2019.

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