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Gestade, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gestades · Nominativ Plural: Gestade
Aussprache 
Worttrennung Ge-sta-de
Wortbildung  mit ›Gestade‹ als Letztglied: Felsengestade · Felsgestade · Meeresgestade · Meergestade · Seegestade
eWDG

Bedeutung

gehoben Ufer, Küste
Beispiele:
der Abstand zwischen Schiff und Gestade wurde größer
an den Gestaden des Mittelmeeres
ferne, einsame Gestade aufsuchen
Es lächelt der See, er ladet zum Bade, / Der Knabe schlief ein am grünen Gestade [ SchillerTellI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gestade · Staden
Gestade n. ‘Meeresufer, Küste, Strand’, mhd. gestat (Genitiv gestades) ist eine Kollektivbildung zu ahd. stad m. (8. Jh.), stado m. n. (Hs. 12. Jh.), mhd. stat (Genitiv stades) m. n., stade m., nhd. Staden m. (15. Jh.), asächs. stað m., mnd. stāde n., aengl. stæþ n., got. staþs m. (oder staþ n.) ‘Ufer, Gestade’ (germ. *stada- n.). Verwandt sind (mit anderer Stammbildung) anord. stǫð ‘Stand, Stelle, Landeplatz’, lat. status ‘das Stehen, Stellung, Stand’, statuere ‘hin-, aufstellen’, lit. statùs ‘gerade, direkt, schroff, unhöflich, steil, abschüssig’. Sie führen als Bildungen mit Dentalsuffix auf die Wurzel ie. *stā- und gehören damit zu der unter stehen (s. d.) behandelten Wortfamilie. Gestade bezeichnet im Gegensatz zum Wasser das ‘Feststehende, das Festland’, wird jedoch von dem sich vom Nd. her ausbreitenden Ufer in die poetische Sprache abgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Küste · Strand · Ufer  ●  Gestade  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gestade‹ (berechnet)

Bodensee Elbe Genfersee Insel Isar Luganersee Meer Mittelmeer Neuenburgersee Ocean Ostsee Ozean See Vierwaldstättersees Zuerichsee Zürichsee erreichen fern ferne fremd heimisch lieblich sonnig südlich östlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gestade‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gestade‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An den Gestaden des Schwarzen Meeres wehte der Wind der Französischen Revolution. [Die Zeit, 12.08.1994, Nr. 33]
In der Nähe von Kiel steht sein Haus, kaum zehn Meter von den Gestaden des Meeres entfernt. [Die Welt, 07.06.2004]
Tausende wird es wieder an die Gestade der Elbe ziehen. [Die Welt, 22.04.2004]
Der spröde Begriff "Kern" bezeichnet das Drängen zu äußersten Gestaden der Forschung. [Der Tagesspiegel, 12.05.2000]
Die totale Animation ist gewiß nicht wünschenswert, aber ein paar neue, wetterunabhängige Ideen wären nützlich an unseren meerumschlungenen Gestaden. [Die Zeit, 07.09.1979, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Gestade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gestade>.

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