Gestank, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gestank(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-stank
Grundformstinken
Wortbildung mit ›Gestank‹ als Letztglied: ↗Aasgestank · ↗Modergestank · ↗Schwefelgestank
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend schlechter Geruch
Beispiele:
ein übler, abscheulicher, fauliger, durchdringender Gestank
der Gestank / Des faulenden Gefrierfleischs wurde unerträglich für unsere / Angegriffenen Nerven [BrechtGedichte146]
bildlich
Beispiel:
Mit vierundzwanzig Jahren verbreitete er bereits einen solchen Gestank von Langerweile, daß jedermann erschrocken seine Nähe floh [Bergengr.Rittmeisterin339]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gestank m. ‘übler Geruch’. Die bereits pejorative Bedeutung aufweisende Präfixbildung mhd. gestanc steht ablautend wie ahd. (8. Jh.), mhd. stanc ‘Wohlgeruch, Gestank’, asächs. mnd. stank, aengl. stenc zu dem unter ↗stinken (s. d.) behandelten Verb. Während das unpräfigierte Verbalabstraktum in älterer Zeit jede Art von ‘Geruch’ (also auch ‘Wohlgeruch, Duft’) bezeichnen kann, stehen nhd. Stank, nl. stank, engl. stench lediglich im Sinne von ‘schlechter Geruch’; doch gilt Stank im Hd. seit dem 18. Jh. als veraltet (Adelung).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausdünstung · ↗Geruchsbelästigung · Geruchsbildung · Gestank · schlechte Luft · schlechter Geruch · strenger Geruch · übler Geruch  ●  ↗Mief  ugs.
Assoziationen
  • (die) Luft verpesten · (einen) pestilenzartigen Geruch verströmen · (einen) strengen Geruch verbreiten · bestialisch stinken · fürchterlich stinken · schlecht riechen · streng riechen · unangenehm riechen · zum Himmel stinken · übel riechen  ●  ↗stinken  Hauptform · aus allen Knopflöchern stinken  ugs., fig. · stinken wie die Pest (Verstärkung)  ugs.
  • Muff · verbrauchte Luft  ●  ↗Mief  ugs.
  • dumpfig · ↗miefig · nicht ausreichend belüftet · ↗stickig · unbelüftet · ↗ungelüftet · ↗vermieft  ●  (eine) Luft zum Schneiden  ugs., fig.
  • Gülle · ↗Jauche  ●  Bschütti  ugs., alemannisch · ↗Flüssigmist  fachspr. · Odl  ugs., bair. · ↗Puddel  ugs., hessisch · Schwemmmist  fachspr. · ↗Sudel  ugs., regional
  • Skunk  fachspr. · ↗Stinktier  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dreck Exkrement Fäkalien Kloake Kot Krach Lärm Qualm Rauch Schmutz Tierkadaver Ungeziefer Urin Verwesung Wohlgeruch beißend bestialisch ekelerregend ekelhaft entgegenschlagen faulig fürchterlich infernalisch penetrant pestilenzartig süßlich unerträglich verpesten widerlich ätzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gestank‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Gestank von altem Dünger erfüllte stickig das ganze Land.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 140
Hier ist die frische Meeresluft mit dem Gestank von Abfällen vermischt.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 315
Schließlich muss man ja effektiv zusammenarbeiten, und da wirkt sich quälender Gestank störend aus.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2003
Ihr faulen die Zähne weg, und diesen Gestank hält keiner aus.
Der Tagesspiegel, 02.05.2001
Doch nicht nur der Gestank macht den Nachbarn zu schaffen.
Die Welt, 18.05.1999
Zitationshilfe
„Gestank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gestank>, abgerufen am 17.10.2019.

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