Geste, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geste · Nominativ Plural: Gesten
Aussprache
WorttrennungGes-te
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Geste‹ als Erstglied: ↗Gestensprache · ↗gestenreich
 ·  mit ›Geste‹ als Letztglied: ↗Demutsgeste · ↗Drohgeste · ↗Fingergeste · ↗Machogeste · ↗Unterwerfungsgeste · ↗Wischgeste
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
unwillkürliche oder beabsichtigte Bewegung der Hände oder Arme, die die Rede begleitet oder sie auch ersetzt
Beispiele:
seine Worte durch heftige Gesten unterstreichen, mit ausholenden, großen Gesten begleiten
er sprach, redete mit lebhaften, pathetischen, beschwörenden, sparsamen, einfachen Gesten
eine abwehrende, beruhigende, zustimmende, unwillige, hilflose, fahrige Geste machen
jmdn. mit beredten Gesten ins Haus bitten
mit einer einladenden Geste auf etw. deuten
2.
übertragen Handlung, Zeichen
Beispiele:
dieses Entgegenkommen erschien uns als freundliche Geste
das war nur eine (höfliche, leere) Geste von ihm
wenn der Brief ... etwa noch eine besonders huldvolle Geste des Königs enthielte: seine Ernennung zum Major [ZuchardtSpießrutenlauf20]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geste · gestikulieren · Gestikulation · Gestik
Geste f. ‘Gebärde, Körperbewegung beim Sprechen’ wird im 15. Jh. in der Wendung gesten machen ‘ausdrucksvolle Körperbewegungen machen’ (von Gauklern und Spaßmachern) aus lat. gestus ‘Bewegung der Hände, Gebärde der Schauspieler oder Redner’, zu lat. gerere (gestum) ‘tragen, (aus)führen’, (reflexiv) ‘sich verhalten’, ins Dt. entlehnt. Daneben begegnet vielfach die lat. Form Gestus (auch mit lat. Flexion); erst im 18. Jh. wird der Plur. Gesten, dann auch der Sing. Geste üblich. gestikulieren Vb. ‘durch Gesten, Gebärden ausdrücken, mit den Händen herumfuchteln’, im 17. Jh. aus gleichbed. lat. gesticulārī entlehnt, einer Ableitung von allerdings erst später bezeugtem gesticulus ‘pantomimische Bewegung’, dem Deminutivum von lat. gestus (s. ↗Geste). Gestikulation f. ‘Gebärdenspiel’ (18. Jh.), lat. gesticulātio (Genitiv gesticulātiōnis). Gestik f. ‘Zusammenspiel der Gebärden’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fingerzeig · ↗Gebärde · Geste · ↗Handbewegung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Deutscher Gruß · ↗Hitlergruß · ↗Nazigruß
  • Merkel-Dach · Merkel-Raute · Raute der Macht  ●  Merkelizer  selten
Synonymgruppe
Geste · ↗Wink · ↗Zeichen
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mimik Posen Solidarität Versöhnung Willens ausholenden ausladenden demonstrative dramatische einladende expressiven fahrigen freundliche freundschaftliche große großzügige heroische hilflose humanitäre kleine nette noble obszönen pathetische sparsamen spontane symbolische theatralische versöhnliche zärtliche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geste‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der flachen Hand machte er lakonisch eine halsabschneiderische Geste.
Die Zeit, 30.07.2012, Nr. 31
Dies ist auch keine entschuldigende Geste von den Deutschen an die Juden.
Die Welt, 11.05.2005
Von den Polen komme in dieser Frage keine positive Geste.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 327
Mit einer raschen übermütigen Geste stülpt sie sich das freche Ding über die Haare.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 616
Vielleicht gelingt es mir doch noch, irgendeine kleine Geste von ihr zu schildern, an der man sie erkennen kann.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 25
Zitationshilfe
„Geste“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geste>, abgerufen am 20.04.2018.

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