Getöse, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Getöses · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Getös · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Getöses · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungGe-tö-se ● Ge-tös
Wortbildung mit ›Getöse‹ als Letztglied: ↗Beifallsgetös · ↗Beifallsgetöse · ↗Donnergetöse · ↗Kampfgetöse · ↗Kriegsgetöse · ↗Schlachtgetöse · ↗Waffengetös · ↗Waffengetöse · ↗Wahlkampfgetöse
eWDG, 1967

Bedeutung

das (fortwährende) Tosen, der große Lärm
Beispiele:
das Getöse des Unwetters, Sturmes, Meeres, Wasserfalles, der Brandung, Waffen
das Motorrad fuhr mit großem Getöse los
die Ruine brach mit furchtbarem Getöse zusammen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Getöse n. ‘anhaltender Lärm, Krach’, mhd. gedœʒe ‘Geräusch, Lärm, Wasserfall’ (13. Jh.) ist eine Kollektivbildung zu ahd. thōʒ (um 1000), mhd. dōʒ ‘Schall, Geräusch’, Verbalabstraktum zu ahd. thioʒan ‘tosen (vom Wasser), hervorströmen’ (10. Jh.; vgl. gi-, irthioʒan, 9. Jh.), mhd. dieʒen ‘laut schallen, rauschen, sich erheben, aufschwellen’, aengl. þēotan ‘heulen (vom Wolf), rauschen (vom Wasser), hervorbrechen’ (dazu geþēot ‘Geheul’), anord. þjōta ‘heulen, rauschen’, schwed. tjuta ‘heulen’, das mit anord. þytr ‘Lärm, Geheul’, got. þuthaúrn ‘Trompete’, den unter ↗tuten (s. d.) behandelten Verben sowie griech. tytṓ (τυτώ) ‘Nachteule’, lat. tutubāre ‘schreien’ (von der Eule), lit. tūtúoti ‘tuten, blasen’, tūtà ‘Rohrpfeife, Schalmei, Trompete’ und (bei abweichendem Dental) aind. thuthukṛt (Vogelname) auf eine in Vogelrufen und anderen Schalleindrücken bezeugte onomatopoetische Form ie. *tū̌ bzw. ihre Reduplikation ie. *tū̌tū̌ zurückzuführen ist. Im Nhd. wird das mhd. Kollektivum vielfach mit Getose vermischt, diesem lautlich angeglichen (seit 16. Jh.), so daß Getöse und Getose gleichermaßen als zu ↗tosen (s. d.) gehörig empfunden werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedröhn · ↗Gedröhne · Getöse · ↗Krach  ●  ↗Lärm  Hauptform · Gerumse  ugs. · ↗Rabatz  ugs. · ↗Radau  ugs. · ↗Trara  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brandung Donner Dröhnen Geschrei Gestank Getümmel Pomp anschwellen betäubend donnernd dumpf gewaltig hohl infernalisch laut losbrechen martialisch medial ohrenbetäubend propagandistisch publizistisch rattern rhetorisch schrill unbeschreiblich ungeheuer untergehen widerhallen zusammenkrachen übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Getöse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und eigentlich, ohne großes Getöse, war da schon alles klar.
Der Tagesspiegel, 19.01.2003
Der Kampf gegen dieses unnütze Getöse leerer Phrasen ist ebenso alt wie anscheinend vergeblich.
Die Zeit, 04.03.1983, Nr. 10
Im Kopf wie im Zimmer ging das Getöse auf andere Art weiter.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 53
Man konnte doch nicht mit all dem Getöse im Blut wieder ruhig ins Büro zurück.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 326
Doch kaum ist der Stein beseitigt, da erhebt sich im Brunnen ein Getöse.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 144
Zitationshilfe
„Getöse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Getöse>, abgerufen am 19.10.2019.

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