Getue, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Getues · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-tue
Grundform tun
Wortbildung  mit ›Getue‹ als Letztglied: Großgetue
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Gehabe
Beispiele:
ein albernes, dummes, lächerliches, widerliches, vornehmes Getue
ich hasse alles Getue!
ich habe das Getue satt
Schluss mit dem Getue!
großes Aufheben und Getue von etw. machen
es war alles nur Getue
so sehr ihn auch das neckische Getue und diese kichernde Scherzhaftigkeit erbitterten [ BrochEsch48]
sinnloses Herumwirtschaften, Hin- und Herlaufen
Beispiel:
es gab ein langes Getue, bis ein jeder den passenden Platz gefunden hatte [ BecherAbschied4,8]

Thesaurus

Synonymgruppe
Allüren · Angabe · Gehabe · Getue · Geziere · Ziererei  ●  Affektiertheit  geh. · Affigkeit  ugs. · Faxen  ugs. · Gedöns  ugs. · Gekünsteltheit  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(großes) Getöse · (großes) Tamtam · Aufhebens · Aufregung · Aufsehen · Federlesen(s) · Gesums · Getue · Gewese · Hype · Schaumschlägerei · Theaterdonner · Wirbel · viel Lärm um nichts  ●  (einen) ganz großen Bahnhof (machen)  fig. · Aufruhr  fig. · Hysterie  fig. · (großes) Trara  ugs. · (übertrieben viel) Tamtam (um etwas)  ugs., salopp, Hauptform · Aufgeregtheit  geh. · Aufriss  ugs. · Bohei  ugs. · Buhei  ugs. · Furore (machen)  geh. · Gehabe  ugs. · Gemach(e)  ugs. · Geschiss  derb · Getrommel  ugs. · Riesenbohei  ugs. · Rummel  ugs. · Sturm im Wasserglas  ugs. · Tebs  ugs., sehr selten · Theater  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Getue‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Getue‹.

Verwendungsbeispiele für ›Getue‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er empfindet Ekel vor dem bohemienhaften Getue, vor dem leeren Gerede.
Die Zeit, 27.11.1981, Nr. 49
Dieses scheinheilige Getue von Silkes Mutter war mir nämlich wirklich über.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 50
Nichts widerspricht dem Wesen wahrer Vornehmheit mehr als äußeres vornehmes »Getue«.
Gratiolet, K. [d.i. Struppe, Karin]: Schliff und vornehme Lebensart. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 33667
Sie lud ihn ein, zu bleiben, mit allerlei schamlosem Getue und abscheulichem Komödienspiel.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 130
Ich habe immer gern gelebt und bin dabei ohne großes Getue ausgekommen, habe gern einen guten Schluck genommen und dazu einen Fisch gegessen.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 145
Zitationshilfe
„Getue“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Getue>, abgerufen am 25.09.2021.

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