Gewöhnung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gewöhnung · Nominativ Plural: Gewöhnungen
Aussprache
WorttrennungGe-wöh-nung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gewöhnung‹ als Erstglied: ↗Gewöhnungsphase · ↗gewöhnungsbedürftig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Gewöhnen, Anpassen an etw.
Beispiele:
die Gewöhnung an eine neue Umgebung
ein langwieriger Prozess der Gewöhnung
die Gewöhnung des Körpers an ein Medikament, des Auges an die Dunkelheit
2.
veraltet Gewohnheit
Beispiel:
die Gewöhnung, mit den Besuchern beinahe nur über die in sein Fach gehörigen Dinge zu sprechen [HardenKöpfe98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewöhnen · Gewöhnung · abgewöhnen · angewöhnen
gewöhnen Vb. ‘vertraut machen’, reflexiv ‘vertraut werden’, ahd. giwennen ‘gewöhnen, säugen’ (um 900), mhd. gewenen ‘gewöhnen’, asächs. giwennian, mnd. gewennen, mnl. ghewennen, nl. gewennen, aengl. gewenian ‘an andere Nahrung als Muttermilch gewöhnen’ sind verstärkende Präfixbildungen zu den Simplexformen ahd. wennen (um 1000), mhd. wen(n)en, asächs. wennian, mnd. wen(n)en, aengl. wenian ‘gewöhnen’ (engl. to wean ‘an den Entzug der Muttermilch gewöhnen’), anord. venja ‘gewöhnen, zähmen’, schwed. vänja (germ. *(ga-)wanjan), die als Ableitungen von einem Adjektiv germ. *wana- ‘gewohnt’ (vgl. anord. vanr) mit ↗gewinnen, ↗gewohnt, ↗wohnen (s. d.) zu ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’ zu stellen sind. Im Dt. wird das durch Umlaut entstandene e zu ö gerundet. Gewöhnung f. (15. Jh.). abgewöhnen Vb. ‘von der Muttermilch entwöhnen’, spätmhd. abegewenen; ‘eine Gewohnheit ablegen’ (16. Jh.). angewöhnen Vb. ‘eine Gewohnheit annehmen’ (16. Jh.). S. auch ↗verwöhnen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abhärtung · Gewöhnung
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Gewöhnung · ↗Habituation · Habituierung · erlernte Verhaltensunterdrückung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstumpfung Akzeptanz Alkohol Anpassung Effekt Einübung Erziehung Gewalt Gift Gleichgültigkeit Phase Schmerz Sucht allmählich alltäglich bedürfen bloß dumpf eintreten erfordern gewiss jahrelang jahrzehntelang langsam lähmend rechtzeitig schleichend weichen zunehmend Übung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewöhnung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielmehr wirke sich eine gewisse Gewöhnung an das noch vor kurzem als neu empfundene Medium aus.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2002
Nur dann werden wir sie trotz Gewöhnung immer gerne tragen.
Die Zeit, 06.07.1984, Nr. 28
Schon bemerkte sie an sich mit Schrecken Zeichen der Gewöhnung an den einförmigen Ablauf ihrer Tage.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 0
Auch die Gewöhnung der Hühner an die menschlichen Siedlungen war ziemlich leicht.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 150
Großen Wert legte die Mutter auf die Gewöhnung ihrer Kinder an Ordnung.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 28951
Zitationshilfe
„Gewöhnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewöhnung>, abgerufen am 21.11.2019.

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