Gewölle, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewölles · Nominativ Plural: Gewölle
Aussprache
WorttrennungGe-wöl-le
eWDG, 1967

Bedeutung

Jägersprache im Magen von Raubvögeln gebildete Ballen von unverdaulichen Nahrungsresten, die ausgespien werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewölle n. von Greifvögeln und Eulen als unverdaulich ‘Ausgewürgtes’, frühnhd. gewelle ‘Brechmittel (für Falken), Erbrochenes’ (15. Jh.), zu ahd. wullōn, willōn, mhd. wüllen, willen ‘Brechreiz empfinden, sich ekeln’. Weiteres ungeklärt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fluse · Gewölle · Staubflocke · Staubfluse · Staubmaus · ↗Wollflocke · ↗Wollmaus  ●  Nato-Maus  Jargon · ↗Lurch  ugs., österr.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch den Park gibt es nicht mehr, begraben liegt er unter einem grotesken Gewölle aus Beton.
Die Zeit, 15.05.2007, Nr. 21
Weil es bislang keinerlei Forschungen über Schleiereulen gibt, hat Mayer seine Erfahrungen minutiös protokolliert, Gewölle gesammelt, untersucht und fotografiert.
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2001
Das Fleisch verwandelt sich dann beim Kauen in jene gräuliche, faserige Masse, die man getrost als Gewölle bezeichnen kann.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1998
Dunstan sammelte die ausgewürgten Gewölle der Adler, also die nichtverdauten Speisenreste, und röntgte sie.
Die Zeit, 04.11.1977, Nr. 45
Man schlägt keine Frau, sagt seine Tante, er kotzt auf den Bettvorleger, er würgt des Elends Gewölle.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 124
Zitationshilfe
„Gewölle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewölle>, abgerufen am 10.12.2019.

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