Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gewürm, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewürm(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-würm
GrundformWurm1
eWDG

Bedeutung

abwertend Menge von Würmern
Beispiel:
ein widerliches Gewürm
salopp, abwertend, übertragen
Beispiel:
Ihm aber, David, ist die Sorge für dieses Gewürm [für die Kinder] aufgebürdet [ WaggerlJahr51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wurm · Gewürm · wurmen · wurmstichig
Wurm m. sich kriechend fortbewegendes Tier. Die gemeingerm. Tierbezeichnung ahd. (8. Jh.), mhd. wurm für jedes sich kriechend fortbewegende Geschöpf wie ‘Wurm, Made, Raupe, Insekt, Schlange, Drache’, asächs. wurm, mnd. worm, mnl. worm, wurm, afries. wirm, worm, aengl. wyrm, nl. engl. worm ‘Wurm, Made, Raupe’, anord. ormr ‘Wurm, Schlange’, schwed. orm ‘Schlange’, got. waúrms ‘Wurm, Schlange’ (germ. *wurma-, *wurmi-) und ihre außergerm. Verwandten lat. vermis ‘Wurm’, lit. var̃mas ‘Mücke’, aruss. vermije ‘Heuschrecken, Würmer’, griech. rhómos (ῥόμος, möglicherweise aus *ϝράμος) ‘Holzwurm’ sind Bildungen mit m-Formans zur Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. werfen). Wurm bezeichnet lange Zeit (in Volkssprache und Mundart noch heute) jedes sich kriechend fortbewegende Lebewesen entsprechend dem im Alten Testament vorgegebenen Einteilungsschema der Tierwelt nach der Art der Fortbewegung in Tier (schreitend), Wurm (kriechend), Vogel (fliegend), Fisch (schwimmend). Daneben bezeichnet Wurm im älteren zoologischen Sinne ein wirbelloses, sich durch Zusammenziehen seiner Hautmuskulatur kriechend fortbewegendes Weichtier aus der zoolog.-lat. Vermes genannten (heute jedoch aufgegebenen) Tierklasse. Gewürm n. Kollektivbezeichnung für Würmer und wurmähnliches Getier, mhd. gewürme. wurmen Vb. ‘quälend beunruhigen, ärgern’ (2. Hälfte 18. Jh., von der Vorstellung eines nagenden Wurms ausgehend); vgl. ahd. wormōn ‘mit Filigranarbeit verzieren, rot färben’ (um 800; nach der in damaliger Vorstellung als Wurm klassifizierten Koschenille, einer roten Farbstoff liefernden Schildlaus), mhd. wurmen, würmen ‘wurmförmig gestalten, verzieren’, frühnhd. wurmen ‘wurmstichig, madig werden, an Würmern leiden, von Raupen befreien’ (15. Jh.), ‘Würmer suchen’ (16. Jh.), ‘sich wie ein Wurm bewegen’ (18. Jh.). wurmstichig Adj. ‘von Würmern (d. h. Insektenlarven, Raupen, Maden) befallen, angefressen, angenagt’, spätmhd. wurmstichic.

Typische Verbindungen zu ›Gewürm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewürm‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gewürm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Fischzucht gedeiht bei Haltung von Wassergeflügel sehr gut und zwar infolge der Düngerwirkung auf die Teichpflanzen und das Gewürm. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 897]
Ich weiß, daß uns nichts anderes übrigbliebe, daß er uns zwingt, uns zu wehren – wie Gewürm. [Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 641]
Jede Pflanze explodiert in Grün und Saft, und allem Gewürm, so glaubt man, entwachsen Flügel. [Süddeutsche Zeitung, 16.03.2004]
Noch viele Jahre lang fand ich, wenn ich an jene Zeit zurückdachte, meinen Rachedurst so lebendig wie ein Gewürm unter einem Stein. [Die Zeit, 09.04.1965, Nr. 15]
Eine teure Kupferummantelung schützt das Kabel inzwischen vor dem gierigen Gewürm. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.1998]
Zitationshilfe
„Gewürm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gew%C3%BCrm>.

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