Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gewehr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewehr(e)s · Nominativ Plural: Gewehre
Aussprache 
Worttrennung Ge-wehr
eWDG

Bedeutungen

1.
Handfeuerwaffe mit langem Lauf
Beispiele:
das Gewehr anlegen, laden, (ent)sichern, abfeuern, schultern, reinigen
mit vorgehaltenem, angeschlagenem Gewehr
ein automatisches Gewehr
das Gewehr im Anschlag haben
mit dem Gewehr zielen
mit Gewehren bewaffnet sein
Militärins, unters Gewehr treten (= antreten)
Militärpräsentiert das Gewehr!
Militärdas Gewehr strecken (= sich ergeben)
Militärer stand Gewehr bei Fuß
Er wünschte sich sehr, Meister Kluntschs Gewehr möge nach hinten losgehen [ StrittmatterWundertäter147]
übertragen
Beispiele:
Gewehr bei Fuß stehen (= eine abwartende Haltung einnehmen)
Gewehr bei Fuß verharren, ausharren
2.
Jägersprache die aus dem Unterkiefer hervorstehenden Hauer des Keilers
Grammatik: meist im Plural
Beispiel:
die Hunde träumen oder lecken sich / die frisch genähten Wunden, die der Keiler / mit schweißigen Gewehren ihnen schlug [ G. Hauptm.Schluck u. JauProlog]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewehr · Seitengewehr · Maschinengewehr
Gewehr n. ‘Handfeuerwaffe mit langem Lauf’, ahd. giwer ‘Kampf’, giwerri ‘Aufstand’ (9. Jh.), mhd. gewer ‘blanke Waffe, Befestigungswerk’ ist eine Bildung zu dem unter Wehr1 f. ‘Befestigung, Verteidigung’ (s. d.) behandelten Substantiv; vgl. auch das Kompositum ahd. brustgiweri n. oder brustgiwerī f. ‘Brustbekleidung, Brustschild’ (9. Jh.). Im 18. Jh. wird die Bedeutung von Gewehr eingeengt und konkretisiert auf ‘Handfeuerwaffe’. Die alte Bedeutung ‘blanke Waffe’ lebt noch in Seitengewehr n. ‘an der Seite getragene blanke Waffe’ wie Degen, Säbel, Hirschfänger u. dgl. (17. Jh.), älter Seitenwehr (16. Jh.), dann vornehmlich die als Bajonett auf das Feuergewehr aufzusteckende blanke Waffe des Infanteristen (19. Jh.). Maschinengewehr n. ‘kleinkalibrige automatische Schnellfeuerwaffe’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Gewehr  ●  Knifte  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gewehr‹ (berechnet)

Mündung abgesägt anlegen aufgepflanzt automatisch durchgeladen entreißen entsichert erbeutet geladen geschultert gezogen gezückt großkalibrig halbautomatisch laden löweschen präsentiert richten rückstoßfrei schallgedämpft schultern schußbereit sicherstellen stehen umgehängt verstecken vollautomatisch vorgehalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewehr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gewehr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch die Last des Gewehrs hatte er die Haut aufgerieben. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 76]
Mit dem Gewehr in der Hand lief er nach draußen. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 71]
Zunächst erlegte er die Tiere mit dem Gewehr, dann, als ihm die Munition ausgegangen war, setzte er ihnen zu Fuß nach. [Die Zeit, 23.04.1998, Nr. 18]
Um halb elf Uhr ließ ich sie ihren Mantel über ihre Uniform ziehen und ihr Gewehr unter dem Mantel verbergen. [Die Zeit, 28.03.1997, Nr. 14]
Nun war es so weit gekommen, daß der Moment auszurechnen war, an dem kein Mann mehr da sein würde, noch ein Gewehr zu halten. [Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 65]
Zitationshilfe
„Gewehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewehr>.

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