Geweih, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geweih(e)s · Nominativ Plural: Geweihe
Aussprache
WorttrennungGe-weih (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Geweih‹ als Erstglied: ↗Geweihende · ↗Geweihfarn · ↗Geweihschaufel · ↗Geweihstange
 ·  mit ›Geweih‹ als Letztglied: ↗Arschgeweih · ↗Stangengeweih
eWDG, 1967

Bedeutung

knochiger, verästelter Stirnschmuck des Hirsches
Beispiel:
das Geweih fegen, abwerfen
bildlich
Beispiel:
spöttisch dem Ehemann ein Geweih aufsetzen (= ihn mit einem anderen Mann betrügen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geweih n. ‘Gehörn des Rot-, Dam-, Elch- und Rehwildes’. Voraus geht spätmhd. gewīge, eine Verkürzung aus mhd. hirʒgewīge, vgl. hirʒgewīh (13. Jh.), hirschgewīge (14. Jh.). Etymologisch wird Geweih durch Annahme einer Verwandtschaft mit aind. vayā́ f. ‘Zweig, Ast’, aslaw. věja ‘Zweig’ als ‘Geäst, Gezweig des Hirsches’ gedeutet, vgl. auch mnd. hertes-twīch ‘Hirschgeweih’, zu mnd. twīch ‘Zweig’ (Mayrhofer 3, 148). Vorauszusetzen ist ahd. *wī(a) ‘Ast, Zweig’, wozu Geweih als Kollektivbildung tritt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gehörn · Geweih
Assoziationen
  • Steißbeintattoo · Steißbeintätowierung  ●  ↗Arschgeweih  derb, scherzhaft-ironisch · Arschvignette  derb, österr. · Schlampenstempel  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bast Elch Elfenbein Fell Gehörn Hirsch Hirschkopf Hirse Holz Horn Hörner Knochen Kreuz Kruzifix Rehbock Rentier Riesenhirsch Vogel Wand abwerfen aufhängen ausladend golden hangen hängen mächtig prächtig riesig schmücken stattlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geweih‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie stießen mit dem Geweih gegen das Auto, immer wieder, und als sie endlich abließen, war der Wagen demoliert.
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2003
Auch hätten wir von den riesigen Geweihen über uns erschlagen werden können.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 88
Schließlich würde es das alte Geweih doch auch im neuen Jahr tun.
Die Zeit, 09.03.1979, Nr. 11
Nicht ein einziger Knochen war mit einem Zinken bearbeitet worden, dagegen fast alle Geweihe.
Rust, Alfred: Der primitive Mensch. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 603
In seinem Zimmer, in dem die Geweihe von einigen nicht sehr stolzen Böcken hingen, setzten wir uns.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 92
Zitationshilfe
„Geweih“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geweih>, abgerufen am 18.06.2019.

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