Gewerkschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gewerkschaft · Nominativ Plural: Gewerkschaften
Aussprache
WorttrennungGe-werk-schaft
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutung

Vereinigung von Arbeitern oder Angestellten (einer bestimmten Berufsgruppe) zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen oder sozialen Interessen
Beispiele:
Die Verdienste in der Lohnskala würden wie bisher Arbeitgeber und Gewerkschaften aushandeln, differenziert nach Produktivität, Konjunktur und Beschäftigung. [Der Spiegel, 25.02.2013, Nr. 9]
Das Unternehmen hatte sich mit den Gewerkschaften geeinigt und damit einen zweimonatigen Streik beendet. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2006]
Als dann auch noch weltweit die Nachfrage zurückging und die Arbeiter dort weniger Geld bekommen sollten, gingen die Gewerkschaften auf die Barrikaden. [Süddeutsche Zeitung, 31.12.2004]
Der Verband, dem an 6500 Mitglieder angehören, will, wie andere Gewerkschaften, für seine Mitglieder eine Arbeitslosenunterstützung einführen[…]. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 13.02.1902]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: unabhängige, mächtige, einflussreiche, gemäßigte Gewerkschaften; christliche, kommunistische Gewerkschaften
mit Genitivattribut: die Gewerkschaft der Eisenbahner, der Polizei, der Metallarbeiter
als Dativobjekt: einer Gewerkschaft beitreten
als Aktivsubjekt: die Gewerkschaften rufen [zum Streik] auf, fordern etw.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewerkschaft f. ‘Organisation der Arbeitnehmer zur Vertretung und Durchsetzung ihrer ökonomischen und sozialen Interessen’, Der Ausdruck begegnet im 16. Jh. für die ‘Gesamtheit aller Teilhaber an einem Bergwerk’ und ist Kollektivum (s. ↗-schaft) zu mhd. gewerke ‘Handwerksgenosse, Zunftgenosse, Teilhaber an einem Bergwerk’, das, zu ↗Werk (s. d.) gehörig, in seiner Bildungsweise ↗Genosse, ↗Geselle, ↗Gefährte (s. d.) entspricht. Im 18. Jh. bezeichnen Gewerkschaften jeweils die Gesamtheit der Vertreter eines bestimmten Berufszweiges, seit 1868 die Interessenorganisationen der Arbeiterschaft, die nach dem Beispiel der engl. trade unions gegründet werden. Anfänglich konkurrierendes Gewerkverein vermag sich nicht durchzusetzen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • GdP · Gewerkschaft der Polizei
  • Verdi · Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft · ver.di
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitgeber Arbeitgeberverband Betriebsrat Eisenbahner Erziehung Flugsicherung Forderung Kirche Lokomotivführer Partei Polizei Sozialverband Transport Unternehmer Verband Verkehr Versicherung Vertreter Vorsitzende Widerstand Wirtschaft Wissenschaft aufrufen befürchten christlich einigen fordern kritisieren unabhängig verhandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewerkschaft‹.

Zitationshilfe
„Gewerkschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewerkschaft>, abgerufen am 22.03.2019.

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