Gewinnler, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gewinnlers · Nominativ Plural: Gewinnler
WorttrennungGe-winn-ler (computergeneriert)
WortzerlegungGewinn-ler
Wortbildung mit ›Gewinnler‹ als Letztglied: ↗Kriegsgewinnler
DWDS (Vollartikel), 2014

Bedeutung

abwertend jmd., der (auf unmoralische Weise) aus etw. seinen Nutzen zieht
Beispiele:
Währenddessen öffnen in Luanda Boutiquen, Diskotheken und Nachtbars für die Gewinnler der großen Liberalisierung. [Berliner Zeitung, 15.03.1994]
In den historischen Romanen zeigt er Pharaonen und Priester […] und die sarkastischen Gegenwartsromane wie »Ehrenwerter Herr« oder »Der letzte Tag des Präsidenten« werden von den Gewinnlern und den Opfern einer fehlgeschlagenen Modernisierung Ägyptens bevölkert. [Die Zeit, 06.09.2006 (online)]
Er sei ein Gewinnler der Wende, sagt er, er habe sich in seinem Beruf entfalten können, ein richtiger Kick sei die Wende gewesen – ein erstaunliches Wort für den ruhigen Mann, der am Computer sitzt und Grabsteine entwirft. [Süddeutsche Zeitung, 19.08.2000]
Sein bayerisches Landhaus »Gut Sauersberg« bei Bad Tölz nahm sich der Industrielle Friedrich Flick, ebenfalls ein Gewinnler der sogenannten Arisierung. [Der Spiegel, 09.10.1989]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewinnen · Gewinn · Gewinner · Gewinnler
gewinnen Vb. ‘siegen, einen Preis erobern, erreichen, erlangen’, ahd. (9. Jh.), asächs. giwinnan, mhd. mnd. gewinnen ‘durch Arbeit, Mühe, Kampf zu etw. gelangen, erwerben, anschaffen’, aengl. gewinnan, got. gawinnan ‘erleiden’ sind verstärkende Präfixbildungen zum Simplex ahd. winnan (8. Jh.), mhd. winnen ‘sich abarbeiten, wüten, rasen, streiten’, asächs. winnan, mnd. winnen, mnl. nl. winnen, aengl. winnan, engl. to win ‘erringen, erlangen’, anord. vinna ‘arbeiten, leisten, gewinnen’, schwed. vinna ‘erringen, erlangen’, got. winnan ‘leiden’. Germ. *wennan ‘sich mühen’ verbindet sich mit aind. vanṓti ‘begehrt, erstrebt, überwältigt, besiegt’, vaní- ‘Verlangen, Wunsch’, lat. venus ‘Anmut, Schönheit, Liebe’ (vgl. Venus ‘Göttin der Huld und Liebe’) und führen auf ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’, auch ‘erarbeiten, Mühe haben’, perfektiv ‘erreichen, gewinnen’, wozu ↗Wahn, ↗wohnen, ↗Wonne, ↗Wunsch, ↗gewöhnen (s. d.) gehören. Gewinn m. ‘Preis, Vorteil, Erwerbung’, ahd. giwin (8. Jh.), mhd. gewin ‘Erwerb, Vorteil, Nutzen’, abgeleitet vom Verb. Gewinner m. mhd. gewinner (vgl. mhd. gewinnære ‘Vorkämpfer’?). Gewinnler m. ‘wer aus allem Gewinn herausschlägt’ (16. Jh.), noch erhalten in Kriegsgewinnler m. ‘wer am Krieg verdient’ (20. Jh.).
Zitationshilfe
„Gewinnler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewinnler>, abgerufen am 26.06.2017.

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