Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gewirr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gewirr(e)s · Nominativ Plural: Gewirre
Nebenform selten Gewirre · Substantiv · Genitiv Singular: Gewirres
Worttrennung Ge-wirr ● Ge-wir-re
Wortzerlegung ge- wirr
Wortbildung  mit ›Gewirr‹ als Letztglied: Astgewirr · Fadengewirr · Felsengewirr · Felsgewirr · Gassengewirr · Kabelgewirr · Lautgewirr · Menschengewirr · Pflanzengewirr · Sprachengewirr · Sprachgewirr · Stimmengewirr · Stimmgewirr
eWDG

Bedeutung

Durcheinander, Wirrwarr
Beispiele:
ein Gewirre/Gewirr von Menschen, Stimmen, Ästen, Gassen
ein dichtes, wüstes, aufgeregtes, großes Gewirre/Gewirr
Sie … befanden sich in einem Gewirr kleiner Zimmer und winkliger Gänge [ MusilMann1001]
übertragen
Beispiel:
gleichsam das Gewirr der unruhigen Gedanken hinter sich lassend [ ApitzNackt193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verwirren · Verwirrung · Verworrenheit · entwirren · Gewirr
verwirren Vb. ‘in Unordnung bringen, jmdn. unsicher machen, aus der Fassung bringen, irremachen’, reflexiv ‘in Unordnung geraten’, mhd. verwirren, verwürren ‘sich verwickeln, sich entzweien, in Kampf geraten’. Das schwache Verb übernimmt von stark flektierendem ahd. firwerran ‘beunruhigen, verwirren’ (um 1000), mhd. verwerren ‘in Verwirrung, Unordnung, Unruhe bringen, entzweien’ (literarisch bis ins 17. Jh. belegt) das zugehörige Part. Prät. verworren, das bis heute neben verwirrt erhalten bleibt. Zur Etymologie s. wirr. Verwirrung f. ‘Unordnung, Durcheinander, Aufregung’ (15. Jh.). Verworrenheit f. (15. Jh.); vgl. mhd. verworrenkeit. entwirren Vb. ‘(ungeordnet Verschlungenes) auseinanderziehen, ordnend auflösen, die Unklarheit, Schwierigkeit einer Sache auflösen’ (16. Jh.); vgl. mhd. (stark) entwerren ‘in Ordnung bringen, entwirren’. Gewirr n. ‘Durcheinander, Wirrwarr’ (16. Jh.); vgl. mhd. gewerre m. n. ‘Zwietracht, Streit, Durcheinander’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · (wilde) Mischung · Chaos · Gemeng(e) · Gemisch · Gewirr · Sammelsurium · Unordnung · Verhau · Wirrnis · Wirrwarr · Wust  ●  (wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · Dschungel  fig. · Pelemele  franz. · Tohuwabohu  hebräisch · Kuddelmuddel  ugs. · Mischmasch  ugs. · Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gewirr‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewirr‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gewirr‹, ›Gewirre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So kamen sie aus dem Gewirr der alten engen Straßen heraus. [Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3382]
Schon geraten sie in das ruinenhafte Gewirr der innersten Stadt. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 163]
Ich sollte nun alle zwei Tage zur Untersuchung kommen, und jedesmal empfing mich am Ende eines Gewirrs von neonbeleuchteten Gängen ein anderer Arzt. [Die Zeit, 22.03.1996, Nr. 13]
So tänzelt es aus dem Wald, einem dichten Gewirr zartblättrig bekleideter Bäume. [Die Zeit, 11.11.1988, Nr. 46]
Ein Gewirr von Rohren hängt über den Köpfen der Schauspieler. [Die Zeit, 12.05.1978, Nr. 20]
Zitationshilfe
„Gewirr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewirr>.

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