Gewissheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gewissheit · Nominativ Plural: Gewissheiten
Aussprache 
Worttrennung Ge-wiss-heit
Ungültige Schreibung Gewißheit
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Gewissheit‹ als Letztglied: ↗Glaubensgewissheit · ↗Heilsgewissheit · ↗Selbstgewissheit · ↗Siegesgewissheit · ↗Todesgewissheit · ↗Ungewissheit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Sicherheit
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
das kann ich nicht mit Gewissheit sagen
etw. steht mit Gewissheit fest
Klarheit, sicheres Wissen
Beispiele:
völlige Gewissheit über etw. haben, erlangen
eine Vermutung, Ahnung wird zur Gewissheit
2.
persönliche Überzeugtheit
Beispiele:
ich bin zu der Gewissheit gelangt, habe die Gewissheit, dass er uns helfen wird
eine unerschütterliche, unumstößliche Gewissheit
auch sie hatten ihre inneren Gewißheiten, wie er die seine [ JahnnHolzschiff88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewiß · Gewißheit · gewißlich · vergewissern
gewiß Adj. ‘sicher, bestimmt, unbestreitbar’, ahd. giwis Adj. (9. Jh.), giwisso Adv. ‘sicherlich, freilich’ (8. Jh.), mhd. gewis ‘sicher, zuverlässig’, asächs. giwisso Adv., mnd. gewisse Adv., mnl. (ghe)wis, (ghe)wes, nl. (ge)wis, aengl. gewis Adj. (vgl. got. unwiss ‘ungewiß’ und anord. vīss Adv. mit Vokaldehnung nach vīss ‘weise’) gehen wie aind. vitta-, awest. vista- ‘bekannt’, griech. áïstos (ἄϊστος) ‘ungekannt’ zurück auf ein altes to-Partizip (ie. *u̯idto- ‘gesehen’) zu der unter ↗wissen (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯eid- ‘erblicken, sehen’; Ausgangsbedeutung ist ‘was gesehen worden ist und daher gewußt wird’, also ‘sicher, unbestreitbar’ ist. Aus der Bedeutung ‘bestimmt’ (eine gewisse Stunde) entwickeln sich im Dt. Verwendungen in der Art eines Indefinitpronomens, bei denen man das genaue Maß bzw. eine nähere Bestimmung nicht angeben will oder nicht angeben kann (unter gewissen Bedingungen, eine gewisse Menge, ein gewisser Herr Müller). Gewißheit f. ‘Sicherheit, Bestimmtheit’, ahd. giwisheit (11. Jh.), mhd. gewisheit, auch ‘Bürgschaft, Pfand’. gewißlich Adv. ‘ganz sicher’, ahd. giwislīhho ‘mit Gewißheit’ (8. Jh.), mhd. gewislīche ‘sicherlich, zwar, nämlich’. vergewissern Vb. ‘(sich) Klarheit, Gewißheit verschaffen’, geläufig seit dem 17. Jh.; vgl. mhd. vergewissern ‘Bürgschaft leisten’, vergewissen ‘gewiß machen, Sicherheit geben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gewissheit · ↗Klarheit · ↗Sicherheit · Unzweifelhaftigkeit · ↗Zuverlässigkeit
Assoziationen
  • (das ist) gar keine Frage · (das ist) keine Frage · (so) sicher wie das Amen in der Kirche · ↗absolut · außer Zweifel · ↗bestimmt · ↗definitiv · ↗fraglos · ganz bestimmt · ↗gewiss · in jedem Fall · in jeder Hinsicht · komme was (da) wolle · mit Bestimmtheit · mit Sicherheit · ohne Frage · ohne Zweifel · ↗sicher · so gut wie sicher · ↗unausweichlich · ↗unbedingt · unter allen Umständen · ↗unumstößlich · ↗unweigerlich · ↗unzweifelhaft · ↗wahrlich · ↗zweifellos · ↗zweifelsohne  ●  (ey Alter,) ich schwör (Jugendsprache, Substandard)  ugs. · ↗allemal  ugs. · auf alle Fälle  ugs. · auf jeden Fall  ugs. · ↗bombensicher  ugs. · es sei Ihnen versichert (dass)  geh. · ↗hundertpro  ugs. · ↗jedenfalls  ugs. · ↗partout  ugs. · sei versichert (dass)  geh. · seien Sie versichert (dass)  geh. · ↗sicherlich  ugs., Hauptform · ↗todsicher  ugs. · worauf du dich verlassen kannst!  ugs., Redensart · worauf du einen lassen kannst  ugs., scherzhaft
Antonyme
  • Gewissheit
Synonymgruppe
Gewissheit · ↗Glaube · ↗Vertrauen · ↗Zuversicht
Assoziationen
Synonymgruppe
Gewissheit · ↗Sicherheit · ↗Zuversichtlichkeit

Typische Verbindungen zu ›Gewissheit‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gewissheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gewissheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Absolute Gewissheit wird es in diesem Fall wohl niemals geben.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 10
Sie sind vielmehr längst zu der Gewißheit gelangt, daß sie sich selbst helfen müssen.
Die Welt, 14.07.2005
Die Gewißheit, draußen wartet eine geliebte Frau auf mich, gab mir Kraft, die Einzelhaft durchzuhalten.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 20
Wie soll auf dem Wege der E. Gewißheit um den rechtfertigenden Gott zustande kommen?
Althaus, P.: Erfahrungstheologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 3195
Er spricht von einer Überzeugung, nicht von einer Gewißheit, und diese Überzeugung trifft nicht zu.
o. A.: Einhundertneunundneunzigster Tag. Freitag, 9. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10912
Zitationshilfe
„Gewissheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gewissheit>, abgerufen am 20.09.2020.

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