Gezeter, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gezeters · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-ze-ter (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich das (fortwährende) Zetern, Zetergeschrei
Beispiele:
was wird das für ein Gezeter geben!
ein großes Gezeter anstimmen, anheben
das Gezeter verstummte
[er war] stumpf und taub gegen das Geschrei und Gezeter der erregten Menschen [ApitzNackt304]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zetern · zeter · Gezeter
zetern Vb. ‘wehklagend schreien’ (18. Jh.), ‘keifend schimpfen’ (19. Jh.), abgeleitet von zeter Interjektion mhd. zēter, zēther, auch (unter Einfluß von zittern?) zetter, ursprünglich (2. Hälfte 13. Jh.) Not- und Hilferuf eines Angegriffenen bei Mordversuch, Raub, Diebstahl, Vergewaltigung, der die Mitbürger zur Hilfe und zur Verfolgung des Täters verpflichtet; dann Anklageruf zu Beginn der Gerichtsverhandlung, der vom Kläger dreimal erhoben wird (um 1300, vgl. Zeter schreien, um 1400), woraus sich ein allgemeiner Klageruf entwickelt. Die ursprünglich omd. Interjektion breitet sich im 16. Jh. ins Obd., Anfang des 17. Jhs. ins Nd. aus; vgl. ähnliche Not- und Hilferufe wie mhd. (frk. obd.) wāfen(ā), jüngeres alem.-rhein. mordio (15. Jh.) und mnd. tiōdūte, tō jōdūt(e), jōdūte. Die Etymologie ist umstritten. Nach Törnquist in: Studia Neophilologica 11 (1938/39) 318 ff. entstanden aus (mhd.) ze æhte her ‘zur Verfolgung her’ (s. ↗Acht; das ē in zēter wird als md. Wiedergabe von mhd. æ in æhte gedeutet). Dagegen führt Hammerich Clamor (1941) 170 ff. mhd. zēter und mnd. tiōdūte auf *zi-jōthera ‘zum Kampf her’ bzw. *ti-jōd-ūta ‘zum Kampf heraus’ zurück, Bildungen zu germ. *jauð- (ahd. *jōt, mnd. *jōd) ‘Kampf’, das er mit aind. yúdh- ‘Kampf’, yúdhyatē ‘(be)kämpft’, lat. iubēre ‘befehlen’, lit. judė́ti ‘sich bewegen, sich regen, sich rühren’ an die Wurzel ie. *i̯eudh- ‘in heftiger Bewegung sein, kämpfen’ anschließt. Gezeter, älter auch Gezetter n. ‘lautes Geschrei, Wehklagen, Schimpfen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geheul · ↗Gejammer · Gezeter · Herumgejammer · ↗Jammer · Jammerei · ↗Klage · ↗Lamento · ↗Wehgeschrei · ↗Wehklagen · klagende Laute
Assoziationen
Synonymgruppe
Gezeter · Gezetere · ↗Gezänk  ●  ↗Gekeife  ugs. · ↗Geplärr  ugs. · ↗Geplärre  ugs.
Synonymgruppe
(das) Herumzetern · (das) Keifen · (das) Kreischen · ↗Gekeife · ↗Gekreisch · ↗Gekreische · Gezeter
Assoziationen
Synonymgruppe
Gezeter · großes Geschrei
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Gezetere ist groß, dabei tut China nur das, was das Ausland schon immer gefordert hat.
Süddeutsche Zeitung, 16.01.1999
So genau kann ich das Geschwätz und Gezetere in meinem Garten nicht unterscheiden.
Der Tagesspiegel, 12.01.2003
Das Gezetere um die Fähigkeiten des Polizeipräsidenten jedenfalls entbehrt nicht nur jeder Streitkultur.
Die Welt, 16.06.1999
Irrational aber ist das ganze Gezerre und Gezetere um das Zuwanderungsgesetz.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2002
Zitationshilfe
„Gezeter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gezeter>, abgerufen am 23.02.2019.

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