Geziefer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geziefers · Nominativ Plural: Geziefer
Aussprache
WorttrennungGe-zie-fer
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet Ungeziefer
Beispiele:
ein ekles Geziefer
sowie die Sonne aufging, kamen Fliegen und anderes Geziefer [Feuchtw.Jüd. Krieg176]
übertragen
Beispiel:
Ihr werdet weggefegt werden wie Unrat und zertreten wie Geziefer [Weiskopf4,654]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ungeziefer · Ziefer · Geziefer
Ungeziefer n. ‘schädliches Kleingetier’, mhd. ungezibere, ungezibele, frühnhd. (mit grammatischem Wechsel und anderem Suffix) ungezifer, ungeziffer (15. Jh.), Ungezieffer (16. Jh.), auch unzibel, untziber (15. Jh.) und Unzifer (16. Jh.). Auszugehen ist offensichtlich von ahd. zebar ‘Opfer, Opfertier’ (8. Jh.), aengl. tīber, tīfer ‘Opfer’, anord. tīvurr ‘Opfer’ (oder ‘Gott’?), got. *tibr (Konjektur für überliefertes ungedeutetes aibr) ‘Opfergabe’. Als Wort der heidnischen Kultsprache scheint ahd. zebar schon früh in der Schriftsprache gemieden worden zu sein; die in der gesprochenen Sprache bewahrte präfigierte Form wird in mhd. ungezibere (eigentlich wohl ‘nicht zum Opfer geeignetes Tier’) wieder aufgenommen. In den Mundarten dagegen bleibt Ziefer, Geziefer n. im Sinne von ‘Klein-, Federvieh’ erhalten. Weitere Herkunft ungewiß. Vgl. Pfeifer Tiernamen 4 ff.

Typische Verbindungen zu ›Geziefer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

ekl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geziefer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geziefer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ängstlich drängten sich der Meister und das gesamte Geziefer in einer Ecke zusammen.
Tucholsky, Kurt: Bei Stadtzauberers. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918]
Nach einer selbstvergessenen Weile ließ er das Geziefer wieder los.
Die Zeit, 23.08.1951, Nr. 34
Selbst der Einsatz von aggressiven Chemikalien gegen saugendes Geziefer brachte keine Linderung.
Die Zeit, 01.01.2001, Nr. 01
Ferner kriegten die Obstbäume, zu Schutz und Trutz gegen das böse Geziefer, weißes Unterzeug und schwarze Leibbinden, jenes aus Kalk, diese von Pechpapier.
Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 28.11.1903. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1903], S. 28322
Zitationshilfe
„Geziefer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geziefer>, abgerufen am 23.01.2020.

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