Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gicht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gicht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [gɪçt]
Wortbildung  mit ›Gicht‹ als Erstglied: Gichtgeschwür · Gichtknoten · gichtbrüchig · gichtig · gichtisch · gichtkrank
 ·  mit ›Gicht‹ als Letztglied: Gelenkgicht
eWDG

Bedeutung

Stoffwechselkrankheit, die sich besonders in akuten und chronischen Gelenkentzündungen äußert
Beispiele:
an (der) Gicht leiden
mit Gicht behaftet sein
ihn plagte die Gicht
sie hatte eine von Gicht verkrümmte Hand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gicht · gichtbrüchig
Gicht f. Seit 1848 versteht die Medizin unter Gicht eine durch ungenügende Harnsäureausscheidung hervorgerufene Gelenkentzündung; vorher werden verschiedene Krankheiten darunter zusammengefaßt wie Gliederschmerzen aller Art, Entzündungen der Haut, Krämpfe, Lähmungen u. ä. Ahd. firgiht f. (9. Jh.), gigiht f. (Hs. 12. Jh.), gigihti n. (Hs. 13. Jh.), mhd. giht n. f., gegihte n., mnd. gicht, jicht, mnl. ghicht(e), jicht(e), nl. jicht sind Verbalabstrakta zu dem unter Beichte (s. d.) behandelten Verb ahd. jehan ‘sagen, sprechen, bekennen’ (8. Jh.) und seinen Entsprechungen bzw. den dazu gebildeten Präfixkomposita; sie sind also gleichen Ursprungs wie ahd. jiht (9. Jh.), gijiht (10. Jh.) ‘Aussage, Bekenntnis’, mhd. giht, gegiht, gegihte ‘Aussage, Bekenntnis, Geständnis’. Der Name der Krankheit bedeutet danach ursprünglich soviel wie ‘die durch Besprechung, Behexung angezauberte Krankheit’. gichtbrüchig Adj. mhd. gihtbrühec ‘vom Schlag gelähmt’ (eigentlich ‘durch Behexung gebrechlich gemacht’), dann ‘an der Gicht erkrankt’.

Typische Verbindungen zu ›Gicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gicht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gicht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Männer oben auf der Gicht lösten einander nach kurzen Pausen ab. [Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 370]
Erst knackt es noch wie Gicht im Handgelenk, dann scheinen Knochen zu bersten. [Der Spiegel, 10.05.1982]
Durch ersteren hatte er früh mit der Gicht zu tun, letztere brachte ihm auf andere Weise Ärger. [Die Zeit, 04.07.1980, Nr. 28]
Und je höher die Werte sind, desto stärker manifestiert sich die Gicht. [Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003]
Mit Gicht hat das übrigens nichts zu tun, wie auch schon behauptet wurde. [Bild, 31.07.1998]
Zitationshilfe
„Gicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gicht#1>.

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Gicht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gicht · Nominativ Plural: Gichten
Aussprache  [gɪçt]
Wortbildung  mit ›Gicht‹ als Erstglied: Gichtbühne · Gichtgas
eWDG

Bedeutung

Technik obere verschließbare Öffnung eines Hochofens, in die die Beschickung eingegeben wird
Beispiel:
der Brennstoff wird als Koks an der Gicht aufgegeben

Typische Verbindungen zu ›Gicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gicht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gicht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Männer oben auf der Gicht lösten einander nach kurzen Pausen ab. [Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 370]
Erst knackt es noch wie Gicht im Handgelenk, dann scheinen Knochen zu bersten. [Der Spiegel, 10.05.1982]
Durch ersteren hatte er früh mit der Gicht zu tun, letztere brachte ihm auf andere Weise Ärger. [Die Zeit, 04.07.1980, Nr. 28]
Und je höher die Werte sind, desto stärker manifestiert sich die Gicht. [Süddeutsche Zeitung, 10.05.2003]
Mit Gicht hat das übrigens nichts zu tun, wie auch schon behauptet wurde. [Bild, 31.07.1998]
Zitationshilfe
„Gicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gicht#2>.

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