Gießkanne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGieß-kan-ne
WortzerlegunggießenKanne
Wortbildung mit ›Gießkanne‹ als Erstglied: ↗Gießkannenprinzip
eWDG, 1967

Bedeutung

Kanne mit einem Rohr, auf das eine Brause gestülpt ist, und mit einem Tragbügel, die zum Begießen von Pflanzen verwendet wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gießen · Gießer · Gießerei · Zinngießer · Weißgießer · Rotgießer · Gelbgießer · Schwarzgießer · ausgießen · begießen · Gießkanne
gießen Vb. ‘Flüssigkeit ausfließen lassen, mit Wasser tränken, eine flüssig gemachte Masse, Geschmolzenes in eine Form schütten’. Das gemeingerm. Verb ahd. gioʒan ‘gießen, einschmelzen, vermischen’ (8. Jh.), mhd. gieʒen, asächs. giotan, mnd. gēten, mnl. ghieten, nl. gieten, aengl. gēotan, anord. gjōta (nur ‘laichen, Blicke werfen’), schwed. gjuta, got. giutan ‘gießen’ (germ. *geutan) führt mit nasaliertem lat. fundere (fūsum) ‘gießen, fließen lassen, schmelzen’ auf eine Dentalerweiterung, dagegen anord. gjōsa ‘hervorbrechen’, anord. isl. geysa ‘hervorstürzen’ (s. ↗Geiser), ahd. gussi (um 800), gussa (9. Jh.) ‘Flut’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *g̑heu- ‘gießen’ (Schwundstufe *g̑hu-). Zu dieser Wurzel gehören auch aind. juhṓti ‘opfert’ (und zwar ‘gießt Butter ins Feuer’), griech. chḗin (χεῖν) ‘gießen, ausschütten, ergießen, verbreiten’, ché͞uma (χεῦμα) ‘Guß, Strom’, choḗ (χοή) ‘Weiheguß, Trankopfer’. Seit ahd. Zeit wird gießen, wie auch lat. fundere, als Wort der Metalltechnik verwendet; so ist schon das Part. Prät. ahd. gigoʒʒan ‘gegossen, geschmolzen, durch Gußarbeit entstanden’ in diesem Sinne bezeugt. Aus dieser Verwendung werden ferner Gießer m. ‘Arbeiter in der Gießerei’ (um 1500) und Gießerei f. ‘Betrieb, der Gegenstände durch Gießen schmelzbarer Stoffe in Hohlformen herstellt’ (17. Jh.) abgeleitet sowie die entsprechenden Bedeutungen von ↗Guß (s. d.). Zinngießer m. Hersteller von Zinnguß (14. Jh.), dafür auch Weißgießer m. (18. Jh.) und ↗Kannegießer m. (s. d.). Rotgießer m. (16. Jh.), Gelbgießer m. (18. Jh.) Hersteller von Bronzeguß (einer Kupfer/Zinnlegierung), Messingguß (einer Kupfer/Zinklegierung). Schwarzgießer m. Hersteller von Eisenguß (18. Jh.). ausgießen Vb. ‘Flüssigkeit aus einem Gefäß ausfließen lassen, überschütten, mit Gußmasse füllen’, ahd. ūʒgioʒan (9. Jh.), mhd. ūʒgieʒen. begießen Vb. ‘Flüssigkeit auf etw. schütten’, heute auch ‘etw. mit alkoholischen Getränken feiern’, ahd. bigioʒan (8. Jh.), asächs. bigiotan, mhd. begieʒen. Gießkanne f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gießgefäß · Gießkanne · ↗Kanne · Sprenger

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blume Brunnen Eimer Friedhof Förderung Geld Hand Harke Pflanze Prinzip Schaufel Spaten Subvention Verteilung Wasser ausschütten bewässern fördern füllen gefüllt gießen greifen grün leer schwenken schütten verteilen wässern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gießkanne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hätte diese Region eine volle Gießkanne mit Förderung erhalten können.
Der Tagesspiegel, 10.12.2004
Vom Hall lasse man besser die Finger, es sei denn, man mag die Band in der Gießkanne.
C't, 1997, Nr. 4
Anstelle der Dusche kann man sich selbst auch mit der Gießkanne begießen.
Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 23
Auch das Begießen mit einer Gießkanne beantwortete er lediglich mit Schwimmbewegungen.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 99
Kann man die Vorstellung einer zerbrochenen Gießkanne unter den Begriff Bett subsumieren?
Ernst, Otto: Appelschnut, Rostock: Hirnstoff 1989 [1907], S. 40
Zitationshilfe
„Gießkanne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gießkanne>, abgerufen am 17.02.2019.

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