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Giebel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Giebels · Nominativ Plural: Giebel
Aussprache 
Worttrennung Gie-bel
Wortbildung  mit ›Giebel‹ als Erstglied: Giebelbalken · Giebelbau · Giebeldach · Giebelfassade · Giebelfeld · Giebelfenster · Giebelfries · Giebelhaus · Giebelrosette · Giebelseite · Giebelstube · Giebelwand · Giebelzimmer · giebelig · gieblig
 ·  mit ›Giebel‹ als Letztglied: Brandgiebel · Dachgiebel · Fachwerkgiebel · Fenstergiebel · Frontgiebel · Gepäckgiebel · Hintergiebel · Seitengiebel · Spitzgiebel · Staffelgiebel · Torgiebel · Treppengiebel · Türgiebel · Vordergiebel · Vorgiebel · Ziergiebel · Zwerggiebel
eWDG

Bedeutungen

1.
meist dreieckige, senkrechte Wand zwischen den Flächen eines Satteldaches
Beispiele:
ein steiler, hoher, spitzer, flacher, geschwungener, gotischer Giebel
Häuser mit vorspringendem Giebel
der Wetterhahn auf dem Giebel des Hauses
die Häuser stehen mit dem Giebel zur Straße
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, / … Aus dem Druck von Giebeln und Dächern [ GoetheFaustI 925]
2.
Bauwesen meist dreieckige Verzierung als oberer Abschluss von Portalen, Fenstern und Fassadenteilen
Beispiele:
ein durchbrochener Giebel
der Giebel über dem Portal war mit einer Rosette geschmückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Giebel m. ‘senkrechte, meist dreieckige Wand zwischen den Flächen eines Satteldachs’, ahd. gibil(i) n. (m.) ‘Giebel, Vorderseite, Hirnschale, Schädel’ (10. Jh.), mhd. gibel m. ‘Giebel’, mnd. gēvel, mnl. ghēvel, nl. gevel, got. gibla ‘Giebel, Zinne’, ablautend anord. gafl ‘Giebelseite’, schwed. gavel ‘Giebel’ stellen sich mit ahd. gibilla ‘Schädel, Haupt, Gipfel’ (9. Jh.), himilgibil ‘Himmelsgipfel, -pol’, nord-, sundgibil ‘Nord-, Südpol’ (um 1000) zu ahd. gebal ‘Schale, Hirnschale, Schädel’ (11. Jh.), mhd. gebel ‘Schädel, Kopf’. Diese germ. Wortgruppe ist vergleichbar mit griech. kephalḗ (κεφαλή) ‘Kopf, Haupt, das Oberste, Äußerste’, toch. A śpāl- ‘Kopf’, so daß ie. *ghebh(e)l- ‘Kopf’ und (ausgehend von ‘Kopf-, Stirnseite des Hauses’?) ‘Giebel’ angesetzt werden kann.

Typische Verbindungen zu ›Giebel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Giebel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Giebel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Überall im Dorf prangen an den Giebeln die königlichen Scheiben. [Die Zeit, 05.03.1993, Nr. 10]
Die Häuser lehnen dicht beisammen, mit schmalen Fenstern unter steilen Giebeln. [Süddeutsche Zeitung, 08.05.2001]
Auch die Architektur war üppig ausgestattet, die Tempel waren stark farbig bemalt, die Giebel zierten Statuen. [Süddeutsche Zeitung, 18.12.2000]
Wie verhält sich das Gewebe an schrägen Giebeln des Hauses? [Süddeutsche Zeitung, 17.06.1995]
Durch die drei hohen und schmalen Fenster blickte man über feuchtrote Dächer, graue Höfe und Giebel. [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 31]
Zitationshilfe
„Giebel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Giebel>.

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