Gift, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gift(e)s · Nominativ Plural: Gifte
Aussprache
Wortbildung mit ›Gift‹ als Erstglied: ↗Giftbecher · ↗Giftdrüse · ↗Giftempfindlichkeit · ↗Giftfestigkeit · ↗Giftgas · ↗Giftgetreide · ↗Giftkammer · ↗Giftkoch · ↗Giftkröte · ↗Giftküche · ↗Giftmischer · ↗Giftmord · ↗Giftnatter · ↗Giftnudel · ↗Giftpfeil · ↗Giftpflanze · ↗Giftpille · ↗Giftpilz · ↗Giftschlange · ↗Giftschrank · ↗Giftspritze · ↗Giftstachel · ↗Giftstoff · ↗Gifttier · ↗Gifttrank · ↗Gifttropfen · ↗Giftweizen · ↗Giftwirkung · ↗Giftzahn · ↗Giftzettel · ↗giftarm · ↗giftfrei · ↗giftgrün · ↗gifthaltig · ↗gifthältig · ↗giftig
 ·  mit ›Gift‹ als Letztglied: ↗Bakteriengift · ↗Berührungsgift · ↗Drachengift · ↗Fraßgift · ↗Gegengift · ↗Genussgift · ↗Heilgift · ↗Klimagift · ↗Pfeilgift · ↗Rauschgift · ↗Streugift · ↗Suchtgift · ↗Umweltgift
eWDG, 1967

Bedeutung

Stoff, der im Körper eine zerstörende oder tödliche Wirkung hervorruft, wenn er in bestimmter Menge auf diesen einwirkt
Beispiele:
ein pflanzliches, tierisches, gefährliches, scharfes, schweres, tödliches, schnell wirkendes, schleichendes, schwaches Gift
chemische, synthetische Gifte
Blausäure und Arsenik sind starke Gifte
dieses Präparat enthält Gift
das Gift der Schlangen
Gift mischen
Gift (ein)nehmen (= sich vergiften wollen)
jmdm. Gift (ein)geben (= jmdn. vergiften wollen)
saloppjmdn. mit Gift aus dem Wege räumen
Gift legen (= zur Vertilgung von Mäusen und Ratten auslegen)
umgangssprachlich etw. ist Gift für jmdn.etw. ist für jmds. Gesundheit sehr schädlich
Beispiele:
Nikotin, Alkohol, diese Speise ist Gift für dich
Zugluft ist für mich Gift
das Arbeiten in der Bleihütte war Gift für ihn
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaftein blondes Gift (= eine verführerische Blondine)
umgangssprachlichder Kerl steckt voller Gift (= ist gehässig, boshaft)
umgangssprachlicher kann nun einmal nicht leben, ohne Gift von sich zu geben, zu verspritzen
umgangssprachlichdarauf kannst du Gift nehmen (= darauf kannst du dich verlassen)
salopper spuckt Gift und Galle (= er ist sehr wütend)
umgangssprachlicher ist voll Gift und Galle
umgangssprachlich, scherzhaftder Umgang ... erhöhte das Behagen, vertrieb zugleich des Behagens Gift, die Langeweile [DodererStrudlhofstiege15]
umgangssprachlich, scherzhaftheftigere Reize hatte ich seither gekostet, süßere Gifte geschlürft [HesseSteppenw.4,352]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gift · Mitgift · giften · vergiften · giftig · Giftmischer
Gift n. ‘Stoff, der an oder in einem lebenden Organismus schädliche Wirkungen, Krankheiten oder Tod hervorruft’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. gift f. ‘das Geben, Gabe, Geschenk, Gift’, mnl. ghifte, ghichte, nl. gift f. ‘Gabe, Gift’, aengl. gift, gyft f. n. ‘Gabe, Belohnung, Brautpreis’, Plur. ‘Hochzeit’, anord. gipt, gift f. ‘Gabe, Glück, Vermählung (der Frau)’, got. fragifts f. ‘Verleihung’, Plur. ‘Verlobung’, ist eine germ. Abstraktbildung (*gefti-) mit t-Suffix (und dadurch bedingtem Wandel von b zu f) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Die ursprüngliche Bedeutung ‘Gabe, Geschenk, Schenkung’ (die Gift noch bei Goethe) ist heute geschwunden und hat sich nur in der Zusammensetzung Mitgift f. ‘Heiratsgut der Braut, Aussteuer’, frühnhd. mitegift (15. Jh.), mnd. medegift (13. Jh.), eigentlich ‘das Mitgegebene’, erhalten. Der Bedeutungswandel von ‘Gabe’ zu ‘tödliche Gabe, Gift’, euphemistisch zuerst im Ahd. bei Notker, steht später unter dem Einfluß von griech.-spätlat. dosis, das ‘Geschenk, Gabe, bestimmte Menge Arznei’ bedeutet (s. ↗Dosis), aber auch als verhüllender Ausdruck für ‘Gift’ verwendet wird. Gift behält das ursprünglich fem. Genus in beiden Bedeutungen vorerst bei, wird dann als ‘schädlicher Stoff’ zuerst Mask. (Anfang 15. Jh.), später Neutr. (Mitte 16. Jh.), das sich im 18. Jh. durchsetzt und Gift f. ‘Gabe’ verdrängt. giften Vb. (auch reflexiv) ‘ärgern, erzürnen’ (15. Jh.), an den bildlichen Gebrauch von Gift ‘Arglist, Bosheit, Ärger, Wut, Zorn’ anknüpfend; vgl. mhd. giften ‘geben, schenken, vergiften’, ahd. giften ‘ausliefern, aussetzen’ (10. Jh.). vergiften Vb. ‘mit Gift durchsetzen, durch Gift schädigen, mit Gift töten’, ahd. firgiften ‘verkaufen, übergeben, zuerkennen’ (10. Jh.), mhd. vergiften, vergiftigen ‘schenken, vermachen, vergiften’. giftig Adj. ‘Gift enthaltend, boshaft, gehässig’, mhd. giftec. Giftmischer m. ‘wer in verbrecherischer Absicht Gift bereitet’ (1. Hälfte 16. Jh.), scherzhaft ‘wer beruflich mit Gift zu tun hat’, vor allem für den ‘Apotheker’, zuweilen auch den ‘Arzt’ (2. Hälfte 18. Jh.), neuerdings auch für den ‘Barmixer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Giftstoff · ↗Schadstoff · ↗Toxikum · gesundheitsgefährdender Stoff  ●  Gift  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ganz) gefährliches Zeug · gefährliche Substanz(en)  ●  Gift  fig. · Giftzeug  ugs. · ↗Teufelszeug  ugs.
Assoziationen
  • gefährlich · ↗tückisch · ↗unberechenbar
  • Hände weg! · fassen Sie das nicht an  ●  Finger weg!  ugs. · Pfoten weg!  ugs. · lass die Finger davon  ugs. · pack das nicht an  ugs.
  • mit größter Vorsicht behandeln · sehr vorsichtig sein · äußerst vorsichtig umgehen mit  ●  höllisch aufpassen  ugs.
Synonymgruppe
Gift enthalten · gift... · giftig gemacht · mit Gift versetzt  ●  vergiftet (sein)  Hauptform · (es gibt) Gift (in)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dioxin Dolch Galle Gegengift Gift Konjunktur Schwermetall Steuererhöhung anreichern blond chemisch gefährlich injizieren krebserregend lähmend mischen pur schleichend speien spritzen spucken streuen süß träufeln tödlich verabreichen verseuchen verspritzen versprühen wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gift‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er sich verspekuliert hatte, brachte er sich mit Gift um.
Die Welt, 14.08.2001
Bis auf den heutigen Tag sind viele der felsenfesten Überzeugung, Kaffee sei Gift.
Der Tagesspiegel, 12.01.2001
Das Gift auf dem Tisch leuchtete aufdringlich, in einem fremden Licht.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 146
Wenn wir schon mit guten Gerüchen sparsam sein müssen, so müssen wir uns vor schlechten Gerüchen hüten wie vor Gift.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3078
Und wieder hatte der eifrige Greis Gift abzuhalten vom Blute.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 839
Zitationshilfe
„Gift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gift#1>, abgerufen am 15.11.2019.

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Gift, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gift · wird nur im Singular verwendet
Wortbildung mit ›Gift‹ als Letztglied: ↗Mitgift
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet Gabe
Beispiel:
Des Kaisers Wort ist groß und sichert jede Gift [GoetheFaustII 10927]
Gift und Gabe
Beispiel:
Bei Gott und Menschen ist beliebt, / Wer Gift und Gaben richtig gibt [Immerm.Münchh.1,184]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gift · Mitgift · giften · vergiften · giftig · Giftmischer
Gift n. ‘Stoff, der an oder in einem lebenden Organismus schädliche Wirkungen, Krankheiten oder Tod hervorruft’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. gift f. ‘das Geben, Gabe, Geschenk, Gift’, mnl. ghifte, ghichte, nl. gift f. ‘Gabe, Gift’, aengl. gift, gyft f. n. ‘Gabe, Belohnung, Brautpreis’, Plur. ‘Hochzeit’, anord. gipt, gift f. ‘Gabe, Glück, Vermählung (der Frau)’, got. fragifts f. ‘Verleihung’, Plur. ‘Verlobung’, ist eine germ. Abstraktbildung (*gefti-) mit t-Suffix (und dadurch bedingtem Wandel von b zu f) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Die ursprüngliche Bedeutung ‘Gabe, Geschenk, Schenkung’ (die Gift noch bei Goethe) ist heute geschwunden und hat sich nur in der Zusammensetzung Mitgift f. ‘Heiratsgut der Braut, Aussteuer’, frühnhd. mitegift (15. Jh.), mnd. medegift (13. Jh.), eigentlich ‘das Mitgegebene’, erhalten. Der Bedeutungswandel von ‘Gabe’ zu ‘tödliche Gabe, Gift’, euphemistisch zuerst im Ahd. bei Notker, steht später unter dem Einfluß von griech.-spätlat. dosis, das ‘Geschenk, Gabe, bestimmte Menge Arznei’ bedeutet (s. ↗Dosis), aber auch als verhüllender Ausdruck für ‘Gift’ verwendet wird. Gift behält das ursprünglich fem. Genus in beiden Bedeutungen vorerst bei, wird dann als ‘schädlicher Stoff’ zuerst Mask. (Anfang 15. Jh.), später Neutr. (Mitte 16. Jh.), das sich im 18. Jh. durchsetzt und Gift f. ‘Gabe’ verdrängt. giften Vb. (auch reflexiv) ‘ärgern, erzürnen’ (15. Jh.), an den bildlichen Gebrauch von Gift ‘Arglist, Bosheit, Ärger, Wut, Zorn’ anknüpfend; vgl. mhd. giften ‘geben, schenken, vergiften’, ahd. giften ‘ausliefern, aussetzen’ (10. Jh.). vergiften Vb. ‘mit Gift durchsetzen, durch Gift schädigen, mit Gift töten’, ahd. firgiften ‘verkaufen, übergeben, zuerkennen’ (10. Jh.), mhd. vergiften, vergiftigen ‘schenken, vermachen, vergiften’. giftig Adj. ‘Gift enthaltend, boshaft, gehässig’, mhd. giftec. Giftmischer m. ‘wer in verbrecherischer Absicht Gift bereitet’ (1. Hälfte 16. Jh.), scherzhaft ‘wer beruflich mit Gift zu tun hat’, vor allem für den ‘Apotheker’, zuweilen auch den ‘Arzt’ (2. Hälfte 18. Jh.), neuerdings auch für den ‘Barmixer’.
Zitationshilfe
„Gift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gift#2>, abgerufen am 15.11.2019.

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