Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gips, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gipses · Nominativ Plural: Gipse
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Gips‹ als Erstglied: Gipsabdruck · Gipsabguss · Gipsarbeiter · Gipsbein · Gipsbeton · Gipsbett · Gipsbewurf · Gipsbinde · Gipsbüste · Gipsdecke · Gipsdiele · Gipsestrich · Gipsfigur · Gipsform · Gipsformer · Gipskarton · Gipskopf · Gipskrawatte · Gipsmaske · Gipsmehl · Gipsmodell · Gipsmörtel · Gipsplatte · Gipssäge · Gipsverband · Gipsverputz · gipsern
 ·  mit ›Gips‹ als Letztglied: Estrichgips · Formgips · Marmorgips · Putzgips · Stuckgips
eWDG

Bedeutungen

1.
aus schwefelsaurem Kalkstein hergestellte mehlartige Substanz von grauer oder weißer Farbe, die nach Aufnahme von Wasser schnell erhärtet und im Bauwesen sowie in der Technik Verwendung findet
Beispiele:
den Gips anrühren
etw. in Gips formen, abdrücken, bilden
Fugen, ein Loch mit Gips verschmieren
der Gips bindet schnell, ist (schon) hart
die Büste ist nicht aus Marmor, sondern aus Gips
umgangssprachlichder Arzt musste den Arm in Gips legen (= einen Gipsverband anlegen)
ein Saumpfad … steinig, staubig, daher im Mondlicht weiß wie Gips [ FrischHomo faber185]
2.
Kunstwerk, Figur aus 1
Beispiel:
obgleich in allen Ecken [des Kapellchens] bemalter vergoldeter und plastisch segnender Gips stand [ GrassKatz18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gips · gipsen · Gipser · Gipsarbeiter · gipsern · Gipsverband
Gips m. mehlartige Substanz aus schwefelsaurem Kalk, die nach Aufnahme von Wasser schnell erhärtet. Wie Kalk, Mörtel, Zement, Ziegel (s. d.) kommt auch Gips dem Wort und der Sache nach von den Römern. Ahd. (11. Jh.), mhd. gips n. ist aus lat. gypsum n. und dieses aus griech. gýpsos (γύψος) f. ‘Gips, Zement’ entlehnt, das selbst semit. Ursprungs ist. Im 18. Jh. setzt sich mask. Geschlecht nach dem Vorbild vergleichbarer Materialbezeichnungen wie Kalk und Sand durch. – gipsen Vb. ‘mit Gips arbeiten, vermischen’, spätmhd. gipsen ‘mit Gips überziehen’. Gipser m. als Berufsbezeichnung für ‘Tüncher’ schon seit dem 13. Jh. belegt, später ‘wer aus Gips Gegenstände formt oder gießt, Gipsgießer’ (17. Jh.), heute noch südd. für ‘Stukkateur’, sonst dafür Gipsarbeiter m. (17. Jh.). gipsern Adj. ‘aus Gips bestehend’ (17. Jh.), älter gipsen Adj., ahd. gipsīn (Hs. 12. Jh.). Gipsverband m. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Chemie, Geologie
Synonymgruppe
Gips  ●  Gipsspat  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gips‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gips‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gips‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außer dem Gips, der immer wieder erneuert wurde, habe ich nichts von ihm bekommen. [Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 161]
Bald aber dürfte er fit sein, der Gips ist seit ein paar Tagen ab. [Die Zeit, 22.02.2012 (online)]
Das hat zwei Stunden gedauert, und den Abend habe ich dann mit meinen Händen im Gips verbracht. [Die Zeit, 01.10.1993, Nr. 40]
Dazu bastelte ich, so wie damals mit sechzehn, einen Berg aus Gips. [Die Zeit, 03.02.1992, Nr. 05]
Das Handgelenk war angebrochen, und der ganze Unterarm kam in Gips. [Die Zeit, 30.09.1977, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Gips“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gips>.

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