Gips, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gipses · Nominativ Plural: Gipse
Aussprache
Wortbildung mit ›Gips‹ als Erstglied: ↗Gipsabdruck · ↗Gipsabguss · ↗Gipsbeton · ↗Gipsbett · ↗Gipsbinde · ↗Gipsbüste · ↗Gipsdecke · ↗Gipsfigur · ↗Gipsform · ↗Gipsformer · ↗Gipskarton · ↗Gipsmaske · ↗Gipsmehl · ↗Gipsmörtel · ↗Gipsverband · ↗gipsern
 ·  mit ›Gips‹ als Letztglied: ↗Estrichgips · ↗Formgips · ↗Marmorgips · ↗Putzgips · ↗Stuckgips
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aus schwefelsaurem Kalkstein hergestellte mehlartige Substanz von grauer oder weißer Farbe, die nach Aufnahme von Wasser schnell erhärtet und im Bauwesen sowie in der Technik Verwendung findet
Beispiele:
den Gips anrühren
etw. in Gips formen, abdrücken, bilden
Fugen, ein Loch mit Gips verschmieren
der Gips bindet schnell, ist (schon) hart
die Büste ist nicht aus Marmor, sondern aus Gips
umgangssprachlich der Arzt musste den Arm in Gips legen (= einen Gipsverband anlegen)
ein Saumpfad ... steinig, staubig, daher im Mondlicht weiß wie Gips [FrischHomo faber185]
2.
Kunstwerk, Figur aus 1
Beispiel:
obgleich in allen Ecken [des Kapellchens] bemalter vergoldeter und plastisch segnender Gips stand [GrassKatz18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gips · gipsen · Gipser · Gipsarbeiter · gipsern · Gipsverband
Gips m. mehlartige Substanz aus schwefelsaurem Kalk, die nach Aufnahme von Wasser schnell erhärtet. Wie ↗Kalk, ↗Mörtel, ↗Zement, ↗Ziegel (s. d.) kommt auch Gips dem Wort und der Sache nach von den Römern. Ahd. (11. Jh.), mhd. gips n. ist aus lat. gypsum n. und dieses aus griech. gýpsos (γύψος) f. ‘Gips, Zement’ entlehnt, das selbst semit. Ursprungs ist. Im 18. Jh. setzt sich mask. Geschlecht nach dem Vorbild vergleichbarer Materialbezeichnungen wie Kalk und Sand durch. gipsen Vb. ‘mit Gips arbeiten, vermischen’, spätmhd. gipsen ‘mit Gips überziehen’. Gipser m. als Berufsbezeichnung für ‘Tüncher’ schon seit dem 13. Jh. belegt, später ‘wer aus Gips Gegenstände formt oder gießt, Gipsgießer’ (17. Jh.), heute noch südd. für ‘Stukkateur’, sonst dafür Gipsarbeiter m. (17. Jh.). gipsern Adj. ‘aus Gips bestehend’ (17. Jh.), älter gipsen Adj., ahd. gipsīn (Hs. 12. Jh.). Gipsverband m. (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Chemie, Geologie
Synonymgruppe
Gips  ●  Gipsspat  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Frauenglas · ↗Marienglas · Selenit · Spiegelstein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alabaster Bronze Dachziegel Grip Handabdruck Holz Kalk Kalkstein Kreide Krücke Lehm Leim Marmor Maschendraht Mörtel Papiermaché Pappe Pappmaché Salzsäure Silikon Sperrholz Stuck Styropor Terrakotta Wachs Zement ausgießen bemalt getönt modellieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gips‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außer dem Gips, der immer wieder erneuert wurde, habe ich nichts von ihm bekommen.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 161
Von der Decke des seit nunmehr fast zehn Jahren ungenutzten Gebäudes baumeln Fetzen aus Gips.
Der Tagesspiegel, 12.07.2000
Den Gips an seiner operierten rechten Hand ist er auch los.
Bild, 02.03.2000
Obwohl unser Haus wohl so ziemlich nur aus Gips gebaut sei, gab es hier wenigstens zwei Ausgänge.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 153
Da der Gips schnell abbindet, muß er nach dem Rühren sofort auf die gewünschte Fläche gebracht werden.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 403
Zitationshilfe
„Gips“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gips>, abgerufen am 24.09.2019.

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