Glätte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glätte · Nominativ Plural: Glätten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGlät-te
Wortbildung mit ›Glätte‹ als Letztglied: ↗Eisglätte · ↗Schneeglätte · ↗Straßenglätte
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Glattsein, Fehlen von Unebenheiten
Beispiele:
die Glätte des Meeresspiegels, der vereisten Straße
Vorsicht bei Glätte!
die Glätte des Marmors, der Fliesen
das übliche Frösteln nach zu langem Baden ... nahm seiner Haut die Glätte [GrassKatz6]
übertragen
Beispiel:
die formale Glätte eines Sprachstiles
2.
abwertend heuchlerisches, einschmeichelndes Auftreten
Beispiele:
die Glätte seiner Manieren, ihres Benehmens
Gegen die aalige Glätte ... kam man nur mit krummen diplomatischen Mitteln auf [Feuchtw.Nero92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glatt · Glätte · glätten · Glatteis · glatterdings · glattweg
glatt Adj. ‘ohne Unebenheit, schlüpfrig’, übertragen ‘ohne Hindernis, mühelos, heuchlerisch, einschmeichelnd, offenbar’, als Adverb auch (seit dem 16. Jh.) ‘völlig’, ahd. glat ‘glänzend, hell, klar’ (8. Jh.), mhd. g(e)lat ‘glänzend, eben, schlüpfrig’, asächs. glad- in gladmōd(i) ‘fröhlich’, mnd. mnl. glat, nl. glad ‘glatt, schlüpfrig’, aengl. glæd ‘glänzend, froh, angenehm’, engl. glad ‘froh’, anord. glaðr ‘froh, fröhlich, glänzend’, schwed. glad ‘froh, heiter’ (germ. *glada-) gehört mit lat. glaber (aus ie. *g̑hlədhro-) ‘glatt, unbehaart, kahl’, lit. glod(n)ùs, glõdnas ‘glatt (anliegend), glattgestrichen, sanft’, aslaw. gladъkъ, russ. gládkij (гладкий) ‘glatt, flach, eben’ zu ie. *g̑hlādh-, *g̑hlədh- bzw. *ghlādh-, *ghlədh- ‘glänzend, glatt’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ bzw. ihrer Varianten (s. ↗gelb). Glätte f. ‘Glattheit, Schlüpfrigkeit’, mhd. glete, auch ‘glasartige, glänzende Bleischlacke’. glätten Vb. ‘glattmachen’, (reflexiv) ‘glatt, eben werden’ (15. Jh.), landschaftlich auch ‘bügeln’. Glatteis n. ‘dünne Eisschicht auf Wegen und Fahrbahnen’ (16. Jh.). Zur Umgangssprache gehören glatterdings Adv. ‘ohne Umstände, ohne weiteres’ (Mitte 18. Jh.; gebildet nach allerdings, schlechterdings, platterdings) und älteres gleichbed. glattweg Adv. (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit 2. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eisregen Frost Härte Kälte Kühle Nebel Neuschnee Nässe Oberfläche Oberflächlichkeit Perfektion Schleudern Schnee Schneefall Schneematsch Unverbindlichkeit Weichheit ausbremsen extrem gefährlich klassizistisch kühl makellos marmorn poliert routiniert spiegelnd steril streuen winterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glätte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wagen haftet in Kurven sicherer auf der Straße, kommt bei Glätte besser voran.
Bild, 12.12.2003
Die Arbeiterinnen drücken die Tafeln auf die Scheiben und nehmen sie, wenn sie die richtige Glätte erlangt haben, wieder heraus.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Die formale Glätte des Klassizisten, die nichts der Andeutung überläßt, gibt der mythischen Figur einerseits vornehme Linearität, anderseits eine nahezu naturalistische Lebensnähe.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 210
Es wird deutlich wärmer, und deshalb droht keine Glätte mehr.
Der Tagesspiegel, 05.02.2001
Und am Ende sei es dann doch wieder zu warm für Glätte.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2000
Zitationshilfe
„Glätte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glätte>, abgerufen am 08.12.2019.

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