Gläubige, die oder der

Grammatik Substantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Gläubigen · Nominativ Plural: Gläubige(n)
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Gläubigen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Gläubige.
Worttrennung Gläu-bi-ge
Grundform gläubig
Wortbildung  mit ›Gläubige‹ als Letztglied: ↗Altgläubige
DWDS-Vollartikel, 2014

Bedeutung

Person, die einem religiösen Glauben anhängt
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Gläubige bestärken, mahnen, segnen
mit Adjektivattribut: betende, praktizierende Gläubige; fanatische Gläubige; griechisch-orthodoxe, muslimische, orthodoxe Gläubige
in Koordination: Gläubige und Ungläubige, Gläubige und Atheisten
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Gläubigen pilgern, beten, versammeln sich
als Dativobjekt: den Gläubigen etw. verheißen
Beispiele:
Pfaffen schüchterten Gläubige ein, die längst nicht mehr wußten, was glauben, wem glauben. Ihrem Pfaffen etwa?, dem Bischof?, dem König? [Urs Widmer, Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 105]
Diese Blüte [des deutschen Kirchenliedes] verdankt sich der Reformation, genauer gesagt: Martin Luther. Er nämlich wollte, dass die Gläubigen in ihrer eigenen Sprache eigene Lieder sängen, um sich so der Gemeinschaft und der Botschaft zu versichern. [Die Zeit, 30.12.2013 (online)]
Mit 191 Millionen Gläubigen hat Indonesien die größte muslimische Bevölkerung der Welt. [Die Zeit, 13.07.2009 (online)]
Mag der Dichter das Herz, der Gläubige die Seele des Menschen für das Wichtigste halten, wenn es um Freund und Feind geht, geht es um den Kopf. [Die Welt, 26.07.2003]
Am Karfreitag hat Jean‑Marie Lustiger, der Erzbischof von Paris und jüdischer Herkunft, in Begleitung von fünftausend Gläubigen ein Kreuz zur Kirche Sacré‑Coeur auf dem Montmartre‑Hügel getragen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.1994]
Während die katholische Kirche ihre Autorität in eine mystische, in absoluter Höhe über dem Gläubigen thronende Form hüllt, […] gestattet sie ihm doch seinerseits kein ungestörtes religiöses Fürsichsein[…] [Simmel, Georg, Philosophie des Geldes, Leipzig: Duncker & Humblot 2. Aufl. 1907, S. 425]
Zitationshilfe
„Gläubige“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gl%C3%A4ubige>, abgerufen am 01.12.2020.

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