Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Glück, das

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GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Glück(e)s · Nominativ Plural: Glücke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Glück‹ als Erstglied: Glück verheißend · Glückauf · Glücksautomat · Glücksbote · Glücksbotschaft · Glücksbringer · Glücksbude · Glückscent · Glücksempfinden · Glücksfall · Glücksfee · Glücksgefühl · Glücksgriff · Glücksgöttin · Glücksgüter · Glückshafen · Glückshaube · Glückshormon · Glückshunger · Glücksjäger · Glückskarte · Glückskatze · Glückskeks · Glückskind · Glücksklee · Glückskreuzer · Glückskäfer · Glückslos · Glücksmoment · Glücksmännchen · Glückspfennig · Glückspille · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter · Glückssache · Glücksschmiede · Glücksschuss · Glücksschwein · Glücksspiel · Glücksstern · Glückssträhne · Glückssäckel · Glückstag · Glückstaumel · Glückstopf · Glückstreffer · Glücksuhr · Glücksumstand · Glücksversprechen · Glücksvogel · Glücksvorstellung · Glückswelle · Glückszahl · Glückszeichen · Glückszufall · Glückwunsch · glückbegünstigt · glückbringend · glückhaft · glücklos · glücksbringend · glückselig · glückshungrig · glückstrahlend · glückstrunken · glückverheißend
 ·  mit ›Glück‹ als Letztglied: Babyglück · Bruttonationalglück · Eheglück · Erdenglück · Familienglück · Ferienglück · Heidenglück · Jagdglück · Jugendglück · Kinderglück · Kriegsglück · Lebensglück · Liebesglück · Losglück · Menschenglück · Mordsglück · Mutterglück · Scheinglück · Sinnenglück · Spielglück · Unglück · Vaterglück · Waffenglück · Wetterglück
eWDG

Bedeutungen

1.
zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände in einer Situation, die man selbst nicht beeinflussen kann, Begünstigung durch besondere Zufälle
Grammatik: nur im Singular
in gegensätzlicher Bedeutung zu Pech²
Beispiele:
ein großes, unerhörtes Glück
oft scherzhaftein unverschämtes Glück
er hat Glück bei dem Sturz gehabt
wir hatten noch einmal Glück (im Unglück)
scherzhaft Glück muss der Mensch haben!
Sie haben gehabt weder Glück noch Stern [Volkslied »Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht«]
er hat viel Glück (= Erfolg) bei den Frauen, in der Liebe gehabt
damit hast du bei mir kein Glück (= erreichst du nichts)
umgangssprachlichjmd. ist ein Hans im Glück (= jmd. ist ein Glückspilz)
umgangssprachlichjmd. hat mehr Glück als Verstand (= jmd. ist ein Glückspilz)
sein Glück versuchen, probieren, erproben
sich auf sein Glück verlassen
jmdm. Glück zu etw. wünschen
du kannst wirklich von Glück sagen, reden, dass …
mit etw. sein Glück machen (= mit etw. großen Erfolg haben)
Glück auf! (= Gruß der Bergleute)
Glück ab! (= Gruß der Flieger vor dem Start)
sprichwörtlichUnglück, Pech im Spiel, Glück in der Liebe
etw. ist jmds. Glück (= etw. ist sehr günstig für jmdn.), etw. ist ein wahres Glück, ein Glück
Beispiele:
es war mein Glück, dass ein Arzt zur Stelle war
das ist dein Glück, dass du pünktlich bist!
es ist ein (wahres) Glück, dass ich genug Geld eingesteckt habe
ein Glück, dass es nicht regnet!
zum Glück (= zu jmds. Vorteil, glücklicherweise)
Beispiele:
zum Glück habe ich genug Geld eingesteckt
zum Glück war die Tür offen, hatte das Geschäft noch auf
zum Glück trug sie festes Schuhwerk
bei dem Unfall wurde zum Glück niemand verletzt
auf gut Glück (= ohne die Garantie eines günstigen Ausganges, Erfolges)
Beispiele:
er ging auf gut Glück los
ich werde es auf gut Glück versuchen
Auf gut Glück betrat ich eine von ihnen […] [ KusenbergNicht zu glauben26]
2.
Personifikation von 1, Fortuna
Grammatik: nur im Singular, nur mit bestimmtem Artikel
Beispiele:
das Glück ist blind
das blinde, launische, wechselhafte Glück
jmd. ist ein Kind des Glücks (= jmdm. fällt alles mühelos zu)
jmd. ist ein Stiefkind des Glücks
das Glück lacht, lächelt, winkt jmdm., begünstigt jmdn., ist jmdm. günstig, hold, gnädig, gewogen, ist mit jmdm., ist gegen jmdn., hat jmdm. den Rücken gekehrt, hat sich gegen jmdn. gewendet, hat jmdn. verlassen
Bedenkt, wie schnell des Glückes Rad sich dreht [ SchillerWallenst. TodIV 7]
Das Glück hat gegen dich entschieden [ BrechtRundköpfe4]
3.
freudig-bewegter Zustand, in dem man sich befindet, wenn man die ersehnten ideellen oder materiellen Güter erlangt hat
Beispiele:
das Glück des jungen Paares, der jungen Mutter, der Familie, Kinder
das Glück der ganzen Menschheit
es ist ein Glück, Kinder zu haben
ein junges, stilles, tiefes, hohes, reines, inneres, äußeres, ungetrübtes, unverdientes, dauerndes, kurzes, häusliches, bürgerliches, verlorenes Glück
du bist mein (ganzes) Glück (= machst mich glücklich)
ihm ist das Glück nicht in den Schoß gefallen
nichts trübte ihr Glück
das Glück erjagen, erringen wollen
etw. bringt jmdm. Glück
das wird dir kein Glück bringen
er konnte sein Glück nicht fassen
sein Glück verscherzen, von sich stoßen
sein Glück mit Füßen treten (= grob missachten)
ich will deinem Glück nicht im Wege stehen (= will dich nicht hindern, nach deinem Willen zu handeln)
sie strahlte vor Glück, war trunken von, vor Glück
scherzhaftsie schwamm in Glück
Glück und Freude herrschten
in Glück und Unglück zusammenstehen
in Glück und Wohlstand, Reichtum leben
sprichwörtlich Glück und Glas, wie leicht, bald bricht das!
sprichwörtlichjeder ist seines Glückes Schmied
Das Glück im Winkel [ Suderm.GlückTitel]
Höchstes Glück der Erdenkinder / Sei nur die Persönlichkeit [ GoetheDivan2,97]
Ich habe genossen das irdische Glück [ SchillerPiccolominiIII 7]
Lerne nur das Glück ergreifen, / Denn das Glück ist immer da! [ GoetheWillst du immer weiter schweifen]
dann würde man sie eben zu ihrem Glück zwingen müssen [ MusilMann864]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Glück  ●  Dusel ugs. · Fortune geh., franz. · Fortüne geh. · Glick ugs., bayr. · Masel ugs. · Masen ugs., österr. · Massel ugs., jiddisch · Meise ugs., österr. · Schwein ugs.
Unterbegriffe
  • (ein) Glück · (ein) unverdientes Glück · (eine) Gnade · (eine) wundersame Fügung · (etwas) hätte nicht besser sein können · (jemand) hätte es nicht besser treffen können · Fügung des Schicksals · Glücksfall · Güte des Schicksals · Segen · glückliche Fügung · glückliche Umstände · glücklicher Umstand · glücklicher Zufall · günstige Umstände  ●  (ein) Geschenk der Götter fig. · (ein) Gottesgeschenk fig. · (etwas) hätte nicht besser laufen können variabel · Geschenk des Himmels ugs., fig.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold geh. · Fortuna lächelt (jemandem) geh. · Fortuna meint es gut (mit jemandem) geh., fig.

Typische Verbindungen zu ›Glück‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glück‹.

Verwendungsbeispiele für ›Glück‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Leid von anderen ertragen auch wir oft viel leichter als das Glück von anderen. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 28]
Utopisch nicht beirrt, zu unserem Glück, ist er bisher seinen Weg gegangen. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 370]
Die kraftvoll wahrgenommene Chance zur nationalen Einheit war für Kohl ein durchaus unverhofftes Glück. [Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 89]
Man kann eine Erwartung ansetzen, ohne die Welt zu kennen – auf gut Glück hin. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 354]
Nur wenigen ist es wirklich gelungen, die waren irgendwie vom Glück begünstigt, die das überlebt haben. [o. A.: Bericht einer Frau über die Auswirkungen der alliierten Bombenangriffe auf Dresden am 13. Februar 1945, 2. Fassung, 13.02.1945]
Zitationshilfe
„Glück“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gl%C3%BCck>.

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