Glück, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Glück(e)s · Nominativ Plural: Glücke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Glück‹ als Erstglied: ↗Glückauf · ↗Glücksbote · ↗Glücksbotschaft · ↗Glücksbringer · ↗Glücksempfinden · ↗Glücksfall · ↗Glücksgefühl · ↗Glücksgriff · ↗Glücksgöttin · ↗Glücksgüter · ↗Glückshafen · ↗Glückshaube · ↗Glückshunger · ↗Glücksjäger · ↗Glückskeks · ↗Glückskind · ↗Glücksklee · ↗Glückskreuzer · ↗Glückslos · ↗Glücksmännchen · ↗Glückspfennig · ↗Glückspille · ↗Glückspilz · ↗Glücksrad · ↗Glücksritter · ↗Glückssache · ↗Glücksschwein · ↗Glücksspiel · ↗Glücksstern · ↗Glückssträhne · ↗Glückssäckel · ↗Glückstag · ↗Glückstopf · ↗Glücksumstand · ↗Glücksvogel · ↗Glückszeichen · ↗Glückszufall · ↗Glückwunsch · ↗glückbegünstigt · ↗glückhaft · ↗glücklos · ↗glückselig · ↗glückshungrig · ↗glückverheißend
 ·  mit ›Glück‹ als Letztglied: ↗Bruttonationalglück · ↗Eheglück · ↗Erdenglück · ↗Familienglück · ↗Ferienglück · ↗Heidenglück · ↗Jagdglück · ↗Jugendglück · ↗Kinderglück · ↗Kriegsglück · ↗Lebensglück · ↗Liebesglück · ↗Losglück · ↗Menschenglück · ↗Mordsglück · ↗Mutterglück · ↗Scheinglück · ↗Sinnenglück · ↗Spielglück · ↗Unglück · ↗Vaterglück · ↗Waffenglück · ↗Wetterglück
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände in einer Situation, die man selbst nicht beeinflussen kann, Begünstigung durch besondere Zufälle
Gegenwort zu Pech2
Beispiele:
ein großes, unerhörtes Glück
salopp ein unverschämtes Glück
er hat Glück bei dem Sturz gehabt
wir hatten noch einmal Glück (im Unglück)
scherzhaft Glück muss der Mensch haben!
er hat viel Glück (= Erfolg) bei den Frauen, in der Liebe gehabt
damit hast du bei mir kein Glück (= erreichst du nichts)
umgangssprachlich jmd. ist ein Hans im Glück (= jmd. ist ein Glückspilz)
salopp, umgangssprachlich jmd. hat mehr Glück als Verstand (= jmd. ist ein Glückspilz)
sein Glück versuchen, probieren, erproben
sich auf sein Glück verlassen
jmdm. Glück zu etw. wünschen
du kannst wirklich von Glück sagen, reden, dass ...
mit etw. sein Glück machen (= mit etw. großen Erfolg haben)
Glück auf! (= Gruß der Bergleute)
Glück ab! (= Gruß der Flieger vor dem Start)
sprichwörtlich Unglück, Pech im Spiel, Glück in der Liebe
Sie haben gehabt weder Glück noch Stern [VolksliedEs fiel ein Reif in der Frühlingsnacht]
etw. ist jmds. Glück
etw. ist ein wahres Glück
ein Glück
etw. ist sehr günstig für jmdn.
Beispiele:
es war mein Glück, dass ein Arzt zur Stelle war
das ist dein Glück, dass du pünktlich bist!
es ist ein (wahres) Glück, dass ich genug Geld eingesteckt habe
ein Glück, dass es nicht regnet!
zum Glückzu jmds. Vorteil, glücklicherweise
Beispiele:
zum Glück habe ich genug Geld eingesteckt
zum Glück war die Tür offen, hatte das Geschäft noch auf
zum Glück trug sie festes Schuhwerk
bei dem Unfall wurde zum Glück niemand verletzt
auf gut Glückohne die Garantie eines günstigen Ausganges, Erfolges
Beispiele:
er ging auf gut Glück los
ich werde es auf gut Glück versuchen
Auf gut Glück betrat ich eine von ihnen [KusenbergNicht zu glauben26]
2.
nur im Singular, nur mit bestimmtem Artikel
Personifikation von 1, Fortuna
Beispiele:
das Glück ist blind
das blinde, launische, wechselhafte Glück
jmd. ist ein Kind des Glücks (= jmdm. fällt alles mühelos zu)
jmd. ist ein Stiefkind des Glücks
das Glück lacht, lächelt, winkt jmdm., begünstigt jmdn., ist jmdm. günstig, hold, gnädig, gewogen, ist mit jmdm., ist gegen jmdn., hat jmdm. den Rücken gekehrt, hat sich gegen jmdn. gewendet, hat jmdn. verlassen
Bedenkt, wie schnell des Glückes Rad sich dreht [SchillerWallenst. TodIV 7]
Das Glück hat gegen dich entschieden [BrechtRundköpfe4]
3.
freudig-bewegter Zustand, in dem man sich befindet, wenn man die ersehnten ideellen oder materiellen Güter erlangt hat
Beispiele:
das Glück des jungen Paares, der jungen Mutter, der Familie, Kinder
das Glück der ganzen Menschheit
es ist ein Glück, Kinder zu haben
ein junges, stilles, tiefes, hohes, reines, inneres, äußeres, ungetrübtes, unverdientes, dauerndes, kurzes, häusliches, bürgerliches, verlorenes Glück
du bist mein (ganzes) Glück (= machst mich glücklich)
ihm ist das Glück nicht in den Schoß gefallen
nichts trübte ihr Glück
das Glück erjagen, erringen wollen
etw. bringt jmdm. Glück
das wird dir kein Glück bringen
er konnte sein Glück nicht fassen
sein Glück verscherzen, von sich stoßen
sein Glück mit Füßen treten (= grob missachten)
ich will deinem Glück nicht im Wege stehen (= will dich nicht hindern, nach deinem Willen zu handeln)
sie strahlte vor Glück, war trunken von, vor Glück
scherzhaft sie schwamm in Glück
Glück und Freude herrschten
in Glück und Unglück zusammenstehen
in Glück und Wohlstand, Reichtum leben
sprichwörtlich Glück und Glas, wie leicht, bald bricht das!
sprichwörtlich jeder ist seines Glückes Schmied
Das Glück im Winkel [Suderm.GlückTitel]
Höchstes Glück der Erdenkinder / Sei nur die Persönlichkeit [GoetheDivan2,97]
Ich habe genossen das irdische Glück [SchillerPiccolominiIII 7]
Lerne nur das Glück ergreifen, / Denn das Glück ist immer da! [GoetheWillst du immer weiter schweifen]
dann würde man sie eben zu ihrem Glück zwingen müssen [MusilMann864]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Glück · ↗Glücksgefühl · ↗Hochgefühl
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Glück  Hauptform · ↗Dusel  ugs. · ↗Fortune  geh., franz. · ↗Fortüne  geh. · Glick  ugs., bair. · Masel  ugs. · Masen  ugs., österr. · ↗Massel  ugs., jiddisch · ↗Meise  ugs., österr. · ↗Schwein  ugs.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben  sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold  geh. · Fortuna lächelt (jemandem)  geh. · Fortuna meint es gut mit  geh., fig.
Antonyme
  • Glück  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenblick Erde Freude Geschick Gesundheit Leid Liebe Moment Pech Schmied Streben Suche Traum Tüchtige Unglück Wohlstand Zufall Zufriedenheit fassen fehlen gehaben irdisch persönlich privat suchen versuchen vollkommen weinen wünschen zwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glück‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist unser Glück gewesen, dadurch benötigten wir kein Militär.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]
Das sogenannte Glück der Kinder liegt darin, daß sie noch nicht ahnen, in welche Scheiße, auch »Ernst des Lebens« geheißen, sie bald gestoßen werden.
konkret, 1985
Der Erfolg seiner Werke drängte ihn jedoch, sein Glück an einem glänzenderen Hofe zu suchen.
Bautier-Regnier, Anne-Marie: Jaches de Wert. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 33815
Es hängt aber zum Glück in der Philosophie nicht alles an den Bildern allein.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 905
Ein Glück, daß sie ihn umarmt hatte, sie wäre sonst nie mehr dazugekommen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 292
Zitationshilfe
„Glück“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glück>, abgerufen am 13.12.2018.

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