Glückseligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glückseligkeit · wird nur im Singular verwendet
Nebenform selten Glücksseligkeit · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glücksseligkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGlück-se-lig-keit
Wortzerlegungglückselig-keit
eWDG, 1969

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von glückselig
Beispiele:
die Glückseligkeit der Kinder
eine große Glückseligkeit erfüllte sie
Was er da angestellt hatte vor Glückseligkeit [PolenzBüttnerbauer1,4]
ich habe den Lehren unseres Herrn Kaplan über die Glückseligkeiten kirchlicher Zucht weniger aufmerksam gelauscht [TralowKepler239]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freude · ↗Freudigkeit · ↗Frohmut · ↗Frohsinn · ↗Fröhlichkeit · Glückseligkeit · ↗Heiterkeit · ↗Vergnügen · freudige Erregung · gute Laune  ●  ↗Konvivialität  geh., bildungssprachlich, lat. · gute Schwingungen  ugs.
Oberbegriffe
Antonyme
  • Glückseligkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dasein Erlangung Gipfel Hort Insel Oase Paradies Pforte Sittlichkeit Streben Taumel Tempel Tor Tugend Vollkommenheit Zustand erlangen ewig himmlisch irdisch kollektiv menschlich schwarz-gelb schwelgen unendlich verheißen versinken vollendet vollkommen wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glückseligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht umsonst gilt Gelb im asiatischen Raum als Farbe der Glückseligkeit.
Bild, 27.09.2000
Da hatte ich die Empfindung, als könne man hier ein neues Leben voll schweigender Glückseligkeit beginnen.
Der Tagesspiegel, 26.03.1999
Während die anderen ihrem Untergang entgegensehen, findet Jim »die Gesetze der menschlichen Glückseligkeit«.
Fath, Rolf: Werke - A. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 206
Trotz allem lag nun das Leben, das schöne, lachende Leben voll Glückseligkeit vor ihnen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 208
Sie schlug die Hände zusammen in eitel Glückseligkeit und lachte wie ein Kind.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 56
Zitationshilfe
„Glückseligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glückseligkeit>, abgerufen am 12.12.2019.

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