Glücksrad, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungGlücks-rad (computergeneriert)
WortzerlegungGlückRad
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das rollende Rad, die rollende Kugel der Glücksgöttin
2.
das sich drehende Rad, aus dem bei Glücksspielen die Lose gezogen werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Buchstabenfee Fortuna Hüpfburg Tombola drehen umdrehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glücksrad‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Glücksrad entscheidet dann bei der "Zweiten Chance" über die Höhe des Gewinns.
Süddeutsche Zeitung, 03.09.1997
Denkbar erscheint alles, beweisbar ist nichts, und so dreht sich das Glücksrad Fernsehen weiter.
Die Zeit, 19.06.1995, Nr. 25
Sag ihnen nur, daß mein Glücksrad noch auf vollen Touren läuft und es sicher sehr schwer ist, dasselbe anzuhalten.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.05.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Er habe auch ein untrügliches System, durch dessen Anwendung große Lotteriegewinne sich aus dem Glücksrade hervorzaubern lassen.
Friedländer, Hugo: Der Zaubermord am Teufelssee vor dem Schwurgericht zu Potsdam. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28981
In einer Paschbude mit Glücksrad oder Würfelbrett kann man sich launig ausgesuchte kleine Gewinne erspielen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 272
Zitationshilfe
„Glücksrad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glücksrad>, abgerufen am 13.11.2019.

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