Glasur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glasur · Nominativ Plural: Glasuren
Aussprache
WorttrennungGla-sur (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Glasur‹ als Letztglied: ↗Bleiglasur · ↗Mattglasur · ↗Porzellanglasur · ↗Rohglasur · ↗Schmelzglasur · ↗Schokoladenglasur · ↗Steingutglasur · ↗Töpferglasur · ↗Zitronenglasur · ↗Zuckerglasur
eWDG, 1967

Bedeutung

glasartiger, glänzender Überzug
a)
glasartiger, glänzender Überzug aus Kieselsäure und Flussmitteln auf Metallen und keramischen Erzeugnissen, um sie glatt und haltbar zu machen, Schmelz
Beispiele:
eine blaue, farblose Glasur
die Glasur ist abgesprungen
b)
Kochkunst Überzug auf Speisen, besonders Backwerk
Beispiel:
die Glasur auf einer Torte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glas · glasen · verglasen · glasieren · Glasur · Glaser · gläsern · glasig
Glas n. ‘durchsichtiger bzw. lichtdurchlässiger, harter, spröder Stoff’ sowie daraus gefertigte Gegenstände wie ‘Trinkglas, Brille, Sanduhr’ (vgl. Stundenglas) u. dgl. Ahd. glas ‘Bernstein, Glas’ (um 800), mhd. glas ‘Glas, daraus hergestellter Gegenstand (Fensterscheibe, Spiegel, Brille)’, asächs. glas, gles ‘Glas’, mnd. glas ‘Glas, Trinkgefäß, Stundenglas’, mnl. nl. glas, aengl. glæs, engl. glass setzen germ. *glasa- ‘Bernstein’, anord. gler ‘Glas’ (mit grammatischem Wechsel) germ. *glaza- voraus, das mit von den Römern als germ. Bezeichnung des Bernsteins überliefertem (ablautendem) lat. glēsum (Tacitus), glaesum (Plinius) und (zusätzlich zum Ablaut grammatischen Wechsel aufweisendem) germ. *glēza- in asächs. glēr, mnd. glār ‘Harz’, aengl. glær ‘Bernstein, Harz’ sowie air. glass ‘grün, grau, blau’ auf eine s-Erweiterung ie. *g̑hlēs-, *g̑hləs- der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. ↗gelb) zurückgeht. Die Germanen bezeichnen das von den Römern in Form von Perlen und Ringen eingeführte Material mit dem ihnen geläufigen Ausdruck für den ebenfalls als Schmuck getragenen ‘Bernstein’. Vgl. Ostberg in: Beitr. z. Erforsch. d. dt. Sprache 3 (1983) 269 ff., aber auch Meineke Bernstein im Ahd. (1984). Aus Stundenglas verkürzt ist Glas ‘Sanduhr’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Seemannssprache ‘halbe Stunde’ nach der früher auf Schiffen üblichen ‘halbstündig ablaufenden Sanduhr’, im Nd. seit Ende des 16. Jhs., wohl Übernahme von nl. glas, wie der dem Nl. entsprechende Plural Glasen erkennen läßt; ins Hd. gelangt diese Verwendung im 17. Jh. Dazu glasen Vb. ‘die halben Stunden mit der Schiffsglocke anzeigen’ (19. Jh.). verglasen Vb. ‘mit Glasscheiben versehen, glasig werden’, mhd. verglasen; auch ‘mit Glasur überziehen’ (15. Jh.). glasieren Vb. ‘mit einer Glasur versehen’, spätmhd. glasieren. Glasur f. ‘glasartiger Überzug auf Metall und Töpferwaren, glänzender Überzug auf Backwaren, Zuckerguß’ (Anfang 16. Jh.), gebildet zu Glas unter Einfluß von ↗Lasur (s. d.). Glaser m. ‘Glasarbeiten ausführender Handwerker’, ahd. glaseri (11. Jh.), mhd. glasære, glaser, (md.) gleser. gläsern Adj. ‘aus Glas bestehend, hergestellt, spröde, zerbrechlich’, spätmhd. gleserīn; daneben älteres gläsen (bis 17. Jh.), ahd. (8. Jh.), mhd. glesīn. glasig Adj. ‘wie Glas (aussehend), starr, spröde’ (15. Jh., geläufig seit 18. Jh. aus bergmännischem Gebrauch bei Goethe); daneben glasicht (bis Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glasur · ↗Guss · ↗Überzug

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemalung Engobe Farbe Gefäß Keramik Maß Oberfläche Porzellan Scherbe Ziegel aufgetragen auftragen blau bleihaltig braun dick durchsichtig dünn farbig farblos fein geflossen gelb grün transparent türkisfarben verwenden weiß überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glasur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Glasur erstrahlte im Blitzlicht der Kameras in knalligem Pink.
Die Zeit, 04.04.2011, Nr. 14
Von ihm selbst kennt man eigentlich viel mehr die plastischen Arbeiten, frei gestaltete Formen aus Ton mit sehr eigenwilligen farbigen Glasuren.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2001
Das ziemlich graue K. P. ist in der Glasur unrein und blasig.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 10041
Hierbei schmelzen die Flußmittel der Glasur zu einer durchsichtigen, glasartigen Masse zusammen.
Die Landfrau, 15.11.1924
Seine feste, mit der Masse in Eins verschmolzene Glasur springt nicht ab, hinterläßt keine trüben Schmutzflecken, läßt sich rascher und gründlicher reinigen.
Popp, Joseph: Zur Einführung. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1915], S. 259
Zitationshilfe
„Glasur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glasur>, abgerufen am 17.10.2018.

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