Glatteis

GrammatikSubstantiv
WorttrennungGlatt-eis
WortzerlegungglattEis1
Wortbildung mit ›Glatteis‹ als Erstglied: ↗Glatteisgefahr
eWDG, 1967

Bedeutung

dünne Eisdecke, die sich auf Wegen und Fahrbahnen gebildet hat
Beispiele:
Glatteis setzte ein
gefährliches Glatteis
bei Glatteis muss gestreut werden
im Rundfunk wurde vor Glatteis gewarnt
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
jmdn. aufs Glatteis (= in eine heikle Situation, schwierige Lage) führen
sich auf Glatteis wagen
auf dem Glatteis gesellschaftlicher Verpflichtungen [BöllAdam23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glatt · Glätte · glätten · Glatteis · glatterdings · glattweg
glatt Adj. ‘ohne Unebenheit, schlüpfrig’, übertragen ‘ohne Hindernis, mühelos, heuchlerisch, einschmeichelnd, offenbar’, als Adverb auch (seit dem 16. Jh.) ‘völlig’, ahd. glat ‘glänzend, hell, klar’ (8. Jh.), mhd. g(e)lat ‘glänzend, eben, schlüpfrig’, asächs. glad- in gladmōd(i) ‘fröhlich’, mnd. mnl. glat, nl. glad ‘glatt, schlüpfrig’, aengl. glæd ‘glänzend, froh, angenehm’, engl. glad ‘froh’, anord. glaðr ‘froh, fröhlich, glänzend’, schwed. glad ‘froh, heiter’ (germ. *glada-) gehört mit lat. glaber (aus ie. *g̑hlədhro-) ‘glatt, unbehaart, kahl’, lit. glod(n)ùs, glõdnas ‘glatt (anliegend), glattgestrichen, sanft’, aslaw. gladъkъ, russ. gládkij (гладкий) ‘glatt, flach, eben’ zu ie. *g̑hlādh-, *g̑hlədh- bzw. *ghlādh-, *ghlədh- ‘glänzend, glatt’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ bzw. ihrer Varianten (s. ↗gelb). Glätte f. ‘Glattheit, Schlüpfrigkeit’, mhd. glete, auch ‘glasartige, glänzende Bleischlacke’. glätten Vb. ‘glattmachen’, (reflexiv) ‘glatt, eben werden’ (15. Jh.), landschaftlich auch ‘bügeln’. Glatteis n. ‘dünne Eisschicht auf Wegen und Fahrbahnen’ (16. Jh.). Zur Umgangssprache gehören glatterdings Adv. ‘ohne Umstände, ohne weiteres’ (Mitte 18. Jh.; gebildet nach allerdings, schlechterdings, platterdings) und älteres gleichbed. glattweg Adv. (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit 2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glatteis · ↗Straßenglätte · Winterglätte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrutscher Eisregen Fahren Frost Krimibuchhandlung Nebel Neuschnee Nässe Regen Reifglätte Rutschen Schleudern Schnee Schneefall Schneeglätte Schneematsch Schneesturm Schneetreiben Schneeverwehung Stau Streupflicht Verkehrsunfall Wintereinbruch auftretend ausrutschen begaben begeben schlittern streuen tückisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glatteis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sich aber zuviel Sand in die Augen streut, ist längst auf dem Glatteis.
Bild, 20.02.2006
Da hier der kalte Wind stärker einfällt, bildet sich an diesen offenen Stellen schneller Glatteis.
Der Tagesspiegel, 11.12.2004
Auf tauendem Glatteis ist er, also beschuht, eine tragische Gestalt.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 1, Bd. 18
In der Sinteranlage rutscht er bei Glatteis aus und fällt unglücklich, weil er instinktiv versucht, sich mit dem gesunden Arm abzustützen.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 116
Jetzt durfte ich mich nicht auf das Glatteis irgendeines Abschiedsgesprächs begeben.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Zitationshilfe
„Glatteis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glatteis>, abgerufen am 24.07.2019.

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