Glaube, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Glaubens · Plural: Glauben · wird meist im Singular verwendet
Nebenform Glauben · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Glaubens · Plural: Glauben · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungGlau-be · Glau-ben (computergeneriert)
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eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das auf einer inneren Überzeugung beruhende Fürwahrhalten von Dingen, Erscheinungen, die objektiv nicht bewiesen sind
Beispiele:
der Glaube, Glauben an das Gute im Menschen, an den Sieg der Vernunft, an eine glückliche Zukunft
der Glaube, Glauben macht's umgangssprachlich
ein unerschütterlicher, (felsen)fester, tiefer, inbrünstiger, echter, frommer, fanatischer, falscher, irriger, blinder Glaube, Glauben
ein Glaube, Glauben verstärkt, befestigt sich in jmdm.
des Glaubens sein gehoben
den Glauben an etw., jmdn. haben, sich nicht nehmen lassen, verlieren
jmdm. seinen Glauben erschüttern, zerstören, rauben
er hatte den Glauben, lebte in dem Glauben, dass ...
in seinem Glauben (an die Menschen) schwankend, wankend werden
sich in einem Glauben wiegen spöttisch
jmdn. bei seinem Glauben lassen
von einem Glauben beseelt sein
der Glaube, Glauben macht selig sprichwörtlich
Vertrauen
Beispiele:
jmdm., jmds. Worten Glauben schenken
in gutem Glauben (= ohne Hintergedanken) handeln
Vertrauen, Glaube, Hoffnung ist dahin [SchillerWallenst. TodII 7]
Glauben finden papierdeutsch
Beispiel:
er konnte bei niemandem Glauben in seine Worte finden
auf, in Treu und Glaubenim festen Vertrauen
Beispiele:
er hatte es ihr auf Treu und Glauben übergeben
in Treu und Glauben handeln
2.
Bekenntnis, Konfession
Beispiele:
der christliche, jüdische Glaube, Glauben
der Glaube, Glauben an Gott
der alte Glaube, Glauben der Väter
die Freiheit des Glaubens
seinen Glauben bekennen, verleugnen
an seinem Glauben festhalten
für seinen Glauben sterben müssen
jmdn. für seinen Glauben gewinnen
jmdn. in seinem Glauben stärken
zu einem anderen Glauben überwechseln
jmdn. zu einem anderen Glauben bekehren
der Glaube kann Berge versetzen sprichwörtlich
so sage mir doch einmal – / Was für ein Glaube ... / Hat dir am meisten eingeleuchtet? [LessingNathanIII 5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glauben · Glaube · gläubig · Gläubiger · Gläubiger · glaubhaft · glaublich · unglaublich · glaubwürdig
glauben Vb. ‘annehmen, vermuten, für wahr halten, eine religiöse Überzeugung haben’, ahd. gilouben (8. Jh.), mhd. g(e)louben, asächs. gilōҍian, mnd. gelȫven, mnl. ghelōven, nl. geloven, aengl. gelēfan, gelīefan, (mit anderem Präfix) belȳfan, belēfan, engl. to believe, got. galaubjan ist ein Präfixverb mit Ablaut zu dem unter ↗lieb (s. d.) behandelten Adjektiv im Sinne von ‘lieb halten, lieb nennen’. Wohl bereits in vorchristlicher Zeit bezieht sich das Verb auf das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Mensch und heidnischem Gott (vgl. Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 40), so daß es in der got., angelsächs. und ahd. Missionssprache für griech. pisté͞uein (πιστεύειν) bzw. lat. crēdere ‘(ver)trauen, glauben, für wahr halten’ eintreten und das Verhältnis des Menschen zum Christengott ausdrücken kann. Vor oder neben der religiösen Verwendung darf wohl ein Gebrauch im Sinne von ‘sich auf einen Menschen verlassen, ihm vertrauen’ (vgl. aengl. gelīefan ‘jmdm. vertrauen, sich auf jmdn. verlassen’, Beowulf) angenommen werden. Aus ‘jmdm. vertrauen in bezug auf die Wahrheit seiner Aussage’ entwickelt sich ‘etw. für wahr halten’, dann auch ‘für möglich halten, vermuten, meinen’ (bereits ahd.). Glaube m. auch Glauben (seit dem 15. Jh. mit -n aus den flektierten Kasus), ‘Vertrauen, Zuversicht, innere Gewißheit von Gott, religiöse Überzeugung, Bekenntnis’, ahd. gilouba f. und giloubo m. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)loube f. m., asächs. gilōҍo m., mnd. g(e)lōve m., mnl. ghelōve m. f. n., nl. geloof n., aengl. gelēafa m., engl. belief, Abstraktbildungen zum Verb. Im Dt. gilt maskulines Genus seit spätmhd. Zeit. gläubig Adj. ‘vertrauensvoll, an Gott, die Lehre der Kirche glaubend, fromm’, ahd. giloubīg (9. Jh.), mhd. g(e)loubec. Substantiviert Gläubiger m. ‘Bekenner des Christentums, frommer Mensch’, ahd. giloubīgo, mhd. g(e)loubige; allgemein (seit 18. Jh.) ‘Anhänger einer Religion, einer Glaubenslehre’. Gläubiger m. ‘wer aus einem Vertragsverhältnis von einem anderen eine Leistung, bes. Geld, zu fordern hat, Geld-, Kreditgeber’, spätmhd. geloubiger (14. Jh.), Übersetzung von lat. crēditor (und wohl auch von ital. creditore), ebenfalls Substantivierung des Adjektivs gläubig, jedoch mit festgewordener ehemaliger Flexionsendung -er (nach dem Muster der Nomina agentis), semantisch anknüpfend an glauben im Sinne von ‘jmdm. etw. anvertrauen, borgen’. glaubhaft Adj. ‘vertrauenswürdig, glaubwürdig, zuverlässig, überzeugend’, ahd. giloubhaft ‘rechtgläubig’ (9. Jh.), mhd. geloubehaft ‘glaubend, gläubig, glaubwürdig’. glaublich Adj. bis ins 18. Jh. auch gläublich, ‘überzeugend, verläßlich, wahrhaftig’, ahd. giloublīh (um 800), mhd. geloublich. unglaublich Adj. ‘unwahrscheinlich, unglaubhaft, ungeheuerlich, unfaßbar, unerhört’, als Adverb (steigernd) ‘überaus, sehr’, ahd. ungiloublīh (um 1000), mhd. ungelouplich, ungeloubelich ‘ungläubig, nicht zu glauben’. glaubwürdig Adj. ‘glaubhaft’ (15. Jh.), anfänglich im Bereich des Rechtswesens.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Religion
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Augsburger Bekenntnis · Augsburger Konfession
Assoziationen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Religion
Synonymgruppe
Glauben · Glaubensrichtung · Kirche · Religion · religiöse Überzeugung · Weltanschauung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Glaube ist mehr als bloß Gehorsam gegenüber einer Kirche.
Die Zeit, 15.11.2010, Nr. 46
Er hielt es für ihre Bestimmung, die Mutter seiner Kinder zu sein, und dieser Glaube war unverwüstlich.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 54
Erst der Glaube gebe die innere Begründung für das Weihnachtsfest.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2003
Mein fester Glaube an das Gelingen dieses Vorhabens ließ mich die große Arbeit freudig beginnen.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8208
Der fromme Glaube der Mutter machte auch uns Kinder fromm.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14635
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glaube Gott Liebe Religion Staatsbürger Stärke Vernunft Wissen abgefallen anhängen bekennen bestärkt blinden christlichen erschüttert festen islamischen jüdischen katholischen muslimischen naiven orthodoxen religiösen schenken unerschütterlichen ungebrochen verloren versetzt wahren übergetreten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glaube‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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