Glaubensfreiheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glaubensfreiheit · Nominativ Plural: Glaubensfreiheiten · wird selten im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungGlau-bens-frei-heit
WortzerlegungGlaubeFreiheit
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

(als Grund- bzw. Menschenrecht geltende und in vielen Verfassungen verankerte) individuelle Freiheit, eine religiöse oder weltanschauliche Überzeugung zu bilden oder zu wechseln, sie auszuüben und ihren Geboten oder Forderungen entsprechend zu handeln
Beispiele:
Die Glaubensfreiheit ist in Deutschland verfassungsrechtlich garantiert. [die tageszeitung, 01.08.1998]
Zwar betonten die Richter [in einem Verfahren am Verwaltungsgerichtshof], dass die Glaubensfreiheit vorbehaltlos im Grundgesetz gewährt werde. Führten religiös bedingte Verhaltensweisen dazu, dass auch andere Grundrechte in unzulässiger Weise behindert werden, könne die Glaubensfreiheit aber beschränkt werden. [Spiegel, 25.04.2014 (online)]
Der Hugenotte Bodinus lebte unter König Heinrich IV., der die jahrzehntelangen französischen Religionskriege beendete, den Hugenotten im Edikt von Nantes Glaubensfreiheit gewährleistete und Frankreich einer Epoche des Friedens und wachsender Prosperität zuführte. [Neue Zürcher Zeitung, 03.12.2012]
Die Verfassungsrichter mußten vier Rechtsgüter gegeneinander abwägen: die positive Glaubensfreiheit eines Lehrers, seinen privaten Glauben zu leben, die staatliche Pflicht zu weltanschaulicher Neutralität, das Erziehungsrecht der Eltern und die negative Glaubensfreiheit der Schüler, nicht gegen ihren Willen mit religiösen Symbolen behelligt zu werden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2003]
Er [ein Lehrer] berufe sich auf die Verfassung des Deutschen Reichs, die allen Deutschen volle Gewissens- und Glaubensfreiheit gewährleiste. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 10.03.1922]
Da aber viele Gründungsväter des neuen Amerika gerade wegen ihrer [dort gewonnenen] religiösen Glaubensfreiheiten das alte Europa verlassen hatten […], war der Gedanke der Religionsfreiheit und der religiösen Toleranz bis heute grundlegend für das amerikanische Selbstverständnis. [Frankfurter Rundschau, 09.09.1998] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: individuelle, volle, positive, negative Glaubensfreiheit
als Akkusativobjekt: die Glaubensfreiheit garantieren, schützen
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Recht, Grundrecht auf Glaubensfreiheit; ein Eingriff in, ein Verstoß gegen die Glaubensfreiheit
in Koordination: Glaubensfreiheit und Toleranz
als Genitivattribut: das Grundrecht, die Garantie, der Schutz der Glaubensfreiheit; die Einschränkung, Verletzung der Glaubensfreiheit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekenntnis Eingriff Einschränkung Erziehungsrecht Freiheit Garantie Gleichberechtigung Grundgesetz Grundrecht Klassenraum Kreuz Lehrer Meinungsfreiheit Menschenrecht Neutralitätspflicht Recht Toleranz Verstoß beeinträchtigen einschränken garantieren garantiert geschützt gewährleisten individuell negativ respektieren verankert verletzen verstoßen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glaubensfreiheit‹.

Zitationshilfe
„Glaubensfreiheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glaubensfreiheit>, abgerufen am 19.08.2019.

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