Gleichberechtigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gleichberechtigung · Nominativ Plural: Gleichberechtigungen · Verwendung im Plural ungebräuchlich
Aussprache  [ˈglaɪ̯çbəˌʀɛçtɪgʊŋ]
Worttrennung Gleich-be-rech-ti-gung
Wortzerlegung  gleich1 Berechtigung
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
(in einem Rechtssystem vorgesehene) rechtliche Gleichstellung aller Personen‍(gruppen); das Zugestehen der gleichen Rechte (für jmdn. oder etw.); das Gleichberechtigtsein
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die volle, völlige, praktizierte Gleichberechtigung; die politische, soziale, bürgerliche Gleichberechtigung
als Akkusativobjekt: Gleichberechtigung fordern, verlangen, durchsetzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf um, für Gleichberechtigung; die Forderung nach Gleichberechtigung
mit Genitivattribut: die Gleichberechtigung der Frau, der Geschlechter, der Staaten, aller Bürger
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Gleichberechtigung von Frauen, Männern, Homosexuellen; die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz
Beispiele:
Die Emanzipationsbewegung ab Ende der 1960er Jahre zeigte Wirkung. Damals forderten Frauen die rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung. Sie brachen das traditionelle Bild der Hausfrau und Mutter auf und forderten Unabhängigkeit ein. [Süddeutsche Zeitung, 10.12.2018]
Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht zwar im Grundgesetz, ist aber in vielen Unternehmen noch immer nicht Wirklichkeit geworden. [Die Zeit, 02.03.2016 (online)]
[…]Wir möchten den Besuch nutzen, um bei Staatspräsident Xi für mehr Handlungsfreiheit und Gleichberechtigung deutscher Unternehmen, die in China engagiert sind, zu werben[…]. [Die Zeit, 28.03.2014 (online)]
Mädchen und Frauen haben es im Berufsleben trotz aller Gleichberechtigungen immer noch schwerer[…]. [Frankfurter Rundschau, 20.01.1999] ungewöhnl. Pl.
2.
übertragen Gleichrangigkeit, Ebenbürtigkeit
Beispiele:
Zwei Drittel der Brandenburger wollen nach einer Meinungsumfrage die Gleichberechtigung der Schulfächer Religion und des Ethikfachs (LER). [Bild, 15.12.2001]
Denn die sogenannte Netzneutralität, also die Gleichberechtigung von Inhalten bei der Netz‑Durchleitung unabhängig von Art oder Anbieter der Inhalte, steht als Grundsatz […] im Schwarz‑Gelben Koalitionsvertrag. [Der Spiegel, 21.07.2010 (online)]
Die Wiener atonale Revolution bewirkte die Abschaffung der Hierarchie durch das atonale Idiom, denn dieses basiert nicht nur auf der Gleichberechtigung der Töne, sondern auch auf der Gleichberechtigung aller denkbaren Beziehungen zwischen ihnen. [Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2002]
Wir sollten der heiteren Muse nicht nur in Lippenbekenntnissen Gleichberechtigung mit den anderen Genres der Literatur und Kunst gewähren. [Neues Deutschland, 21.05.1961]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Chancengleichheit · Gleichberechtigung · Gleichheit · Gleichheit vor dem Gesetz · Gleichordnung (z.B. im Privatrecht) · Gleichsetzung · Gleichstellung · rechtliche Gleichstellung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gleichberechtigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gleichberechtigung‹.

Zitationshilfe
„Gleichberechtigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gleichberechtigung>, abgerufen am 20.09.2021.

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