Glocke, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glocke · Nominativ Plural: Glocken
Aussprache
WorttrennungGlo-cke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Glocke‹ als Erstglied: Glockenbalken · Glockenblume · Glockenblüte · Glockenboje · Glockenform · Glockengeläut · Glockengeläute · Glockengießer · Glockengießerei · Glockenguss · Glockengut · Glockenklang · Glockenläuten · Glockenmantel · Glockenrock · Glockenschlag · Glockenseil · Glockenspeise · Glockenspiel · Glockenstrang · Glockenstube · Glockenstuhl · Glockenton · Glockenturm · Glockenzeichen · Glockenzug · Glöckchen · Glöcklein · glockenförmig · glockenhell · glockenklar · glockenrein
 ·  mit ›Glocke‹ als Letztglied: Abendglocke · Alarmglocke · Altarglocke · Armesünderglocke · Armsünderglocke · Betglocke · Bimmelglocke · Butterglocke · Degenglocke · Domglocke · Dunstglocke · Feuerglocke · Feuerwehrglocke · Freiheitsglocke · Friedensglocke · Glasglocke · Gummiglocke · Handglocke · Hausglocke · Herdenglocke · Himmelsglocke · Hochzeitsglocke · Kirchenglocke · Klosterglocke · Kuhglocke · Käseglocke · Ladenglocke · Lampenglocke · Messingglocke · Mittagsglocke · Morgenglocke · Nachtglocke · Osterglocke · Plättglocke · Porzellanglocke · Präsidentenglocke · Rauchglocke · Rettungsglocke · Rußglocke · Schiffsglocke · Schulglocke · Siegesglocke · Signalglocke · Smogglocke · Staubglocke · Sterbeglocke · Stundenglocke · Sturmglocke · Taucherglocke · Telefonglocke · Tischglocke · Totenglocke · Turmglocke · Türglocke · Vesperglocke · Wohnungsglocke · Zugglocke
 ·  formal verwandt mit: Maiglöckchen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Gegenstand aus Metall in der Form eines umgekehrten Bechers mit einem Klöppel zum Läuten
Beispiele:
eine Glocke aus Bronze
ein silbernes Glöckchen
die große, kleine Glocke der Kirche
eine Glocke gießen
die Glocke hängt im Turm, schlägt an, schlägt 12 (Uhr), schwingt, klingt, tönt, hallt
die Glocke wird geläutet
alle Glocken der Stadt läuten
die Glocke läutet Sturm
die Glocke (= Klingel) des Schulhauses schellt, schrillt
ein bimmelndes Glöcklein
er weiß, was die Glocke geschlagen hat (= weiß Bescheid) umgangssprachlich
Heute muß die Glocke werden! [SchillerGlocke]
Er kam durch die Glastür, wo er vorher die Glocke gezogen hatte, herein [HesseSteppenw.4,186]
etw. an die große Glocke hängen umgangssprachlich, abwertend, bildlich etw. überall erzählen
Beispiele:
bitte hänge das nicht an die große Glocke!
sie hatte diese Neuigkeit sofort an die große Glocke gehängt
es ist nicht nötig, dass das an die große Glocke kommt (= daß das bekannt wird)
ich kann meine Familienangelegenheiten doch nicht an die große Glocke hängen [MusilMann1531]
2.
übertragen Dinge, die einer Glocke äußerlich ähnlich sind
Beispiele:
die Glocken der Blüten
der Hut hat die Form einer Glocke
sie trug eine Glocke (= einen glockenförmigen Hut) aus weißem Stroh
der Rock des Sommerkleides fällt in schönen, weiten Glocken (= glockenförmigen Falten)
Butter, Käse, warme Speisen unter einer Glocke (= einem glockenförmigen Deckel) servieren
eine Glocke von Dunst, Rauch, Staub lag über dem Industriegebiet
Die Bienen hängen Zweig um Zweig / Sich an der Edelheide Glöckchen [StormAbseits]
Eine richtige Petroleumlampe mit Glasbehälter und Glocke [Suderm.6,124]
Und nun steht der Sommer in blauen Glocken über der Stadt [DodererStrudlhofstiege217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glocke · glockig · Glöckner · Glockenblume · Glockenstuhl
Glocke f. bei Anschlag laut und anhaltend tönender, unten offener Metallhohlkörper. Seit dem 4. Jh. sind Glocken im christlichen Gottesdienst bezeugt. Sie werden im Spätlat. sīgnum und campāna (eigentl. ‘kampanisches Metallgerät’, vgl. campānum ‘ehernes Gefäß’, zu lat. Campānia, der wegen ihres Erzvorkommens bekannten Landschaft Mittelitaliens) genannt; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 190. Mit der Christianisierung germanischer Stämme durch irische Mönche im 7. Jh. übernehmen die Germanen die ir.-mlat. Bezeichnung. Ahd. glocka (um 1000), mhd. glocke, afries. klokke, mnd. klocke, mnl. clocke, nl. klok, aengl. clucge (engl. clock ‘Uhr’ aus dem Mnl.), anord. klokka, klukka (aus dem Mnd.) sind Entlehnungen aus (seit dem ausgehenden 7. Jh. bezeugtem) mlat. clocca, dessen kelt. Ursprung sich aus mir. clocc, kymr. cloch ‘Schelle, Glocke’ ergibt. Es ist verwandt mit lat. clangere ‘schallen’, nhd. ↗lachen (s. d.) und wie diese letztlich auf die Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ zurückzuführen. Ebenfalls kelt.-mlat. Herkunft ist afrz. cloche, cloque, frz. cloche. glockig Adj. ‘glockenförmig’ (um 1800), älter klockicht (17. Jh.). Glöckner m. ‘wer das Läuten der Glocken zu besorgen hat, Kirchendiener’, mhd. glockenære, gloggener, mit Umlaut glöckner (2. Hälfte 15. Jh.). Glockenblume f. Blume mit glockenförmigen, meist blauen Blüten (15. Jh.). Glockenstuhl m. ‘Gestell, an dem die Glocke hängt’ (16. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Klingel · Läute · Schelle
Unterbegriffe
  • Fahrradglocke · Fahrradklingel · Fahrradschelle
Assoziationen
Synonymgruppe
Glockenschläger
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie haben es oft; sie hängen es nur nicht an die große Glocke.
Die Welt, 20.11.2001
Die drei Glocken, die wie der Altar gerettet werden konnten, läuteten gestern minutenlang vor dem Richtfest der Kapelle.
Der Tagesspiegel, 09.11.1999
Und dann ist doch auch die Geschichte mit der Glocke nicht gerade ideal.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 604
Jetzt hatte die Glocke geschlagen, das Versprechen einzulösen, das all die Jahre über in mir lebendig geblieben war.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 1049
Während wir uns küßten, singen drei Glocken zu läuten an.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18354
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dorfkirche Frauenkirche Geläut Geläute Gongs Kirchturm Klang Klöppel Läuten Orgel Schellen Trommeln Turm bimmeln dröhnen einläuten erklingen ertönt gegossen gegossenen hängen klingelt läuten schrillt schwingt silberne steinerne tönt verstummt versunkene

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glocke‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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