Gloriole, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gloriole · Nominativ Plural: Gloriolen
Aussprache
WorttrennungGlo-ri-ole · Glo-rio-le (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

Strahlenkranz, Heiligenschein
Beispiele:
eine Gloriole um jmds. Haupt
jmdn., etw. in eine Gloriole hüllen
jmdm., einer Sache eine Gloriole verleihen
eine Gloriole um jmdn., etw. winden
Verfolgung gibt Gloriole. Wozu wollt ihr ihm eine Gloriole um das Haupt legen? [Wasserm.Wahnschaffe2,445]
um eine Gloriole um Friedrichs sogenannte »Toleranz« zu weben [MehringLessing-Legende96]
sein [des Fischers] Beruf ist umstrahlt von romantischer Gloriole [Natur u. Heimat1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glorie · Gloria · glorreich · Gloriole · glorios · glorifizieren
Glorie f. ‘Ruhm, Glanz’, in der Sprache des Christentums auch ‘(himmlische) Herrlichkeit’, mhd. glōrie, glōrje, entlehnt aus lat. glōria ‘Ruhm, Ehre’. In Anlehnung an ‘himmlische Herrlichkeit’ bezeichnet Glorie in der Malerei einen den ganzen Körper Christi, Mariens oder eines Heiligen umgebenden leuchtenden Schein (17. Jh.). Gloria n. (mit lat. Endung) bezeichnet den Lobgesang in der Messe nach dem ersten Wort der Anfangszeile gloria in excelsis deo ‘Ehre sei Gott in der Höhe’ (Lukas 2, 14). Vgl. auch die Wendung mit Glanz und Gloria ‘mit allem Prunk’, aber auch ironisierend ‘unrühmlich’ (19. Jh.). glorreich Adj. ‘ruhmreich, glanzvoll, herrlich’ (Mitte 17. Jh.). Gloriole f. (den Kopf umgebender) ‘Heiligenschein, Strahlenkranz’, übertragen ‘Nimbus’ (Ende 18. Jh.); wohl in der Malerei entstandene Deminutivbildung zu Glorie ‘leuchtender Schein’ (s. oben); formal entspricht lat. glōriola ‘ein bißchen Ruhm’ (Deminutivum zu glōria). glorios Adj. ‘ruhmreich, glanzvoll’ (14. Jh.), aus lat. glōriōsus ‘ruhmvoll, ruhmsüchtig, prahlerisch’. glorifizieren Vb. ‘verherrlichen, mit einem Nimbus umgeben’ (14. Jh.), aus kirchenlat. glōrificāre ‘verherrlichen’, zu lat. glōrificus ‘glorreich’ (vgl. lat. glōria und facere ‘machen, tun’).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Aura · ↗Aureole · ↗Glanz · ↗Glorienschein · Gloriole · ↗Heiligenschein · ↗Korona · ↗Nimbus · ↗Strahlenkranz · Strahlenschein
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aura Märtyrer leuchten strahlend umgeben verleihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gloriole‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn nun war das Militär auch noch von der Gloriole des Erfolges umstrahlt.
Der Tagesspiegel, 13.06.1997
Mit der Gloriole meines Namens wäre es damit für alle Zeiten vorbei.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 438
Die Gloriole des eisernen Kanzlers der deutschen Einheit meinte er durch ökonomische Zechprellerei erschleichen zu können.
konkret, 1996
Aber um jeden Kopf legte die Sonne eine kleine Gloriole.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4915
Aber so wie jetzt hatte es noch nie seinen Umkreis erhellt, das war eine Gloriole, wahrhaftig!
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 653
Zitationshilfe
„Gloriole“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gloriole>, abgerufen am 25.03.2019.

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