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Glut, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glut · Nominativ Plural: Gluten
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Glut‹ als Erstglied: Gluthauch · Gluthitze · Glutluft · Glutnest · Glutpfanne · Gluttöter · Glutwind · glutrot · glutvoll · glutäugig
 ·  mit ›Glut‹ als Letztglied: Abendglut · Backofenglut · Feuerglut · Feuersglut · Fieberglut · Herdglut · Höllenglut · Kohlenglut · Liebesglut · Mittagsglut · Ofenglut · Purpurglut · Sommerglut · Sonnenglut · Tropenglut · Weißglut · Zornesglut
 ·  mit ›Glut‹ als Grundform: gluten
eWDG

Bedeutungen

1.
glühende Masse
Beispiele:
die Glut im Ofen
die Glut des Feuers, der Kohlen, des Eisens, der brennenden Zigarre
die rote, helle, knisternde, lodernde Glut
die Glut glomm noch unter der Asche, glimmte noch lange
die Glut schüren, wieder anfachen, löschen
den Ofen mit Glut anheizen
von der Glut angestrahlt werden
Grischa röstete seine Brotschnitte an der Glut [ A. ZweigGrischa73]
2.
sehr große, glühende Hitze
Beispiele:
ich kann diese Glut, kann es in dieser Glut, kann es vor Glut nicht mehr aushalten
die sommerliche, sengende Glut in einer Großstadt
sie stand den ganzen Tag in der Glut vor dem Herd
die Glut der Sonne, des Sommers
bildlich tiefe Röte
Beispiele:
die Glut der Wangen
die Glut des Sonnenuntergangs
die rosige Glut des Abendhimmels
ihr Antlitz war von einer Glut der Scham übergossen [ WeismantelRiemenschneider126]
die lichte Glut des Abends [ G. HermannGebert226]
3.
übertragen leidenschaftliche Gemütsbewegung
Beispiele:
die Glut der Liebe, des Hasses, der Leidenschaft, Begeisterung
die Glut seiner Worte, Blicke, Augen
jmdn. bis zur Glut reizen, entflammen
die Glut war abgekühlt, erloschen
die Glut in ihren Augen erlosch [ Wasserm.Wahnschaffe1,322]
daß er zwar nur langsam in Glut zu bringen … sei [ HesseSteppenw.4,336]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glut · gluten
Glut f. ‘glühender Brennstoff, Feuer ohne Flamme, sengende Hitze, Begeisterung, Leidenschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gluot, asächs. glōd- (in glōdpanna ‘Glutpfanne’), mnd. glōt, mnl. gloet, nl. gloed, aengl. glēd, engl. (mundartlich) gleed, anord. glōð, schwed. glöd sind Abstraktbildungen (germ. *glōdi-) mit ie. ti-Suffix zu dem unter glühen (s. d.) angeführten Verb. gluten Vb. ‘glühend brennen oder leuchten, zum Glühen bringen’ (17. Jh.), Denominativum zu Glut.

Typische Verbindungen zu ›Glut‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glut‹.

Verwendungsbeispiele für ›Glut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht dreihundert Meter vor uns brannte etwas mit roter Glut. [Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 199]
Ich liebe Dich genauso mit der ganzen Glut meines Herzens wie vom ersten Tag an. [Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 22.04.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0079]
Zu guter Letzt schwimmen nur noch einzelne Atome in der weißen Glut. [o. A.: Giftmüll im Fegefeuer. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Gegen Mittag, in der höchsten Glut, sah man auch den Zug, bestehend aus drei Wagen, sich heranbewegen. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1926]
Die Glut glomm zwischen den Fingern, beim Reden, beim Bier, beim Schreiben. [Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01]
Zitationshilfe
„Glut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glut>.

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