Glut, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Glut · Nominativ Plural: Gluten
Aussprache
Wortbildung mit ›Glut‹ als Erstglied: ↗Gluthauch · ↗Gluthitze · ↗Glutluft · ↗Glutnest · ↗Glutwind · ↗glutrot · ↗glutvoll · ↗glutäugig
 ·  mit ›Glut‹ als Letztglied: ↗Abendglut · ↗Backofenglut · ↗Feuerglut · ↗Feuersglut · ↗Fieberglut · ↗Herdglut · ↗Höllenglut · ↗Kohlenglut · ↗Liebesglut · ↗Mittagsglut · ↗Ofenglut · ↗Purpurglut · ↗Sommerglut · ↗Sonnenglut · ↗Tropenglut · ↗Weißglut · ↗Zornesglut
 ·  mit ›Glut‹ als Grundform: ↗gluten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
glühende Masse
Beispiele:
die Glut im Ofen
die Glut des Feuers, der Kohlen, des Eisens, der brennenden Zigarre
die rote, helle, knisternde, lodernde Glut
die Glut glomm noch unter der Asche, glimmte noch lange
die Glut schüren, wieder anfachen, löschen
den Ofen mit Glut anheizen
von der Glut angestrahlt werden
Grischa röstete seine Brotschnitte an der Glut [A. ZweigGrischa73]
2.
sehr große, glühende Hitze
Beispiele:
ich kann diese Glut, kann es in dieser Glut, kann es vor Glut nicht mehr aushalten
die sommerliche, sengende Glut in einer Großstadt
sie stand den ganzen Tag in der Glut vor dem Herd
die Glut der Sonne, des Sommers
bildlich tiefe Röte
Beispiele:
die Glut der Wangen
die Glut des Sonnenuntergangs
die rosige Glut des Abendhimmels
ihr Antlitz war von einer Glut der Scham übergossen [WeismantelRiemenschneider126]
die lichte Glut des Abends [G. HermannGebert226]
3.
übertragen leidenschaftliche Gemütsbewegung
Beispiele:
die Glut der Liebe, des Hasses, der Leidenschaft, Begeisterung
die Glut seiner Worte, Blicke, Augen
jmdn. bis zur Glut reizen, entflammen
die Glut war abgekühlt, erloschen
die Glut in ihren Augen erlosch [Wasserm.Wahnschaffe1,322]
daß er zwar nur langsam in Glut zu bringen ... sei [HesseSteppenw.4,336]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glut · gluten
Glut f. ‘glühender Brennstoff, Feuer ohne Flamme, sengende Hitze, Begeisterung, Leidenschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gluot, asächs. glōd- (in glōdpanna ‘Glutpfanne’), mnd. glōt, mnl. gloet, nl. gloed, aengl. glēd, engl. (mundartlich) gleed, anord. glōð, schwed. glöd sind Abstraktbildungen (germ. *glōdi-) mit ie. ti-Suffix zu dem unter ↗glühen (s. d.) angeführten Verb. gluten Vb. ‘glühend brennen oder leuchten, zum Glühen bringen’ (17. Jh.), Denominativum zu Glut.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asche Kamin Lagerfeuer Ofen Widerschein anblasen anfachen entfachen entfacht erhitzen erkaltet erloschen erlöschen feurig glimmen glimmend herabfallend lodern lodernd löschen rösten schwelen schwelend schüren sengend stochern tropfen verlöschen verzehrend wärmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Glut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus der Glut geboren Erst rumorte es, dann verformte sich der Berg.
Der Tagesspiegel, 31.10.2002
Weiß ist heiß, und sie erzählte uns was von der Glut sanfter Farben.
Die Welt, 25.09.1999
Vielleicht dreihundert Meter vor uns brannte etwas mit roter Glut.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 199
Überall lag Glut, hing Glut, bewegte sich Glut, in nächster Nähe, am Kopf, am Rücken, an den Armen vorbei, unter meinen Füßen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 98
Später sollen Frau H. und Frau G. mich lieben mit der ganzen Glut ihres Herzens.
Friedländer, Hugo: Der Zaubermord am Teufelssee vor dem Schwurgericht zu Potsdam. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 27401
Zitationshilfe
„Glut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Glut>, abgerufen am 19.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
gluschtig
glusam
glupschen
Glupschauge
glupsch
Glutamat
Glutamin
Glutaminsäure
glutäugig
gluten