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Gnagi, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gnagis · Nominativ Plural: Gnagi
Aussprache [ˈgnaːgi]
Worttrennung Gna-gi
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

CH gepökelte Teile von Kopf, Gliedmaßen und Schwanz des Schweins mitsamt Knochen und Schwarte
siehe auch Eisbein (2), Synonym zu Wädli
Beispiele:
Wohl über tausend Gnagi sind es an einem einzigen Abend, so am Montag beim traditionellen Männer‑Gnagi‑Essen der Gnagi‑Zunft. [Luzerner Zeitung, 31.01.2018]
Welch ein Glücksgefühl ergreift einen anderseits etwa bei irdischen Gaumenfreuden, beim Anblick eines Gnagis oder einer Kalbshaxe, die auf dem Tisch auf einen wartet und das Herz höherschlagen lässt. [Luzerner Zeitung, 03.04.2017]
Eine grosse Platte mit Rippli, Blut‑ und Leberwürsten, Speck, Gnagi, Salzkartoffeln, Wienerli und Sauerkraut lockt die Blicke der Kundschaft in der Metzgerei magisch an. [Luzerner Zeitung, 01.10.2016]
Ich erhielt eine Art Eintopf mit Kohlblättern, Rüebli, einem riesigen, ziemlich zähen Gnagi und ein paar weiteren fettigen Fleischstücken sowie einer Art Knödel aus Buchweizengries. [»Kennen Sie die Andouillette?«, 19.11.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
Die Gnagi (Schweinshaxen) waren wie immer: grausig anzuschauen, aber wenn man dreinbiss, von geradezu erlesener Köstlichkeit. [Luzerner Zeitung, 30.01.2013]
Das Gnagi aus der Suppe nehmen, Fett und Haut entfernen, Fleisch klein schneiden. [Schwarze Bohnensuppe mit Gnagi, 22.12.2012, aufgerufen am 01.09.2020]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nagen · Nager · Nagetier · Gnagi
nagen Vb. ‘kleine Stücke abbeißen, zerstörend wirken’. Das ehemals starke Verb ahd. gnagan (9. Jh.), nagan (11. Jh.; binagan, 9. Jh.), mhd. nagen, asächs. gnagan, mnd. gnāgen, aengl. gnagan, engl. to gnaw, anord. schwed. gnaga (germ. *gnagan) führt mit awest. aiwiγnixta- ‘angenagt, angefressen’, lett. gŋēga ‘wer mit langen Zähnen ißt’ auf eine Gutturalerweiterung der (nur in Erweiterungen auftretenden) Wurzel ie. *ghen- ‘zernagen, zerreiben, kratzen’ (s. auch Gnitte, Nisse). Daneben stehen Formen mit anlautendem k- in asächs. knagan (11. Jh.), mnd. knāgen, mnl. cnāghen, nl. knagen, die entweder eine parallele Wurzel ie. *gen- voraussetzen oder aus einem jüngeren, sich im Germ. vollziehenden affektisch bedingten Anlautwechsel zu erklären sind. Im Frühnhd. geht das Verb zur schwachen Flexion über. In jüngerer Sprache häufig in bildlichen Verwendungen wie Kummer nagt an ihm, nagender Schmerz, Zweifel. – Nager m. ‘Nagender, Säugetier mit Nagezähnen’ (17. Jh.). In zoologischer Fachsprache Nagetier n. (18. Jh.). Gnagi n. schweiz. gepökelter Schweinsknochen, Haxe, Eisbein (19. Jh.), eigentlich Genage ‘(Knochen) zum Abnagen’.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bötel · Eisbein · Hachse · Haxe · Hechse · Schweinshachse · Schweinshaxe  ●  Adlerhaxe  fränk. · Gnagi  schweiz. · Haspel  hessisch · Knöchla  fränk. · Stelze  österr. · Wädli  schweiz. · Haxn  ugs. · Hämmche  ugs., kölsch · Schweinshaxn  ugs., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Gnagi“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gnagi>.

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