Goldlack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGold-lack
eWDG, 1969

Bedeutung

im Garten blühender, halbhoher Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gold · golden · vergolden · goldig · Goldfisch · Goldkäfer · Goldlack · Goldwaage
Gold n. Die gemeingerm. Bezeichnung des gelbglänzenden, in der Natur stets gediegen vorkommenden Edelmetalls ahd. gold (8. Jh.), mhd. mnd. golt, asächs. afries. aengl. engl. gold, mnl. gout, nl. goud, anord. gull, goll, schwed. dän. guld, got. gulþ (germ. *gulþa-) führt auf schwundstufiges ie. *g̑hḷtom, während die verwandten Formen lett. zelts, aslaw. zlato, russ. zóloto (золото), poln. złoto ‘Gold’, ostlit. žel̃tas ‘golden, goldgelb, blond’ ie. *g̑heltom, *g̑holtom voraussetzen, sämtlich Bildungen zu der unter ↗gelb (s. d.) aufgeführten, weitverzweigten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, zu der auch aind. híraṇyam, awest. zaranya- ‘Gold’ gehören. Die Bezeichnung ist daher als ‘das Gelbschimmernde’ zu deuten. golden Adj. ‘aus Gold bestehend, hergestellt, goldfarben, schön, wertvoll’. Neben dieser heute allein üblichen, doch vereinzelt schon spätmhd. bezeugten und an das Substantiv Gold angeglichenen Form steht (bis Anfang 19. Jh.) älteres gulden und umgelautetes gülden; vgl. ahd. (um 800), mhd. asächs. mnd. guldīn. vergolden Vb. ‘mit einer dünnen Schicht Gold überziehen, verschönen, angenehm, glücklich machen’; entsprechend dem Adjektiv golden setzt sich auch beim Verb die an das Substantiv angeglichene Form vergolden erst spät durch; mhd. vergulden, daneben vereinzelt auch schon vergolden; lange miteinander konkurrierend vergulden und vergülden. goldig Adj. ‘wie Gold glänzend’, heute vor allem in übertragenem Sinne ‘reizend, lieb, nett’ (um 1700), in der älteren Bergmannssprache ‘goldhaltig’ (16. Jh.). Goldfisch m. goldglänzender Zierfisch, ‘Goldkarausche’, in Wörterbüchern seit dem 15. Jh. gebucht. Goldkäfer m. goldgrüner, metallisch glänzender Käfer (15. Jh.). Goldlack m. halbstrauchartiger Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten (18. Jh.). Goldwaage f. ‘Feinwaage für Edelmetall’ (14. Jh.), oft in der Wendung ein Wort, Worte auf die Goldwaage legen ‘das Gesagte genau prüfen, übergenau nehmen’ (seit frühnhd. Zeit).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kaiserkrone Levkoje Primel Stiefmütterchen Tulpe Vergißmeinnicht blühen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Goldlack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich wieder mehr Zeit hatte - siehe da, da war der Goldlack überall verschwunden.
Der Tagesspiegel, 12.05.2002
Aber nun hebt sie sich, senkt sich und zieht rauschend über die Gräber voll glühenden Goldlacks davon.
Die Zeit, 11.07.1946, Nr. 21
Still und feiertäglich, mit blanken Fenstern und blühenden Geranien und knospendem Goldlack dahinter lagen die Häuser.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5478
Der Goldlack blüht herauf aus Schuhmacher Gierers tiefer gelegenem Garten.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 113
Sie versuchte durch das Eisengitter zu langen und sich einen Stängel Goldlack zu stibitzen.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 61
Zitationshilfe
„Goldlack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Goldlack>, abgerufen am 13.12.2019.

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