Goldwaage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGold-waa-ge
WortzerlegungGoldWaage
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich ein Wort, die Worte auf die Goldwaage legendas Gesagte übergenau nehmen, wie es gar nicht gemeint war
Beispiele:
unter Freunden legt man nicht jedes Wort, nicht alles auf die Goldwaage
Leg meine Worte nicht auf die Goldwaage [ZuchardtSpießrutenlauf188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gold · golden · vergolden · goldig · Goldfisch · Goldkäfer · Goldlack · Goldwaage
Gold n. Die gemeingerm. Bezeichnung des gelbglänzenden, in der Natur stets gediegen vorkommenden Edelmetalls ahd. gold (8. Jh.), mhd. mnd. golt, asächs. afries. aengl. engl. gold, mnl. gout, nl. goud, anord. gull, goll, schwed. dän. guld, got. gulþ (germ. *gulþa-) führt auf schwundstufiges ie. *g̑hḷtom, während die verwandten Formen lett. zelts, aslaw. zlato, russ. zóloto (золото), poln. złoto ‘Gold’, ostlit. žel̃tas ‘golden, goldgelb, blond’ ie. *g̑heltom, *g̑holtom voraussetzen, sämtlich Bildungen zu der unter ↗gelb (s. d.) aufgeführten, weitverzweigten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, zu der auch aind. híraṇyam, awest. zaranya- ‘Gold’ gehören. Die Bezeichnung ist daher als ‘das Gelbschimmernde’ zu deuten. golden Adj. ‘aus Gold bestehend, hergestellt, goldfarben, schön, wertvoll’. Neben dieser heute allein üblichen, doch vereinzelt schon spätmhd. bezeugten und an das Substantiv Gold angeglichenen Form steht (bis Anfang 19. Jh.) älteres gulden und umgelautetes gülden; vgl. ahd. (um 800), mhd. asächs. mnd. guldīn. vergolden Vb. ‘mit einer dünnen Schicht Gold überziehen, verschönen, angenehm, glücklich machen’; entsprechend dem Adjektiv golden setzt sich auch beim Verb die an das Substantiv angeglichene Form vergolden erst spät durch; mhd. vergulden, daneben vereinzelt auch schon vergolden; lange miteinander konkurrierend vergulden und vergülden. goldig Adj. ‘wie Gold glänzend’, heute vor allem in übertragenem Sinne ‘reizend, lieb, nett’ (um 1700), in der älteren Bergmannssprache ‘goldhaltig’ (16. Jh.). Goldfisch m. goldglänzender Zierfisch, ‘Goldkarausche’, in Wörterbüchern seit dem 15. Jh. gebucht. Goldkäfer m. goldgrüner, metallisch glänzender Käfer (15. Jh.). Goldlack m. halbstrauchartiger Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten (18. Jh.). Goldwaage f. ‘Feinwaage für Edelmetall’ (14. Jh.), oft in der Wendung ein Wort, Worte auf die Goldwaage legen ‘das Gesagte genau prüfen, übergenau nehmen’ (seit frühnhd. Zeit).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Wort abwiegen legen wiegen wägen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Goldwaage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie wohl bei allen, die ihre Positionen in der politischen Arena verfechten, kann man nicht jedes ihrer Worte auf die feinste literarische Goldwaage legen.
Die Welt, 30.12.2004
Wenn man so lange dabei ist, legt man nicht jedes Wort auf die Goldwaage.
Süddeutsche Zeitung, 09.05.1996
Da soll man ihr Verhalten nicht zu sehr auf die Goldwaage legen.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 121
Im Zorn legt man seine Worte nicht auf die Goldwaage - gut.
Preußler, Otfried: Krabat, Stuttgart: Thienemann o.J. [1995] [1971], S. 101
Lutz legte sonst alle Worte von Kai auf die Goldwaage.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 189
Zitationshilfe
„Goldwaage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Goldwaage>, abgerufen am 20.10.2019.

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