Gottesacker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGot-tes-acker (computergeneriert)
WortzerlegungGottAcker
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, gehoben Friedhof
Beispiele:
Den kleinen unbenutzten Gottesacker ... nannte sie hübsch, romantisch und bezaubernd [GrassBlechtrommel119]
Das Totenhaus steht am Eingang des Gottesackers [L. FrankMännerquartett1,473]
Du bringst mich noch auf den Gottesacker [BrechtTrommelnII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acker · ackern · Ackerbau · Gottesacker
Acker m. ‘landwirtschaftlich genutzter Boden, Feld’. Ahd. ackar (8. Jh.), asächs. akkar, mhd. mnd. mnl. acker, aengl. æcer, engl. acre (‘Feldmaß’, älter ‘Acker, Feld’), anord. akr, schwed. åker, got. akrs führt auf germ. *akra- und mit den außergerm. Verwandten aind. ájraḥ ‘Fläche, Flur’, griech. agrós (ἀγρός) ‘Feld, Flur’ (s. ↗agro-), lat. ager (s. ↗agrar-, ↗Agrikultur) auf ie. *ag̑ros ‘Flur, Gefilde’, das als Bildung zur Wurzel ie. *ag̑- ‘treiben (mit geschwungenen Armen)’ angesehen werden darf (s. ↗Achsel). Danach ist ie. *ag̑ros als die unbebaute Flur, wohin das Vieh getrieben wird, als ‘Trift, Weide’ zu verstehen. ackern Vb. ‘das Feld für die Bestellung vorbereiten, pflügen’, mhd. ackern, eckern; auch ‘hart arbeiten, sich plagen’ (Ende 18. Jh.). Ackerbau m. ‘Landarbeit, Feldbau’ (14. Jh.); älter frühnhd. ackergang, mhd. ackerganc, ahd. ackargang (10./11. Jh.). Gottesacker m. ‘Friedhof’ (14. Jh., heute vorwiegend südd.), ursprünglich die Begräbnisstätte außerhalb der Siedlung im Unterschied zum Kirchhof.

Thesaurus

Synonymgruppe
Begräbnisplatz · ↗Grabfeld · ↗Gräberfeld · ↗Totenacker  ●  ↗Friedhof  Hauptform · Gottesacker  veraltet · ↗Kirchhof  veraltet · Leichenhof  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

angelegt bestatten böhmisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gottesacker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Speersche Planung machte auch vor diesem Gottesacker nicht halt.
Der Tagesspiegel, 02.11.2000
Auch der hat inzwischen heimgefunden auf den Gottesacker der gefallenen Dichter.
Süddeutsche Zeitung, 01.04.1998
Wir trennten uns, und ich suchte den Kleinen auf dem Gottesacker.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7114
Um den Pfarrhof zu erreichen, mußte er durch den Gottesacker.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 71
Den kleinen unbenutzten Gottesacker, auf dem sich schief und bewachsen Grabsteine des letzten Jahrhunderts unter verkrüppelten Strandkiefern hielten, nannte sie hübsch, romantisch und bezaubernd.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 166
Zitationshilfe
„Gottesacker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gottesacker>, abgerufen am 21.11.2019.

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