Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gottesgnadentum, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gottesgnadentums · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Got-tes-gna-den-tum
Wortzerlegung Gottesgnade -tum
eWDG

Bedeutung

historisch Herrschaftsanspruch der Fürsten, der sich, unabhängig vom Volkswillen oder sogar im Gegensatz zu ihm, auf eine angebliche besondere Gnade Gottes stützte
Beispiel:
Die Herrscher des mittelalterlichen Reiches wurden in ihrem Gottesgnadentum durch die kirchliche Krönung legalisiert [ KlempererLTI125]

Typische Verbindungen zu ›Gottesgnadentum‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gottesgnadentum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gottesgnadentum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Karl scheint auch das Gottesgnadentum sehr direkt interpretiert zu haben. [Süddeutsche Zeitung, 22.12.2003]
Er ist gleichsam ein umherirrender Rest von Gottesgnadentum in der österreichischen Politik. [Süddeutsche Zeitung, 01.03.2000]
Er stammt, vereinfacht gesprochen, einerseits aus monarchischen Zeiten, andererseits aus dem Gottesgnadentum. [Die Zeit, 14.03.2007, Nr. 12]
Die heutige Planung läßt das Gottesgnadentum dieser Einrichtungen bestehen und betrachtet den Bürger weiter als Untertan. [Die Zeit, 13.12.1968, Nr. 50]
Gebt auf den Glauben an ein Gottesgnadentum und wandelt menschlich unter Menschen! [Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325]
Zitationshilfe
„Gottesgnadentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gottesgnadentum>.

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