Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Grabmal, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Grab-mal
Wortzerlegung Grab Mal1
eWDG

Bedeutungen

1.
künstlerische Gestalt, Form einer Grabstätte
Beispiel:
ein Grabmal besichtigen
2.
einem Toten zum Gedächtnis an seinem Grab aufgestelltes Erinnerungsmal
Beispiele:
ein Grabmal aus Marmor, Granit
auf dem Grabmal stand nur der schlichte Name
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

graben · ausgraben · Ausgrabung · begraben · Begräbnis · Gräber · Grabmal · Grabscheit
graben Vb. ‘Erde umwerfen, eine Vertiefung (im Erdboden) machen, einkerben, unter der Erde suchen, schürfen’. Das gemeingerm. Verb ahd. graban (um 800), mhd. graben, asächs. graƀan, mnd. mnl. grāven, nl. graven, afries. greva, aengl. grafan, engl. to grave, anord. grafa, schwed. gräva, got. graban (germ. *graban) gehört mit aslaw. grebǫ ‘rudere, grabe’, russ. grebú (гребу) ‘rudere, scharre zusammen’, älter auch ‘grabe, wühle, raffe an mich’, aslaw. pogrěbati, russ. pogrebát’ (погребать) ‘begraben, beerdigen’ zu einer Ausgangsform ie. *ghrebh-, die oft (wie bei Pokorny 1, 455) in zwei homophone Ansätze mit der Bedeutung ‘kratzen, scharren, graben’ sowie ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. grabbeln) aufgespalten wird, wobei zugegeben wird, daß zwischen beiden Ansätzen zum Teil nicht scharf zu trennen ist. Das Paradigma des germ. Verbs folgt nicht dem e-/o-Ablaut des ie. Ansatzes, sondern ist in die Ablautreihe germ. a/ō übergetreten. Zum Verb gehören Grab, Graben, Gracht, Grube; außerhalb der Ablautformen des Verbalparadigmas stehen die (zur alten ie. Ausgangsform stimmenden) Bildungen Gruft, Grubber und das Iterativum grübeln (s. d.). ausgraben Vb. ‘durch Graben aus der Erde herausholen, durch Graben im Erdboden eine Vertiefung schaffen’, ahd. ūʒgraban (10. Jh.), mhd. ūʒgraben; dazu Ausgrabung f. ‘Freilegung (vor)geschichtlicher Funde’, Terminus der Archäologie seit dem 18. Jh. begraben Vb. ‘beerdigen, bestatten’, übertragen ‘aufgeben, nicht mehr davon sprechen’, ahd. bigraban ‘beerdigen’ (8. Jh.), mhd. begraben, auch ‘ziselieren, mit einem Graben umgeben’; Begräbnis n. ‘Bestattung, Beerdigung’, auch ‘Grabstätte, Gruft’, mhd. begrebnis(se) ‘Grabstätte’. Gräber m. häufig auch umlautlos Graber, ahd. grabāri (Hs. 13. Jh.), bigrabāri (10. Jh.) ‘Totengräber’, mhd. grabære, mnd. grāvēre; heute meist in Zusammensetzungen wie Gold-, Schatz-, Totengräber. Grabmal n. ‘am Grab aufgestelltes Erinnerungsmal’ (16. Jh.; zuerst in Luthers Bibelübersetzung), Zusammensetzung mit Mal2 (s. d.) in dessen Bedeutung ‘Zeichen’. Grabscheit n. ‘Spaten, Schaufel’, mhd. grabeschīt, seit dem Frühnhd. die fugenvokallose Form Grabscheit; zum Grundwort s. Scheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grabdenkmal · Grabmal
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Grabmal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grabmal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Grabmal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser Fund ermöglicht es, das ursprüngliche Aussehen des Grabmals genauer zu rekonstruieren. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 949]
Angesichts der Tausenden Toten erschien es ihm obszön, Grabmale anzubieten. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Das ist verdammt schlau, und wie es funktioniert, sieht man an einer Szene von einem jüdischen Grabmal. [Die Zeit, 13.08.2001, Nr. 33]
Es gab noch nicht einmal ein Grabmal, zu dem man hätte wallfahren können. [Süddeutsche Zeitung, 24.03.1999]
Auf ihnen findet sich eine große Zahl von interessant gestalteten Grabmälern. [Süddeutsche Zeitung, 11.11.1997]
Zitationshilfe
„Grabmal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grabmal>.

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