Grad, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Grad(e)s · Nominativ Plural: Grad/Grade
Aussprache
Wortbildung mit ›Grad‹ als Erstglied: ↗-gradig · ↗Gradbogen · ↗Gradeinteilung · ↗Gradmesser · ↗Gradnetz · ↗Gradskala · ↗Gradunterschied · ↗Grädigkeit · ↗gradieren · ↗gradmäßig · ↗gradual · ↗graduell · ↗gradweise
 ·  mit ›Grad‹ als Letztglied: ↗Abstraktionsgrad · ↗Ausbeutungsgrad · ↗Ausbildungsgrad · ↗Auslastungsgrad · ↗Ausnutzungsgrad · ↗Ausprägungsgrad · ↗Automatisierungsgrad · ↗Behinderungsgrad · ↗Bekanntheitsgrad · ↗Breitengrad · ↗Deckungsgrad · ↗Detaillierungsgrad · ↗Dienstgrad · ↗Dissoziationsgrad · ↗Doktorgrad · ↗Einteilungsgrad · ↗Entwicklungsgrad · ↗Erfüllungsgrad · ↗Erschöpfungsgrad · ↗Feuchtigkeitsgrad · ↗Fiebergrad · ↗Fünftelgrad · ↗Gütegrad · ↗Helligkeitsgrad · ↗Hitzegrad · ↗Härtegrad · ↗Höhengrad · ↗Innovationsgrad · ↗Integrationsgrad · ↗Intensitätsgrad · ↗Komplexitätsgrad · ↗Konzentrationsgrad · ↗Kostendeckungsgrad · ↗Krankheitsgrad · ↗Kältegrad · ↗Längengrad · ↗Magistergrad · ↗Minusgrad · ↗Nullgrad · ↗Nutzungsgrad · ↗Oechslegrad · ↗Organisationsgrad · ↗Reifegrad · ↗Reinheitsgrad · ↗Schriftgrad · ↗Schweregrad · ↗Schwierigkeitsgrad · ↗Schärfegrad · ↗Siedegrad · ↗Spannungsgrad · ↗Spezialisierungsgrad · ↗Standardisierungsgrad · ↗Steigerungsgrad · ↗Sättigungsgrad · ↗Trunkenheitsgrad · ↗Universitätsgrad · ↗Verbreitungsgrad · ↗Verbrennungsgrad · ↗Verschmutzungsgrad · ↗Verschuldungsgrad · ↗Versorgungsgrad · ↗Verunreinigungsgrad · ↗Verwandtschaftsgrad · ↗Wahrscheinlichkeitsgrad · ↗Winkelgrad · ↗Wirkungsgrad · ↗Wärmegrad · ↗Zehntelgrad · ↗Zielerreichungsgrad · ↗Öchslegrad
 ·  mit ›Grad‹ als Binnenglied: ↗Nullgradgrenze
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Pl. - bei Maßangabe
Maßeinheit bei einem in gleiche Teile geteilten Ganzen
Beispiele:
das Thermometer zeigt heute 5 Grad Celsius, 16 Grad Kälte, 30 Grad im Schatten
das Thermometer steht auf 5 Grad über, unter Null
die Gläser müssen beim Einwecken auf 100 Grad erhitzt werden
bei welchem Grad stand der Zeiger des Manometers?
heute ist es einige Grad, Grade kälter als gestern
ein Winkel von 45 Grad
das Dach neigt sich um 20 Grad
dieses Dach neigt sich um einige Grad, Grade mehr als unseres
er hat seine Meinung um 180 Grad (= völlig) geändert
dieser Ort liegt auf dem 50. Grad nördlicher, südlicher Breite (= auf dem 50. Breitengrad)
Berlin liegt unter 52 Grad nördlicher Breite und 13 Grad östlicher Länge in einer sandigen Ebene
andere aber wollten sich von zwanzig oder gar fünfundzwanzig Graden [unter Null] nichts abhandeln lassen [Bergengr.Rittmeisterin212]
die Empfindungen waren ein paar Grade düsterer [JahnnHolzschiff156]
daß bei den Großeltern alles immer noch um zwei Grade prächtiger war als zu Hause [Th. MannBuddenbrooks1,58]
2.
Stufe
a)
Stufe in einer Rangskala
Beispiele:
einen akademischen Grad erwerben
er erwarb den akademischen Grad des Doktors
wissenschaftliche Grade erlangen
folgende Grade wurden verliehen
b)
Stufe in der Verwandtschaft
Beispiele:
er ist ein Vetter dritten Grades, ein Vetter im dritten Grad (= ein entfernter Verwandter) von mir
ich bin mit ihm nur in einem entfernten Grade verwandt
c)
Stufe in der Stärke
Beispiele:
der Grad der Verdünnung, Verschmutzung, Erfrierung, Verbrennung, Entwicklung, Feuchtigkeit, Konzentration, Helligkeit, Güte, Härte, Reife
eine Verbrennung ersten, zweiten Grades
bei der Verbrennung können fünf Grade auftreten
Mathematik eine Gleichung ersten, zweiten, dritten Grades
diese Annahme hat einen hohen Grad der Wahrscheinlichkeit
jmd. ist in hohem Grade (= sehr) kurzsichtig
gehoben ein Kämpfer, Künstler von hohen Graden
etw. steigert sich bis zum höchsten Grade
jmdm. im höchsten Grad, nicht im geringsten Grad entgegenkommen
bis zu einem gewissen Grad (= in gewissem Maße) stimmen wir überein
ihre Augen verrieten einen Grad von Müdigkeit, der mich ängstigte [RinserMitte103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grad · -gradig · Gradmesser · gradieren · Gradierwerk · graduieren · graduell
Grad m. ‘Stufe, Abstufung in einer Rangskala, in der Stärke oder Intensität, Maßeinheit’, ahd. grād ‘Stufe, Rang’ (um 1000), mhd. grāt sind aus lat. gradus ‘Schritt, Stufe, Abstufung, Rang’ entlehnt, einem Deverbativum zu lat. gradī ‘Schritte machen, schreiten’. Das Wort wird zunächst in enger Anlehnung an die lat. Bedeutung ‘Schritt, Stufe’, bald auch im übertragenen Sinne von ‘Rangstufe’ verwendet, der im Dt. wie im Lat. eine reiche Bedeutungsentfaltung aufweist. So ist der Gebrauch als Maß- und Rangbegriff für Sachverhalte seit mhd. Zeit, speziell für den ‘360. Teil eines Kreises’ seit dem 16. Jh. (im Anschluß an den mlat. Gebrauch von gradus), der ‘akademische Rang’ seit dem 17. Jh., die ‘Stufe zur Bezeichnung der Nähe einer Verwandtschaft’ seit dem 15. Jh., das ‘Maß der Intensität’, das ‘Ausmaß von Eigenschaften, Zuständen und Verhaltensweisen des Menschen’ ansatzweise im 14. Jh., häufiger seit dem 16. und 17. Jh. bezeugt. -gradig Adj. ‘Grade enthaltend, in Grade abgeteilt’ (18. Jh.), nur mit vorausgehendem Bestimmungswort gebraucht wie hochgradig. Gradmesser m. ‘Maßstab, Kriterium’ (um 1800). gradieren Vb. heute vor allem im Sinne von ‘Sole in Gradierwerken konzentrieren’ (18. Jh.), älter sind die Bedeutungen ‘abstufen, einteilen’ (16. Jh.), ‘einen Rang, besonders einen akademischen Grad erwerben’ (16. bis 18. Jh.), ‘in seiner Qualität steigern’ (16. bis 19. Jh.); s. auch ↗degradieren. Gradierwerk n. mit Reisigbündeln bedecktes Gerüst, über das langsam Salzsole rieselt, die durch Verdunstung des Wassers konzentriert wird (18. Jh.). graduieren Vb. Die Bedeutungen decken sich teilweise mit denen von gradieren (s. oben): ‘in einen Rangerheben, befördern, einen akademischen Grad verleihen, promovieren’ (Ende 14. Jh.), ‘abstufen, einteilen, mit einer Gradeinteilung versehen’ (17. Jh.). Das Verb ist aus mlat. graduare, vielleicht unter Einfluß von mfrz. frz. graduer, entlehnt; vorwiegend wird das Part.adj. graduiert ‘im Besitz eines akademischen Grades’ gebraucht. graduell Adj. ‘in Graden, stufenweise, schrittweise, allmählich’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. frz. graduel, mlat. gradualis.

Thesaurus

Synonymgruppe
C · ↗Celsius · Grad · Grad Celsius
Synonymgruppe
Grad · ↗Klasse · ↗Qualität · ↗Rang · ↗Stufe
Unterbegriffe
  • Beförderungsklasse · Serviceklasse · Sitzklasse
  • Schwierigkeitsgrad · Schwierigkeitsskala
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausmaß · Grad · ↗Intensität · ↗Stärke
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außentemperatur Breite Grad Hitze Höchsttemperatur Höchstwert Luftfeuchtigkeit Nullpunkt Ofen Schatten Sonne Sonnenschein Südwesten Temperatur Thermometer Verbrennung Wassertemperatur Winkel abkühlen akademisch aufheizen drehen erhitzen erreichen erwärmen gewiss hoch klettern kühlen messen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Grad‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Temperatur geht zurück auf 11 Grad bis 3 Grad.
Die Zeit, 14.10.2013 (online)
Bis zu einem gewissen Grade, der später genauer bezeichnet werden soll, stimmt das.
konkret, 1995
Bei dünnwandigen Artikeln ist der Grad der Orientierung besonders hoch.
Menges, Georg u. Mohren, Paul: Anleitung für den Bau von Spritzgießwerkzeugen, München: Hanser 1974, S. 67
In unseren Breiten genügt im allgemeinen eine Vorsorge für Temperaturen bis zu minus 20 Grad.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 195
Wenn Sturm draußen ist, bringe ich es in der Hütte nicht über fünf Grad.
Sapper, Agnes: Werden und Wachsen, Hannover: Gundert 1967 [1910], S. 86
Zitationshilfe
„Grad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Grad>, abgerufen am 22.02.2019.

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