Gral, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gral(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Gral‹ als Erstglied: ↗Gralsburg · ↗Gralshüter · ↗Gralskönig · ↗Gralsritter · ↗Gralsroman · ↗Gralssage · ↗Gralssuche
eWDG, 1969

Bedeutung

Mythologie in Sage und Dichtung des Mittelalters nur dem Berufenen sichtbare, geheimnisvolle und wunderbare Schale, geheimnisvoller und wunderbarer Stein
Beispiel:
der heilige Gral
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gral m. in der mittelalterlichen Sage und Dichtung nur dem Berufenen sichtbares und ihm irdische und himmlische Seligkeit spendendes geheimnisvolles Etwas, sei es Schale oder Stein. Mhd. grāl (zuerst und vor allem im „Parzival“ von Wolfram v. Eschenbach) ist Entlehnung von afrz. graal, greal (besonders in „Li contes del Graal“ von Chrétien de Troyes) ‘als Kelch gedachtes Gefäß, aus dem Christus das Sakrament spendete und in dem Joseph von Arimathäa später das Blut Christi auffing’, sonst allgemein ‘Gefäß’. Die Herkunft des frz. Wortes ist umstritten; vielleicht aus mlat. gradalis ‘Prunkschüssel, in der Delikatessen stufenweise abgeteilt liegen’, zu lat. gradus ‘Schritt, Stufe, Abstufung’ (s. ↗Grad). Oder gibt mlat. gradalis in der Aussprache des 8. Jhs. spätlat. *crātālis ‘Gefäß’ wieder (hervorgegangen aus Fügungen wie *vās crātālis, eigentlich ‘geflochtenes Gefäß’, zu lat. crātis ‘Flechtwerk, Geflecht’, vgl. FEW 2, 2, 1294 f.)? Oder liegt mlat. garalis ‘Schüssel, Becher’ zugrunde, das man auf hebr. gōrāl ‘Los’ zurückzuführen versucht?

Thesaurus

Synonymgruppe
Becher · ↗Kelch · ↗Kelchglas  ●  Gral  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Enthüllung Erben Geheimnis Hüter Hüterin Jagd Kelch Legende Ritter Stein Suche Symbol begibt enthüllen erobern heiligen hütet olympischen suchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gral‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Letzteres allein wäre schon beinah der heilige Gral moderner Politik.
Die Zeit, 25.10.2010, Nr. 43
Oder sind sie gar beide mit dem Heiligen Gral verwandt?
Der Tagesspiegel, 23.02.2003
Ich hob den Gral aus dem Gewirre seiner Mitgefäße heraus und kam mit meinen eigenen Augen dem mystischen Auge auf halbem Wege entgegen.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 623
Am Schluss des dritten Aufzugs erglüht der Gral, aus der Kuppel schwebt eine weiße Taube und aus der mittleren und obersten Höhe erklingt der Chor.
Fath, Rolf: Arien - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 2725
Zuvor hatte bereits 1950 der Gral, eine internationale Laienbewegung katholischer Frauen, einen regelrechten Ausbildungskursus für das Missionsapostolat der Laien begonnen.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10160
Zitationshilfe
„Gral“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gral>, abgerufen am 24.05.2018.

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