Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gram, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gram(e)s · wird nur im Singular verwendet
Wortbildung  mit ›Gram‹ als Erstglied: Gramfalte · Gramfurche · gramerfüllt · gramvoll
 ·  mit ›Gram‹ als Letztglied: Liebesgram
eWDG

Bedeutung

etw., was jmdn. grämt, jmdm. tiefe Betrübnis verursacht, Kummer
Beispiele:
ein geheimer, stiller, verzehrender, großer, tiefer, schwerer Gram zehrte an ihr
der Gram nagte, fraß an ihm
der Gram hat sie gebeugt, hat ihr Haar gebleicht
der Gram um den Sohn hatte ihn getötet
seinem Gram nachhängen
du darfst dich deinem Gram nicht zu sehr hingeben, überlassen
er starb vor, aus Gram über diesen Schlag
Zum ersten Male stieg ein namenloser Gram in ihrer Seele auf [ WeismantelRiemenschneider173]
daß der eigenen Mutter in derselben Nacht vor Gram das Herz zerbrochen ist [ ScharrerHirt227]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gram · Gram · grämen · grämlich
gram Adj. nur noch in der Wendung jmdm. gram sein ‘zürnen, grollen, voll Unmut, böse sein’. Ahd. (um 1000), mhd. asächs. mnd. aengl. mnl. nl. gram, anord. gramr ‘feindselig, erzürnt, wütend’, dän. gram ‘böse’ steht im Ablaut zu den unter Grimm (s. d.) angeführten Formen. Gram m. ‘Erbitterung, tiefe Betrübnis, nagender Kummer’, älter ‘Unmut, Zorn’ (Anfang 15. Jh.), ‘Feindschaft’ (Luther), Substantivierung des prädikativ gebrauchten Adjektivs. Doch vgl. ahd. gremī f. ‘Erbitterung’ (9. Jh.). grämen Vb. meist reflexiv ‘(sich) ärgern, (sich) Kummer, Sorge machen’, ahd. gremmen (8. Jh.), mhd. gremen, mnd. gremmen, aengl. gremman, gremian, anord. gremja ‘erzürnen’, schwed. gräma ‘betrüben’, got. gramjan ‘reizen’ sind Faktitivbildungen zum Adjektiv. grämlich Adj. ‘verdrießlich, mürrisch, mißvergnügt’, mhd. grem(e)lich, gramelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gram · Kummer · Trauer

Typische Verbindungen zu ›Gram‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gram‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gram‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann schwankte er haltlos wie ein Rohr im Winde, und lautlos fiel der stolze, harte Mann, vom Gram überwältigt, bewußtlos zu Boden. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 154]
Nur schwach noch ebbten Sorgen und Gram und Kummer durch sein armes gequältes Hirn. [Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9488]
Den Gram um ihren Verlust verbarg die beherrschte Frau voll stolzer Haltung. [Boy-Ed, Ida: Dorothea Schlözer. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2363]
Denn, seine Frau hatte der Gram schon vorher aufgerieben, und seine Kinder liefen im Lande herum. [Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15]
War das nicht schön nach all dem Gram von 72 Stunden? [Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999]
Zitationshilfe
„Gram“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gram>.

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